01Silberfisch und Papierfischchen sind nicht dasselbe
Der gewöhnliche Silberfisch ist an Feuchtigkeit gebunden. Er braucht hohe Luftfeuchte und Wärme, sitzt deshalb in Bad, Küche und hinter Waschbecken und geht zurück, wenn es dort dauerhaft trocken wird.
Das Papierfischchen kommt dagegen auch mit normaler, trockener Raumluft zurecht und hält sich in Wohnräumen, Büros und Archiven. Es ist deutlich hartnäckiger, verbreitet sich über Kartonagen, Bücher und Papier und lässt sich über die Raumfeuchte nicht zurückdrängen. Beide Arten ähneln einander, unterscheiden sich aber im Verhalten und im Erscheinungsbild. Wir bestimmen deshalb vor Ort, welche Art vorliegt, denn daran hängt, ob Trocknung überhaupt ein Hebel ist.
02Tapetenkleister und Silikonfugen sind die Nahrung
Silberfische leben von stärke- und zuckerhaltigem Material und von Eiweiß. Auf dem Speiseplan stehen Tapetenkleister, Buchleim, Papier, Fotos, Mehlreste, Hautschuppen und Haare, und sie fressen auch an Silikonfugen und den Belägen, die sich darauf bilden.
Das erklärt, warum eine sehr saubere Wohnung trotzdem betroffen sein kann: Die Nahrung steckt in der Bausubstanz, nicht in Krümeln auf dem Boden. Es erklärt ebenso, warum die Tiere nachts unterwegs sind und tagsüber in Sockelleisten, hinter Fliesenkanten und in Rohrdurchführungen sitzen. Wer schadhafte Fugen erneuert und Papierstapel aus feuchten Kellerräumen holt, nimmt dem Befall einen Teil seiner Grundlage. Keller, Waschküchen und schlecht belüftete Bäder in Altbauten halten dieses Angebot dauerhaft bereit.
03Zwei Behandlungen für 357 € und warum es zwei sind
Wir arbeiten mit Fraßködern und einer gezielten Behandlung der Verstecke statt mit flächigem Sprühen, weil die Tiere ohnehin nicht über offene Flächen laufen. Der Köder wird dort abgesetzt, wo sie sich tatsächlich aufhalten, und von ihnen in die Verstecke verschleppt.
Ein Köder erfasst allerdings keine Eier, und die sitzen tief in Ritzen. Deshalb sind zwei Behandlungen vorgesehen, die zweite in einem Abstand, in dem die nachgeschlüpften Tiere aktiv geworden sind. Der Festpreis für diese zwei Behandlungen liegt bei 357 €. Eine einzelne Anwendung würde den sichtbaren Bestand senken und den Nachschub unberührt lassen. Zwischen den beiden Terminen sollten Sie die behandelten Bereiche nicht feucht auswischen, sonst tragen Sie den Wirkstoff wieder ab.
04Ohne Trocknung hält der Erfolg beim Silberfisch nicht
Die Behandlung setzt den Bestand zurück, die Ursache beseitigt sie nicht. Solange die Luftfeuchte hoch bleibt, findet die nächste Generation dieselben Bedingungen vor.
Der eigentliche Hebel liegt deshalb in der Bausubstanz und im Alltag: nach dem Duschen die Kabine abziehen und stoßlüften statt Fenster kippen, Wäsche nicht in der Wohnung trocknen, Möbel von kalten Außenwänden abrücken, schadhafte Fugen und undichte Anschlüsse instand setzen. Wo eine Undichtigkeit, ein alter Wasserschaden oder eine Wärmebrücke dahintersteckt, sagen wir Ihnen das, die Sanierung selbst gehört in die Hände von Handwerk oder Hausverwaltung. Beim Papierfischchen greift dieser Hebel nicht, dort entscheidet die konsequente Behandlung.
05Silberfischbefall als Warnsignal: Luftfeuchtigkeit messen
Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) ist nachtaktiv, flügellos und auf Feuchtigkeit angewiesen. Es lebt in Spalten, hinter Fußleisten und Fliesen, unter Badewannen und in Fugen, und es ernährt sich von stärke- und zuckerhaltigen Resten: Krümeln, Tapetenkleister, Papier und Hautschuppen. Krankheiten überträgt es nicht. Ein Silberfischbefall ist deshalb vor allem ein Warnsignal: Irgendwo ist es dauerhaft zu feucht.
Ein einfaches Hygrometer hilft, die Ursache einzugrenzen. Messen Sie die Luftfeuchtigkeit über einige Tage im Bad, in der Küche und im Schlafzimmer, jeweils nach dem Duschen, Kochen und Lüften. Bleibt ein Raum lange nach dem Lüften feucht, liegt dort meist auch der Schwerpunkt der Tiere. Wir kombinieren die Bekämpfung deshalb immer mit einem Blick auf die Feuchtequelle, von der undichten Silikonfuge bis zum fehlenden Lüften nach dem Duschen. Anders ist es beim Papierfischchen, das auch in trockenen Räumen zurechtkommt und Bücher und Akten angreift.