Ultraschall gegen Mäuse und Ratten: Der Mythen-Check

Kurz beantwortet:Ultraschall gegen Mäuse und Ratten wirkt nicht dauerhaft. Das Umweltbundesamt stuft solche Geräte nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos ein, Feldversuche bestätigen das, und die Tiere gewöhnen sich nach wenigen Tagen an die Töne. Auch Pfefferminzöl, Essig oder Katzenstreu beseitigen keinen Befall. Was wirkt: Einstiege abdichten, Schlagfallen richtig aufstellen und Futterquellen entziehen.
Ultraschall gegen Mäuse: Was die Geräte versprechen
Im Herbst stehen sie in jedem Baumarkt: kleine Steckdosengeräte oder Batterieboxen, die Mäuse und Ratten mit Ultraschall vertreiben sollen. Ob als Ultraschall-Mäuseabwehr für die Küche oder als Gerät zum Ratten vertreiben mit Ultraschall im Keller, das Versprechen klingt gut. Kein Gift, keine Falle, keine toten Tiere. Die Geräte senden hohe Töne, die Menschen nicht hören, laut ADAC meist zwischen 20 und 65 Kilohertz. Viele wechseln ständig die Frequenz, damit sich die Tiere angeblich nicht daran gewöhnen.
Wir hören bei Einsätzen oft denselben Satz: „Wir haben doch extra so ein Gerät gekauft, warum sind die Mäuse trotzdem da?“ In diesem Mythen-Check gehen wir die beliebtesten Methoden durch, vom Ultraschallstecker über Pfefferminzöl und Essig bis zur Katzenstreu. Zu jeder Methode sagen wir, was Behörden und Studien dazu sagen und was stattdessen wirkt.
Eines vorweg: Mäuse und Ratten bleiben dort, wo sie Futter, Wärme und Verstecke finden. Ein Reiz, der sie nur stört, ändert daran auf Dauer wenig.
Hilft Ultraschall gegen Ratten? Studien, Behörden, Stiftung Warentest
Das Umweltbundesamt ist bei diesem Thema ungewöhnlich deutlich. Geräte aus Bau- und Gartenmärkten, die Schall, Ultraschall oder elektromagnetische Felder erzeugen, haben sich nach bisherigem Kenntnisstand alle als wirkungslos erwiesen. Ratten lassen sich damit weder fernhalten noch bekämpfen.
Die Forschung stützt das. Tiermediziner aus Bulgarien haben 2018 ein Gerät mit Ultraschall, Lichtsignalen und elektromagnetischem Feld in einem Rinderstall und einem Futterlager getestet, in denen Wander- und Hausratten lebten. In beiden Feldversuchen fanden sie keine vertreibende Wirkung, ihre Auswertung der Fachliteratur kommt zum selben Ergebnis. Der ADAC fasst die Studienlage so zusammen: Mäuse gewöhnen sich nach drei bis sieben Tagen an die Töne, auch bei wechselnden Frequenzen. Dazu kommt die Physik. Schon Vorhänge, Pappe oder Möbel schwächen den Schall stark. Hinter dem Küchenschrank oder in der Zwischendecke, wo die Mäuse tatsächlich sitzen, kommt kaum etwas an.
Und der „Testsieger“? Einen Test von Stiftung Warentest oder Öko-Test zu Ultraschall gegen Ratten oder Mäuse haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Wenn ein Onlineshop mit „Testsieger“ wirbt, stammt das in der Regel von Vergleichsportalen, die keine Wirkung am Tier prüfen. Stiftung Warentest hat sich nur am Rand geäußert: Gegen Marder scheint Ultraschall nach Angaben des ADAC, die Warentest wiedergibt, ebenfalls wirkungslos zu sein. Am Auto helfen dort eher Elektroschockgeräte. Was gegen Marder im Dach hilft, steht in unserem Ratgeber zum Marder vertreiben.
Ultraschallgerät
- Sendet laut ADAC meist 20–65 kHz
- Umweltbundesamt: nach Kenntnisstand wirkungslos
- Mäuse gewöhnen sich nach 3–7 Tagen
- Für Meerschweinchen, Kaninchen und Hunde hörbar
Duftstoffe (Pfefferminzöl, Essig)
- Im Labor teils gemieden
- Im Wohnhaus kein Wirkungsnachweis
- Geruch verfliegt, Tiere gewöhnen sich
- Stört kurz, beseitigt keinen Befall
Schlagfalle + Abdichten
- Tötet sofort, Erfolg ist sichtbar
- Mäuse: Spalten ab etwa 6 mm schließen
- Ratten: Löcher ab 2 cm schließen
- Täglich kontrollieren, nur im Haus
Hören Meerschweinchen, Kaninchen und Hunde den Ultraschall?
Ja, und das wird beim Kauf oft übersehen. Wer Mäuse vertreiben will und Ultraschall einsetzt, beschallt den ganzen Haushalt mit. Nach einer Übersicht der Tiermedizinischen Fakultät der Louisiana State University hören Meerschweinchen bis etwa 50 Kilohertz, Kaninchen bis etwa 42 Kilohertz und Rennmäuse bis etwa 60 Kilohertz. Hunde hören bis etwa 45, Katzen bis etwa 64 Kilohertz. Farbmäuse und Farbratten gehören zu denselben Arten wie die Tiere, die vertrieben werden sollen, und hören bis etwa 91 beziehungsweise 76 Kilohertz.
Ein Gerät, das zwischen 20 und 65 Kilohertz sendet, liegt damit mitten im Hörbereich vieler Heimtiere. Wie sehr der Dauerton sie belastet, ist kaum untersucht. Der ADAC weist darauf hin, dass die Töne Hunde und Katzen empfindlich stören können. Bedenken Sie dabei: Die Maus in der Wand kann dem Ton ausweichen, das Meerschweinchen im Gehege nicht.
Unsere Empfehlung ist deshalb einfach. Wer Kleintiere hält, betreibt solche Geräte nicht in deren Nähe. Am besten gar nicht, denn gegen die Mäuse bringen sie ohnehin nichts.

Welchen Geruch mögen Mäuse nicht? Pfefferminzöl, Essig und Chili im Check
Pfefferminzöl gegen Mäuse gilt als Klassiker unter den Hausmitteln. Ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee nicht. An der Universität Hamburg wurde 2016 in einer Doktorarbeit untersucht, wie Pflanzengerüche das Fressverhalten von Haus- und Feldmäusen beeinflussen. Im Labor mieden Hausmäuse Futter, das nach bestimmten ätherischen Ölen roch, und auch in Außengehegen wichen sie behandelten Stellen aus.
Die systematische Literaturübersicht aus derselben Arbeit, die 54 Veröffentlichungen auswertete, ist aber nüchtern: Die Erfolge sind zwischen Labor, Gehege und Freiland uneinheitlich, und deshalb gibt es nur wenige zugelassene Abwehrmittel auf Pflanzenbasis. Für ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf Watte gibt es keinen Wirkungsnachweis im Wohnhaus. Der ADAC bewertet Pfefferminzöl, Essig und Katzenstreu als wissenschaftlich nicht belegt, ebenso Chili und Lorbeer.
Bei der Frage, was Ratten nicht mögen, sieht es ähnlich aus. Ratten sind vorsichtig gegenüber allem Neuen. Das Umweltbundesamt rät sogar, Rattenfallen zunächst einige Tage ungespannt aufzustellen, damit sich die Tiere daran gewöhnen. Ein Essiglappen ist genau so ein neuer Reiz: Die Ratte weicht ein paar Tage aus und nimmt dann wieder ihren gewohnten Weg. Gerüche verfliegen außerdem. Laut ADAC, zitiert von Stiftung Warentest, werden Duftstoffe gegen Marder vom nächsten Regen weggewaschen, und die Tiere gewöhnen sich schnell an üble Gerüche. Weitere Hausmittel gegen Ratten haben wir in unserem Ratgeber „Ratten vertreiben: Hausmittel im Realitätscheck“ bewertet.
Katzenstreu gegen Ratten: Hilft der Geruch des Feindes?
Benutzte Katzenstreu oder ausgekämmte Katzenhaare sollen Ratten signalisieren: Hier wohnt ein Jäger. Die Idee hat einen wahren Kern. In einer argentinischen Laborstudie von 2021 erstarrten Ratten beim Geruch von Katzenfell und besuchten die Kammer seltener, Mäuse mieden Katzenurin und Katzenkörpergeruch. Es handelte sich allerdings um Labortiere, die nie einer Katze begegnet waren, in einer kleinen Versuchsanlage.
Unter realistischeren Bedingungen sieht es anders aus. Forscher der Universität Waikato in Neuseeland fanden bei Hausratten und Pazifischen Ratten im Wahlversuch keine Abneigung gegen Katzenurin und Katzenkot. An Futterstellen im Wald änderten Raubtiergerüche weder die Zahl noch die Dauer der Besuche von Ratten und Mäusen.
Das Umweltbundesamt formuliert es so: Hunde und Katzen tragen möglicherweise dazu bei, dass sich Mäuse und Ratten gar nicht erst ansiedeln, einen vorhandenen Befall beseitigen sie aber nicht. Wenn schon die lebende Katze das nicht schafft, schafft es ihre Streu im Keller auch nicht.
Was gegen Mäuse und Ratten wirklich hilft
Einstiege verschließen. Hausmäuse kommen laut ADAC durch Mauerspalten von etwa 6 Millimetern, so dick wie ein Bleistift. Wanderratten passen laut Umweltbundesamt durch Löcher ab 2 Zentimetern Durchmesser. Typische Stellen sind Rohr- und Kabeldurchführungen, Kellerfenster, Lüftungsschächte, defekte Lüftungssteine und Türspalten. Dichten Sie Durchführungen vollständig ab, setzen Sie Metallgitter vor Kellerfenster und Schächte und Bürstenleisten an Türen. Gegen Ratten aus dem Kanal hilft eine Rückstauklappe.
Schlagfallen richtig einsetzen. Sie töten sofort, und Sie sehen, ob es wirkt. Stellen Sie die Fallen auf die Laufwege an Wänden und hinter Möbeln, als Köder eignen sich Erdnussbutter oder Nougatcreme. Kontrollieren Sie mindestens täglich, besser alle 12 Stunden. Leben Kinder oder Haustiere im Haushalt, gehören die Fallen in eine Schutzbox. Im Freien sind Schlagfallen tabu, weil Igel, Spitzmäuse oder Vögel hineingeraten können. Klebefallen verstoßen gegen das Tierschutzgesetz.
Futter entziehen. Lagern Sie Vorräte und Tierfutter in dicht schließenden Behältern, entsorgen Sie keine Essensreste über die Toilette und werfen Sie gekochte Speisereste nicht auf den Kompost. Was die Tiere nicht finden, müssen Sie auch nicht vertreiben.
Gift ist für Privatleute keine Option mehr. Köder mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen sind seit 2026 nur noch für geschulte, sachkundige Verwender vorgesehen. Was das genau bedeutet, erklären wir in unseren Ratgebern „Mäusegift verboten“ und „Rattengift verboten 2026“. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber zum Mäuse vertreiben.
Mäuse und Ratten im Haus: Wann zum Fachbetrieb, wie vorbeugen?
Liegt nach einer Woche mit Fallen immer noch frischer Kot, hören Sie es nachts in Decke oder Wand kratzen oder sind Ratten im Haus, sollten Sie Hilfe holen. Wir suchen zuerst, woher die Tiere kommen, und arbeiten dann mit verschlossenen Köderboxen, an die weder Kinder noch Haustiere kommen. Die Mäusebekämpfung kostet bei uns 330 € inklusive Mehrwertsteuer für bis zu 10 Köderboxen, die Rattenbekämpfung 330 € für bis zu 5 Köderstationen. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da, Sie erreichen uns unter 040 30099110.
Zum Vorbeugen ist das Geld für ein Ultraschallgerät in einer Kartusche Dichtmasse, ein paar Metallgittern und Bürstenleisten besser angelegt. Gehen Sie vor dem Herbst einmal ums Haus und prüfen Sie Kellerfenster, Lichtschächte, Rohrdurchführungen und Risse im Mauerwerk. Halten Sie Keller, Garage und Nebengebäude aufgeräumt, denn Gerümpel bietet Mäusen und Ratten ungestörte Nistplätze.
Und wenn Sie schon ein Ultraschallgerät in der Steckdose haben: Es schadet den Mäusen nicht, aber es ersetzt keine dieser Maßnahmen. Halten Sie Kleintiere, ziehen Sie den Stecker.
Mäusebekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Umweltbundesamt: Wanderratte
- Zhelev et al., Archives of Veterinary Medicine (2018): Electronic rat-control devices - solution or scam?
- ADAC: Mäuse vertreiben
- Stiftung Warentest: Marderbiss am Auto
- Louisiana State University, School of Veterinary Medicine: How Well Do Dogs and Other Animals Hear?
- Universität Hamburg: Hansen, Die Bedeutung von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen als Abwehrstoffe gegen Nagetiere (Dissertation 2016)
- Adduci et al., PLOS ONE (2021): Avoidance behaviour in laboratory house mice and Norway rats towards predator odours
- LAVES Niedersachsen: Tierschutzgerechte Schadnagerbekämpfung
Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Ultraschall gegen Mäuse und Ratten: häufige Fragen
Hilft Ultraschall gegen Mäuse?
Nein, nicht dauerhaft. Das Umweltbundesamt stuft Ultraschallgeräte gegen Nagetiere nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos ein. Mäuse erschrecken in den ersten Tagen höchstens kurz und gewöhnen sich laut ADAC nach drei bis sieben Tagen an die Töne, auch bei wechselnden Frequenzen. Möbel, Vorhänge und Wände schlucken den Schall zusätzlich. Wirksam sind Abdichten, Schlagfallen und das Entfernen von Futterquellen.
Hilft Ultraschall gegen Ratten?
Nein. Das Umweltbundesamt schreibt ausdrücklich, dass sich Ratten mit Schall-, Ultraschall- oder Elektromagnetgeräten weder fernhalten noch bekämpfen lassen. Ein Feldversuch bulgarischer Tiermediziner in einem Rinderstall und einem Futterlager fand ebenfalls keine vertreibende Wirkung. Bei Ratten helfen nur bauliche Maßnahmen, Futterentzug und bei einem Befall eine fachgerechte Bekämpfung mit Köderstationen.
Gibt es einen Stiftung-Warentest-Testsieger für Ultraschall gegen Mäuse?
Einen Test von Stiftung Warentest oder Öko-Test zu Ultraschallgeräten gegen Mäuse oder Ratten haben wir nicht gefunden. „Testsieger“-Siegel in Onlineshops stammen meist von Vergleichsportalen, die keine Wirkung am Tier messen. Stiftung Warentest hat Ultraschallgeräte gegen Mücken in einem Schnelltest als wirkungslos bewertet und gibt zu Mardern die ADAC-Einschätzung wieder, dass Ultraschall wirkungslos scheint.
Schadet Ultraschall Meerschweinchen, Kaninchen oder Hunden?
Diese Tiere hören den Ultraschall. Meerschweinchen hören bis etwa 50 Kilohertz, Kaninchen bis etwa 42, Hunde bis etwa 45 und Katzen bis etwa 64 Kilohertz. Die Geräte senden meist zwischen 20 und 65 Kilohertz. Wie stark der Dauerton belastet, ist kaum untersucht, der ADAC warnt aber, dass er Hunde und Katzen empfindlich stören kann. Betreiben Sie solche Geräte nicht in der Nähe von Heimtieren.
Welchen Geruch mögen Mäuse nicht?
Im Labor meiden Hausmäuse den Geruch bestimmter ätherischer Öle, das zeigt eine Doktorarbeit der Universität Hamburg. Eine Literaturübersicht aus derselben Arbeit fand aber uneinheitliche Ergebnisse zwischen Labor und Freiland. Für Pfefferminzöl, Essig oder Chili im Wohnhaus gibt es keinen Wirkungsnachweis. Gerüche verfliegen, und die Tiere gewöhnen sich daran. Eine Maus, die Futter und Wärme findet, bleibt.
Hilft Essig gegen Ratten?
Nur kurz. Ratten sind vorsichtig gegenüber allem Neuen und weichen einem Essiglappen deshalb ein paar Tage aus. Danach gewöhnen sie sich an den Geruch und nehmen wieder ihre gewohnten Wege. Der Geruch verfliegt außerdem, im Freien wäscht ihn der nächste Regen weg. Dauerhaft helfen nur Futterentzug, verschlossene Einstiege und bei einem Befall eine fachgerechte Bekämpfung.
Hilft Katzenstreu gegen Ratten?
Kaum. In einer Laborstudie reagierten Ratten auf Katzenfell zwar mit Erstarren, das waren aber Labortiere ohne Katzenerfahrung. Forscher in Neuseeland fanden bei Ratten keine Abneigung gegen Katzenurin und Katzenkot, auch nicht an Futterstellen im Wald. Das Umweltbundesamt hält fest, dass selbst echte Katzen einen vorhandenen Befall nicht beseitigen.
Hilft Ultraschall gegen Marder?
Nach Einschätzung des ADAC, die Stiftung Warentest wiedergibt, scheint Ultraschall gegen Marder wirkungslos zu sein. Auch Duftstoffe und Haarbeutel helfen meist nicht, weil die Tiere sich an Gerüche gewöhnen. Am Auto schützen eher Elektroschockgeräte. Im Dach hilft nur, den Marder auszusperren, wenn er draußen ist. Die Marderabwehr kostet bei uns ab 360 €.