Wanderratte und Hausratte: Unterschiede, Größe, Lebensweise

Wanderratte und Hausratte: Unterschiede, Größe, Lebensweise

Kurz beantwortet:Die Wanderratte ist größer und kräftiger, hat eine stumpfe Schnauze, kleine Ohren und einen dicken Schwanz, der kürzer ist als der Körper. Die Hausratte ist schlanker, meist dunkel bis schwarz, mit spitzer Schnauze, großen Ohren und einem Schwanz, der länger ist als Kopf und Körper. In Hamburg haben Sie es fast immer mit der Wanderratte zu tun, die Hausratte gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht.

Rattenarten in Deutschland: Wanderratte und Hausratte

In Deutschland leben zwei Rattenarten wild: die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus). Beide stammen ursprünglich aus Asien, beide sind Kulturfolger, die mit dem Menschen um die Welt gereist sind. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber weitgehend. Körperbau, Lebensraum und vor allem die Häufigkeit unterscheiden sich deutlich.

Die Wanderratte gilt nach der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands von 2020 als sehr häufig und ungefährdet. Die Hausratte ist dagegen extrem selten geworden und wird als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, mit einem sehr starken langfristigen Rückgang. Das Gesundheitsamt Berlin-Neukölln beschreibt die Lage nüchtern: In Berlin kommt hauptsächlich die Wanderratte vor, die Hausratte trifft man in Städten selten an.

Für Sie heißt das: Wenn in Hamburg eine Ratte durch den Garten läuft, am Mülltonnenplatz auftaucht oder im Keller Spuren hinterlässt, ist es so gut wie immer eine Wanderratte. In unserer täglichen Arbeit in Hamburg und im Umland ist sie die Ratte, mit der wir es zu tun haben.

Wanderratte erkennen: Größe und Aussehen

Wie sieht eine Ratte aus? Die Wanderratte ist kräftig gebaut, mit breitem, eher eckigem Kopf, stumpfer Schnauze und kleinen Ohren. Das Fell ist auf dem Rücken graubraun bis rotbraun, der Bauch deutlich heller, hellgrau bis weiß. Der Schwanz ist dick, wenig behaart, oben oft dunkel und unten hell und immer kürzer als Kopf und Körper.

Zur Größe: Kopf und Rumpf einer ausgewachsenen Wanderratte messen 19 bis 27 Zentimeter, der Schwanz kommt mit 13 bis 22 Zentimetern dazu. Von der Nase bis zur Schwanzspitze sind das rund 50 Zentimeter. Ausgewachsene Tiere wiegen bis zu 500 Gramm.

Wanderratten leben in Erdbauen, unter Holzstapeln und Gartenhäusern, in Kellern, Lagern und in der Kanalisation, gern in der Nähe von Wasser. Sie schwimmen, tauchen und klettern gut und gelangen in Einzelfällen über Abflussrohre bis in höhere Stockwerke. Weil sie immer dieselben Wege nehmen, hinterlassen sie dunkle, schmierige Spuren an Wänden und Kanten. Ihr Kot ist 2 bis 3 Zentimeter lang, wie Sie ihn sicher bestimmen, steht im Ratgeber Rattenkot erkennen.

Wanderratte: 19–27 cm ohne Schwanz, bis 500 g

Wanderratte

  • 19–27 cm ohne Schwanz, bis 500 g
  • Stumpfe Schnauze, kleine Ohren
  • Dicker Schwanz, kürzer als der Körper
  • Keller, Kanal, Garten; sehr häufig
Hausratte: Bis ca. 24 cm, bis 250 g

Hausratte

  • Bis ca. 24 cm, bis 250 g
  • Spitze Schnauze, große dünne Ohren
  • Schwanz länger als Kopf und Körper
  • Dachboden; vom Aussterben bedroht
Hausmaus: 7–11 cm ohne Schwanz

Hausmaus

  • 7–11 cm ohne Schwanz
  • Spitze Schnauze, große Ohren
  • Dünner Schwanz, meist etwas länger
  • Kot reiskorngroß, keine Meldepflicht

Hausratte erkennen: schlank, dunkel, langer Schwanz

Die Hausratte ist kleiner und zierlicher. Kopf und Rumpf messen etwa 19 bis 25 Zentimeter, das Gewicht liegt bei höchstens rund 250 Gramm. Ihr auffälligstes Merkmal ist der Schwanz: Er ist immer länger als Kopf und Körper zusammen. Dazu kommen große, dünne Ohren und eine spitzere Schnauze. Das Fell ist meist dunkelbraun bis schwarz. Die Farbe allein beweist aber nichts, denn es gibt auch schwarze Wanderratten.

Die Hausratte ist ein Kletterspezialist. Sie balanciert über Leitungen zwischen Häusern und besiedelt Gebäudeteile, die Wanderratten schlecht erreichen. Sie mag es trocken und warm und lebt in Gebäuden meist in den oberen Stockwerken und auf Dachböden. Typische Orte waren Mühlen, Bauernhöfe und Lagerhäuser in Häfen. Freilandbestände sind in Deutschland die Ausnahme. Veränderte Lebensbedingungen in den Siedlungen und jahrzehntelange Bekämpfung haben viele örtliche Vorkommen erlöschen lassen.

Obwohl sie auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht steht, ist die Hausratte rechtlich nicht geschützt. Die Bundesartenschutzverordnung nimmt sie, genau wie die Wanderratte, ausdrücklich vom besonderen Schutz der heimischen Säugetiere aus. Wer auf dem Dachboden ein Tier mit sehr langem Schwanz und großen Ohren findet, kann trotzdem der Forschung helfen: Der Säugetieratlas NRW empfiehlt, verdächtige Tiere zur sicheren Bestimmung an ein Naturkundemuseum zu geben.

Wanderratte und Hausratte: Hausratte erkennen: schlank, dunkel, langer Schwanz

Junge Ratte oder Maus? Auf die Proportionen kommt es an

Eine junge Wanderratte kann so klein sein wie eine ausgewachsene Hausmaus. Deshalb hilft die Größe hier nicht weiter, sondern nur ein Blick auf die Proportionen. Die Hausmaus misst 7 bis 11 Zentimeter ohne Schwanz, hat eine spitze Schnauze, große, wenig behaarte Ohren und einen dünnen Schwanz, der meist etwas länger ist als der Körper.

Die junge Ratte ist schon gebaut wie die Alttiere: stumpfe Schnauze, im Verhältnis kleine Ohren und ein dicker Schwanz, der kürzer ist als der Körper. In der Praxis fallen außerdem der kräftige Kopf und die großen Hinterfüße auf, die für den kleinen Körper fast zu groß wirken.

Wo eine junge Ratte ist, sind Alttiere und Geschwister nicht weit. Wanderratten leben in Rudeln mit ausgeprägter Sozialstruktur, deren Mitglieder sich am Geruch erkennen. Eine junge Ratte im Garten ist deshalb meist ein Hinweis auf einen Bau in der Nähe. Wie Sie Mäuse von Ratten und die Mäusearten untereinander unterscheiden, erklären wir ausführlich im Ratgeber Mäusearten.

Wie lange leben Ratten, und wie schnell vermehren sie sich?

Wanderratten haben eine Lebenserwartung von ein bis zwei Jahren. Diese Zeit nutzen sie intensiv. Die Tragzeit beträgt 22 bis 24 Tage, ein Weibchen bekommt mehrere Würfe im Jahr, je nach Quelle 3 bis 7, mit jeweils etwa 5 bis 12 Jungen. Die Jungtiere sind nach rund zweieinhalb Monaten selbst geschlechtsreif.

Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt rechnet vor, dass eine weibliche Ratte mit Kindern und Kindeskindern auf ungefähr 600 Nachkommen im Jahr kommen kann. Das ist ein rechnerischer Wert unter guten Bedingungen, aber er zeigt, warum Abwarten bei Ratten keine Strategie ist.

Wanderratten sind nachtaktiv und gehen dem Menschen aus dem Weg. Sie reagieren äußerst vorsichtig auf Veränderungen in ihrem Revier. Wer Ratten am helllichten Tag sieht, hat deshalb häufig bereits einen größeren Bestand vor sich.

Wanderratten pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Sie leben in Gruppen, die bis zu 200 Tiere umfassen können, erkennen sich am Geruch und dulden keine fremden Ratten in ihrem Gebiet. Das Streifgebiet eines einzelnen Tieres kann mehrere Hektar groß sein. Ein Rattenproblem endet deshalb selten an der Grundstücksgrenze. Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, denn solange nebenan Futter herumliegt, kommen die Tiere wieder.

Sind Ratten gefährlich, und was ist für Ratten tödlich?

Angriffe auf Menschen sind selten und kommen praktisch nur vor, wenn sich eine Ratte bedroht fühlt oder in die Enge getrieben wird. Treiben Sie ein Tier im Keller deshalb nicht in eine Ecke, sondern lassen Sie ihm einen Fluchtweg. Das eigentliche Risiko sind Krankheitserreger. Über Kot, Urin und verunreinigte Lebensmittel können Ratten unter anderem Leptospirose, Salmonellen und Hantaviren übertragen. Dazu kommen Fraßschäden an Vorräten, Holz und Kunststoffen. Angenagte Kabel können Brände auslösen.

Die Frage „Was ist für Ratten tödlich?“ hören wir oft, meist mit dem Wunsch, das Problem schnell selbst zu lösen. Die ehrliche Antwort: Die wirksamen Mittel sind blutgerinnungshemmende Köder, und genau die gibt der Handel seit dem 26. April 2026 nicht mehr an Privatpersonen ab. Restbestände dürfen nur noch bis zum 22. Oktober 2026 nach Gebrauchsanweisung verwendet werden. Die Hintergründe stehen in unserem Ratgeber Rattengift verboten 2026.

Von selbstgemischten Ködern, die im Internet kursieren, raten wir ab. Sie sind keine zugelassenen Bekämpfungsmittel und können Haustiere und Wildtiere genauso treffen. Das Tierschutzgesetz erlaubt das Töten von Wirbeltieren im Rahmen der Schädlingsbekämpfung nur, wenn dabei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Was Privatleuten bleibt, sind Schlagfallen in Innenräumen, Hygiene und dichte Zugänge.

Ratten in Hamburg: Meldepflicht, Fachbetrieb, Vorbeugen

In Hamburg gilt die Verordnung über Rattenbekämpfung von 1963. Sie verpflichtet Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden, Rattenbefall zu verhüten und zu bekämpfen, und schreibt vor, dass das Auftreten von Ratten unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen ist. Nach einem festgestellten Befall müssen bauliche Mängel beseitigt, Keller- und Dachluken mit engmaschigen Gittern gesichert und Löcher im Mauerwerk abgedichtet werden.

Ratten auf öffentlichem Grund melden Sie dem Institut für Hygiene und Umwelt unter 040 42845-7972. Auf dem eigenen Grundstück muss der Eigentümer unverzüglich für eine Bekämpfung sorgen. Meldungen von Privatgrundstücken nimmt das Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt des jeweiligen Bezirksamts entgegen, erreichbar auch über die Behördennummer 115. Mieter informieren den Vermieter oder die Hausverwaltung. Was bei der Meldung zu beachten ist, steht im Ratgeber Ratten melden in Hamburg.

Bei Ratten im Haus, im Keller oder unter dem Gartenhaus kommen Sie ohne Fachbetrieb kaum noch weiter. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Wir suchen zuerst Bau, Laufwege und Eintrittsstelle und setzen Köder nur in verschlossenen Köderstationen. Die Rattenbekämpfung kostet bei uns 330 Euro zum Festpreis, mit bis zu fünf Köderstationen.

Vorbeugen heißt bei Ratten vor allem Ordnung: Mülltonnen geschlossen halten, keine Essensreste in Toilette oder Kompost, keine Enten und Tauben füttern, Vogelfutter so dosieren, dass abends nichts übrig ist, und Tierfutter nicht draußen stehen lassen. Am Haus helfen Gitter vor Kellerfenstern und Lüftungsschächten sowie Rückstauklappen im Abwassersystem. Weitere Tipps für draußen finden Sie im Ratgeber Ratten im Garten.

Rattenbekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.

Quellen

  1. Freie und Hansestadt Hamburg, Institut für Hygiene und Umwelt: Rattenbekämpfung auf öffentlichem Grund
  2. Hamburg: Verordnung über Rattenbekämpfung vom 30. Juli 1963 (umwelt-online)
  3. Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Hausratte (Rote Liste Säugetiere 2020)
  4. LWL / AG Säugetierkunde NRW: Säugetieratlas NRW, Hausratte
  5. Landratsamt Landsberg am Lech: Merkblatt zur Bekämpfung von Ratten
  6. Amt Dänischenhagen: Merkblatt zur Rattenbekämpfung
  7. Bezirksamt Neukölln von Berlin, Gesundheitsamt: Informationsflyer Ratten

Stand der Angaben: 02.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.

Häufige Fragen

Wanderratte und Hausratte: häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wanderratte und Hausratte?

Die Wanderratte ist größer und kräftiger, bis 27 Zentimeter ohne Schwanz und bis 500 Gramm schwer, mit stumpfer Schnauze, kleinen Ohren und einem Schwanz, der kürzer ist als der Körper. Die Hausratte ist zierlicher, wiegt bis etwa 250 Gramm, hat große Ohren, eine spitzere Schnauze und einen Schwanz, der länger ist als Kopf und Körper. Sie lebt eher auf Dachböden.

Wie groß wird eine Wanderratte?

Eine ausgewachsene Wanderratte misst ohne Schwanz 19 bis 27 Zentimeter, der Schwanz ist 13 bis 22 Zentimeter lang. Von der Nase bis zur Schwanzspitze kommen so rund 50 Zentimeter zusammen. Das Gewicht liegt bei bis zu 500 Gramm. Die Hausratte bleibt mit höchstens etwa 24 Zentimetern Körperlänge und rund 250 Gramm deutlich kleiner.

Wie lange leben Ratten?

Wanderratten werden in der Regel ein bis zwei Jahre alt. In dieser Zeit kann ein Weibchen mehrere Würfe pro Jahr mit jeweils etwa 5 bis 12 Jungen bekommen, die nach rund zweieinhalb Monaten selbst geschlechtsreif sind. Deshalb wächst ein Befall schnell, auch wenn die einzelnen Tiere nicht alt werden.

Gibt es in Hamburg Hausratten?

Hausratten sind in ganz Deutschland extrem selten und stehen auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht. Früher lebten sie vor allem in Lagerhäusern von Häfen, in Mühlen und auf Dachböden. Bei Rattenbefall in Hamburger Häusern, Gärten und Kellern handelt es sich praktisch immer um die Wanderratte. Ein verdächtiges Tier können Fachleute sicher bestimmen.

Wie erkenne ich eine junge Ratte?

Eine junge Ratte kann so klein sein wie eine Maus, hat aber schon die Proportionen einer Ratte: stumpfe Schnauze, kleine Ohren und einen dicken Schwanz, der kürzer ist als der Körper. Auffällig sind oft auch der kräftige Kopf und die großen Hinterfüße. Mäuse haben dagegen eine spitze Schnauze, große Ohren und einen langen, dünnen Schwanz.

Was ist für Ratten tödlich?

Wirksam sind vor allem blutgerinnungshemmende Köder. Diese gibt der Handel seit dem 26. April 2026 nicht mehr an Privatpersonen ab, Restbestände dürfen nur bis zum 22. Oktober 2026 genutzt werden. Selbstgemischte Köder sind keine zugelassenen Mittel und gefährden Haustiere. Privat bleiben Schlagfallen in Innenräumen, Hygiene und dichte Zugänge, die Bekämpfung übernimmt ein Fachbetrieb.

Muss ich Ratten in Hamburg melden?

Ja. Nach der Hamburger Verordnung über Rattenbekämpfung ist das Auftreten von Ratten unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ratten auf öffentlichem Grund melden Sie dem Institut für Hygiene und Umwelt unter 040 42845-7972. Auf privatem Grund muss der Eigentümer für die Bekämpfung sorgen, Mieter informieren ihren Vermieter oder die Hausverwaltung.

Ist die Hausratte geschützt?

Nein. Obwohl die Hausratte auf der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedroht geführt wird, nimmt die Bundesartenschutzverordnung sie ausdrücklich vom besonderen Schutz aus, genau wie Wanderratte und Hausmaus. Die Rote Liste beschreibt die Gefährdung, eine rechtliche Schutzwirkung hat sie selbst nicht. Ein Befall darf also auch bei Hausratten bekämpft werden.

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