01Ootheken überstehen, was die Tiere nicht überstehen
Die Deutsche Schabe ist die Art, die in Hamburger Wohnungen und Küchenbetrieben praktisch immer dahintersteckt. Sie ist klein, wärmeliebend und hält sich bevorzugt an den Wärmequellen technischer Geräte auf: hinter Kühlschrankmotor, Spülmaschine und Kaffeemaschine sowie in den Hohlräumen der Küchenzeile.
Entscheidend für die Behandlung ist ihr Eipaket, die Oothek. Es ist verkapselt und gegenüber Kontaktmitteln weitgehend unempfindlich, das Weibchen trägt es bis kurz vor dem Schlupf mit sich herum. Ein Wirkstoff, der alle laufenden Tiere erfasst, lässt die Eipakete unberührt. Genau deshalb ist nach der ersten Behandlung eine Nachkontrolle im Abstand des Schlupfes fest eingeplant und keine Option, die man weglassen kann.
02Sprühen verteilt die Schaben, Gel holt sie heraus
Ein Flächenspray verschlimmert einen Schabenbefall regelmäßig. Die Wirkstoffe wirken abweisend, die Tiere verlassen daraufhin ihre angestammten Verstecke und weichen in Nachbarräume, Schächte und angrenzende Wohnungen aus. Was vorher auf eine Küche begrenzt war, verteilt sich damit über das Gebäude.
Gel-Köder arbeiten umgekehrt. Sie werden punktgenau in Ritzen, Spalten und an die Laufwege gesetzt, also dorthin, wo die Tiere ohnehin hinlaufen, und nicht auf offene Flächen. Der Wirkstoff wirkt zusätzlich in die Kolonie hinein, weil Schaben Kot und tote Artgenossen aufnehmen. So werden auch Tiere erfasst, die nie selbst an einen Köderpunkt gehen. In der Küche bleibt dabei keine behandelte Arbeitsfläche zurück.
03In Lebensmittelbetrieben zählt auch die Dokumentation
Für Lebensmittelbetriebe und Gastronomie ist Schädlingsprävention keine Kür. Die EU-Verordnung 852/2004 verlangt in Verbindung mit dem HACCP-Konzept, dass Vorbeugung und Maßnahmen dokumentiert werden. Prüffähig heißt dabei: ein Monitoringplan mit Lageplan der Fallen, datierte Befundberichte, die getroffenen Maßnahmen und deren Kontrolle. Das ist der Teil, den die Lebensmittelüberwachung sehen will, und er lässt sich nachträglich nicht herstellen.
Im privaten Mietverhältnis gilt das schlichtere Verfahren: Der Befall wird dem Vermieter oder der Hausverwaltung angezeigt, die Beauftragung der Fachfirma läuft über diese. Eine Meldepflicht gegenüber einer Hamburger Behörde besteht bei Schaben nicht. Eine Rechtsberatung leisten wir nicht, wir beschreiben die übliche Praxis.
04Im Mehrfamilienhaus wird hausweise behandelt
Ein Schabenbefall endet nicht an der Wohnungstür. Die Tiere wandern entlang von Leitungsschächten, Rohrdurchführungen und Versorgungsdurchbrüchen, deshalb schiebt eine rein wohnungsweise Behandlung den Befall nur weiter. Sinnvoll ist die Behandlung des gesamten Strangs samt angrenzender Einheiten, Keller und Müllraum, abgestimmt über die Hausverwaltung.
Den Erfolg macht das Monitoring messbar. Die Klebefallen bleiben nach der Behandlung liegen, datiert und an denselben Stellen, an den Wärmequellen und in den Ecken statt in der Raummitte. Aus dem Vergleich der Fangzahlen über die Wochen ergibt sich, ob der Befall zurückgeht oder ob nachgelegt werden muss. Erst wenn die Fallen über einen vollen Kontrollzyklus leer bleiben, ist die Bekämpfung abgeschlossen.
05Deutsche oder Orientalische Schabe: warum die Art zählt
In Hamburger Wohnungen und Küchen haben wir es fast immer mit einer von zwei Schabenarten zu tun. Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) ist 10 bis 15 Millimeter groß, gelbbraun, mit zwei dunklen Längsstreifen am Halsschild. Sie klettert gut und sitzt bevorzugt in warmen Bereichen: in Kühlschrankmotoren, Geschirrspülern, Kaffeemaschinen und Oberschränken. Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) wird deutlich größer, ist dunkelbraun bis schwarz und klettert schlecht. Sie hält sich bodennah in feuchten Kellern, Schächten und Abwasserbereichen auf.
Beide Arten sind nachtaktiv, und beide gelten als Gesundheitsschädlinge. Für die Bekämpfung macht der Unterschied viel aus: Bei der Deutschen Schabe setzen wir den Köder dort, wo es warm ist, oft auch in Geräten und oben in Schränken. Bei der Orientalischen Schabe liegt der Schwerpunkt am Boden, an Rohrdurchführungen und im Keller. Deshalb bestimmen wir die Art zuerst, meist schon über eine Klebefalle aus der ersten Nacht.