Rattenfalle richtig aufstellen: Erlaubte Fallen, Köder, Standort

Kurz beantwortet:Eine Rattenfalle gehört direkt auf den Laufweg der Ratten: an die Wand, hinter Kisten oder unter Regale, dort wo Kot und Laufspuren sind. Für Privatleute geeignet ist eine kräftige Schlagfalle in einer verschließbaren Köderbox, beködert mit Erdnussbutter oder Nougatcreme und einige Tage ungespannt angefüttert. Klebefallen sind tierschutzwidrig. Kontrollieren Sie jede Falle mindestens täglich.
Rattenfalle statt Gift: Was sich 2026 geändert hat
Bis vor Kurzem griffen viele Hausbesitzer bei Ratten zuerst zum Giftköder aus dem Baumarkt. Das ist vorbei. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat die Zulassung antikoagulanter Rattengifte für die Verwendung durch Privatleute nicht verlängert. Seit Juli 2026 sind diese Mittel nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde vorgesehen. Restbestände dürfen Privatleute nur noch bis einschließlich 22. Oktober 2026 auslegen, danach ist Schluss. Die Einzelheiten stehen in unserem Ratgeber zum Rattengift-Verbot 2026.
Für Sie als Privatperson bleibt damit vor allem die Rattenfalle. Das ist nicht nur ein Nachteil. Schon die bisherigen Anwendungsregeln für Rattengift verlangten, vorher nicht-chemische Methoden wie Fallen zu prüfen. Eine gut gestellte Falle wirkt sofort, sie hinterlässt keine vergifteten Kadaver, an denen sich Greifvögel, Eulen oder Füchse vergiften können, und Sie sehen am nächsten Morgen, ob sie funktioniert hat.
Eine Falle hat aber Grenzen. Sie fängt einzelne Tiere, keinen ganzen Bau. Für eine Ratte, die sich in Garage oder Keller verirrt hat, oder zur Kontrolle nach einer Bekämpfung ist sie ideal. Bei einem echten Befall mit Bau unter der Terrasse, Kot an mehreren Stellen und Löchern neben dem Fallrohr reicht sie selten aus. Dazu weiter unten mehr.
Welche Rattenfallen sind erlaubt und tierschutzgerecht?
Ratten sind Wirbeltiere, und für Wirbeltiere gilt das Tierschutzgesetz. Nach Paragraf 4 darf ein Wirbeltier im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfung nur getötet werden, wenn dabei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen, und nur von jemandem, der die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Daraus ergibt sich, welche Falle in Frage kommt.
Die Schlagfalle ist für Privatleute das Mittel der Wahl. Richtig dimensioniert und richtig ausgelöst, tötet sie die Ratte sofort. Achten Sie auf eine echte Rattenfalle, eine Mausefalle ist für Ratten zu schwach. Am besten sitzt die Schlagfalle in einer verschließbaren Köderbox. Die Lebendfalle ist erlaubt, löst das Problem aber selten. Die gefangene Ratte muss irgendwohin. Aussetzen verlagert den Befall nur zum Nachbarn oder in den nächsten Park, und töten dürfen Sie das Tier nur, wenn Sie wissen, wie es ohne vermeidbare Schmerzen geht. Lebendfallen müssen zudem sehr engmaschig kontrolliert werden, sonst verhungert und verdurstet das Tier.
Klebefallen sind für Ratten und Mäuse tabu. Das Umweltbundesamt hält sie aus Tierschutzgründen für höchst bedenklich und selbst bei täglicher oder noch häufigerer Kontrolle für keine Alternative. Die Tiere kleben fest und leiden lange. Das Amt für öffentliche Ordnung in Stuttgart etwa meldet solche Funde konsequent der Polizei, den Verantwortlichen drohen Bußgelder oder strafrechtliche Folgen. Kaufen Sie solche Fallen also gar nicht erst, auch wenn sie online noch angeboten werden.
Schlagfalle
- Tötet bei richtiger Größe sofort
- Für Privatleute die erste Wahl
- Am besten in verschließbarer Köderbox
- Mindestens täglich kontrollieren
Lebendfalle
- Erlaubt, aber unpraktisch
- Mehrmals täglich kontrollieren
- Aussetzen verlagert das Problem
- Töten nur mit Sachkenntnis
Klebefalle
- Tierschutzwidrig
- Lange Qualen für das Tier
- Behörden erstatten Anzeige
- Keinesfalls verwenden
Rattenfalle richtig aufstellen: Laufwege finden
Eine Falle mitten im Raum fängt nichts. Ratten laufen bevorzugt an Wänden entlang, hinter Gegenständen und unter Regalen, und sie benutzen immer wieder dieselben Wege. Stellen Sie die Falle deshalb genau auf diese Laufwege: direkt an die Wand, hinter Kisten, neben die Mülltonnen oder entlang der Kellerwand. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt beschreibt die Spuren, auf die Sie achten sollten: schwarzen, spitz zulaufenden Kot von etwa 12 bis 20 Millimetern Länge, platt getretene Wege im Gras, glatte Erde im Beet und klebrige, speckige Laufspuren auf glatten Flächen im Keller. Löcher von etwa 5 bis 10 Zentimetern Durchmesser, ungefähr so groß wie eine Getränkedose, deuten auf einen Bau hin.
Stellen Sie die Falle so, dass die Ratte beim Entlanglaufen an der Wand über den Auslöser muss. Bei einer offenen Schlagfalle heißt das: im rechten Winkel zur Wand, Auslöser zur Wand. Mehrere Fallen im Abstand von einigen Metern sind besser als eine einzige. Fassen Sie Fallen und Köder mit Handschuhen an, das schützt Sie und hinterlässt weniger Geruch.
Der wichtigste Trick ist Geduld. Ratten sind gegenüber neuen Gegenständen misstrauisch. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Rattenfallen zunächst einige Tage mit Köder, aber ungespannt aufzustellen. So gewöhnen sich alle Tiere einer Gruppe an die Falle und fressen ohne Scheu. Erst dann spannen Sie, und der Fangerfolg kommt deutlich schneller und sicherer.

Der beste Köder für die Rattenfalle
Ratten sind Allesfresser. Beim Köder kommt es eher auf Geruch und Haltbarkeit an als auf Raffinesse. Das Umweltbundesamt nennt Erdnussbutter, Nougatcreme, Käse oder Speckstückchen. In der Praxis bewähren sich streichfähige Köder, weil die Ratte daran lecken und ziehen muss und so den Auslöser sicher betätigt. Ein erbsengroßer Klecks reicht. Ein großes, loses Stück Speck nimmt sie dagegen gern einfach mit.
Wichtiger als der Köder ist die Konkurrenz. Solange Vogelfutter auf dem Boden liegt, der gelbe Sack offen an der Hauswand steht oder der Kompost Essensreste bekommt, ist Ihre Falle nur ein Angebot unter vielen. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt sieht in übertriebener Vogelfütterung nach eigener Erfahrung sogar die größte Gefahr für einen Rattenbefall. Räumen Sie also alle anderen Futterquellen weg, bevor Sie die Fallen spannen.
Sicherheit für Kinder und Haustiere, Kontrolle und Entsorgung
Eine Rattenschlagfalle hat Kraft. Sie kann Kinderfinger verletzen und Katzen, kleine Hunde, Igel oder Vögel treffen. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb, Fallen in Schutzstationen aufzustellen. Das sind verschließbare Boxen, deren Einschlupflöcher für Kinderhände, Katzen und Hunde zu klein sind. Draußen sollten Sie ausschließlich mit solchen Boxen arbeiten, im Haus überall dort, wo Kinder oder Haustiere hinkommen.
Kontrollieren Sie jede Falle mindestens einmal täglich, besser alle zwölf Stunden. Das gilt für Schlagfallen und erst recht für Lebendfallen. Eine Falle, die tagelang unbeobachtet im Schuppen steht, ist weder wirksam noch tierschutzgerecht.
Eine tote Ratte fassen Sie nie mit bloßen Händen an. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt zählt Ratten zu den Vorrats-, Material- und Gesundheitsschädlingen. Ziehen Sie Einmalhandschuhe an, stülpen Sie einen Beutel über das Tier, verschließen Sie ihn und entsorgen Sie ihn über den Hausmüll, wie es auch das Umweltbundesamt beschreibt. Danach reinigen Sie die Falle mit heißem Wasser und waschen sich gründlich die Hände.
Grenzen der Rattenfalle: Befall, Meldepflicht und Fachbetrieb
Eine weibliche Ratte bringt es nach Angaben des Hamburger Instituts für Hygiene und Umwelt samt Kindern und Kindeskindern auf rund 600 Nachkommen im Jahr. Finden Sie Kot an mehreren Stellen, frische Löcher im Garten oder Nagespuren im Keller, haben Sie es mit einer Gruppe zu tun, nicht mit einem Einzeltier. Dann fangen Fallen höchstens die Unvorsichtigen.
In Hamburg kommt die Rechtslage dazu. Hier gilt seit 1963 eine Verordnung über die Rattenbekämpfung. Ratten auf öffentlichem Grund müssen Sie dem Institut für Hygiene und Umwelt melden, telefonisch unter 040 428 45-7972. Auf privatem Grund muss der Eigentümer unverzüglich für die Bekämpfung sorgen, Mieter informieren Vermieter oder Hausverwaltung. Bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbeflächen ist ein geprüfter Schädlingsbekämpfer zwingend, wenn niemand im Haus die nötige Sachkunde hat. Für Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser empfiehlt die Behörde ihn dringend. Bei Fragen zum Privatgrund hilft das Fachamt Verbraucherschutz Ihres Bezirksamts, erreichbar über die Behördennummer 115. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber Ratten melden in Hamburg.
In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Eine Rattenbekämpfung kostet bei uns 330 € als Festpreis inklusive Mehrwertsteuer, mit bis zu fünf Köderstationen. Als Fachbetrieb dürfen wir nach einer Befallsermittlung weiterhin Köder einsetzen, die Privatleuten nicht mehr zur Verfügung stehen. Und wir suchen den Einstieg, damit nicht die nächste Ratte denselben Weg nimmt.
Vorbeugen: Damit keine Rattenfalle mehr nötig ist
Die beste Rattenfalle ist die, die Sie nie brauchen. Ratten kommen dorthin, wo sie Futter, Wasser und Unterschlupf finden. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt nennt die wichtigsten Punkte: Schäden an Regenfallrohren, Bodenabläufen und am Hausanschluss beheben, Kellerfenster und Kasematten mit engmaschigem Stahlgitter sichern, gelbe Säcke und Hausmüll rattensicher lagern und erst am Abfuhrtag an die Straße stellen.
Im Garten heißt das: Fallobst regelmäßig aufsammeln, auf den Kompost möglichst nur Grünabfälle, keine Futternäpfe draußen stehen lassen und Vögel nur maßvoll und nicht auf dem Boden füttern. Speisereste gehören nie in die Toilette. Dichte, bodendeckende Bepflanzung bietet Deckung und sollte vermieden werden. Wie Sie Ihr Grundstück insgesamt rattensicher machen, steht in unserem Ratgeber Ratten im Garten.
Und falls doch eine Ratte auftaucht: Treten Sie Rattenlöcher nicht zu und schütten Sie nichts hinein, bevor der Fachmann da war. Die Löcher zeigen uns, wo der Bau liegt und wie groß der Befall ist.
Rattenbekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Umweltbundesamt: Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten?
- Umweltbundesamt: Sind Klebefallen bei der Nagetierbekämpfung tierschutzgerecht?
- Umweltbundesamt: Rodentizide
- Tierschutzgesetz: § 4
- Hamburg, Institut für Hygiene und Umwelt: Rattenbekämpfung auf öffentlichem Grund
- Hamburg, Institut für Hygiene und Umwelt: Informationen zur Rattenbekämpfung (PDF)
- LAVES Niedersachsen: Infoblatt Rodentizide mit antikoagulanten Wirkstoffen auf dem Prüfstand
- Landeshauptstadt Stuttgart: Amt für öffentliche Ordnung warnt vor Klebefallen gegen Nagetiere
Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Rattenfalle richtig aufstellen: häufige Fragen
Wie stellt man eine Rattenfalle richtig auf?
Stellen Sie die Falle direkt auf den Laufweg der Ratten, also an Wände, hinter Gegenstände oder unter Regale, wo Sie Kot oder Laufspuren sehen. Beködern Sie sie mit Erdnussbutter oder Nougatcreme und lassen Sie sie einige Tage ungespannt stehen, damit die Tiere ihr Misstrauen verlieren. Danach spannen Sie die Falle und kontrollieren mindestens täglich.
Welcher Köder ist für eine Rattenfalle am besten?
Bewährt haben sich streichfähige, stark riechende Köder wie Erdnussbutter oder Nougatcreme, außerdem Käse oder kleine Speckstückchen. Ein erbsengroßer Klecks genügt, damit die Ratte am Auslöser arbeiten muss. Entscheidend ist, dass Sie gleichzeitig alle anderen Futterquellen entfernen, vor allem Vogelfutter, offene Müllsäcke und Essensreste auf dem Kompost.
Sind Klebefallen für Ratten erlaubt?
Klebefallen gegen Ratten und Mäuse gelten als tierschutzwidrig. Das Umweltbundesamt hält sie für höchst bedenklich und auch bei häufiger Kontrolle für keine Alternative, weil die Tiere festkleben und lange leiden. Behörden bringen solche Funde zur Anzeige, es drohen Bußgelder oder strafrechtliche Folgen nach dem Tierschutzgesetz. Nutzen Sie stattdessen eine Schlagfalle in einer Köderbox.
Was mache ich mit einer Ratte in der Lebendfalle?
Genau das ist der Haken der Lebendfalle. Aussetzen verlagert den Befall nur woandershin, und töten darf ein Wirbeltier laut Tierschutzgesetz nur, wer die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Kontrollieren Sie Lebendfallen deshalb sehr häufig und rufen Sie bei einem Fang einen Fachbetrieb. Für Privatleute ist eine Schlagfalle in der Köderbox meist die bessere Wahl.
Warum geht die Ratte nicht in die Falle?
Ratten sind vorsichtig gegenüber neuen Gegenständen. Stellen Sie die Falle deshalb einige Tage beködert, aber ungespannt auf. Häufige Fehler sind außerdem ein Standort mitten im Raum statt am Laufweg, zu viele andere Futterquellen und zu wenige Fallen. Fangen Sie trotz frischer Spuren nichts, sollte ein Fachmann den Befall ansehen.
Wie oft muss ich eine Rattenfalle kontrollieren?
Mindestens einmal täglich, besser alle zwölf Stunden, so empfiehlt es das Umweltbundesamt. Das gilt für Schlagfallen und erst recht für Lebendfallen, in denen ein Tier sonst verhungert oder verdurstet. Entfernen Sie gefangene Tiere mit Handschuhen und einem Beutel, entsorgen Sie sie über den Hausmüll und reinigen Sie die Falle mit heißem Wasser.
Muss ich Ratten in Hamburg melden?
Ratten auf öffentlichem Grund müssen Sie in Hamburg dem Institut für Hygiene und Umwelt melden, Telefon 040 428 45-7972. Auf privatem Grund ist der Eigentümer verpflichtet, unverzüglich für die Bekämpfung zu sorgen, Mieter informieren Vermieter oder Hausverwaltung. Bei Mehrfamilienhäusern muss ohne eigene Sachkunde ein geprüfter Schädlingsbekämpfer beauftragt werden.
Darf ich nach dem 22. Oktober 2026 noch Rattengift verwenden?
Als Privatperson nicht. Die Zulassung antikoagulanter Rattengifte für die Verwendung durch Privatleute wurde nicht verlängert, Restbestände dürfen nur bis einschließlich 22. Oktober 2026 ausgelegt werden. Danach bleiben Ihnen Fallen, Vorbeugung und der Fachbetrieb. Geschulte Schädlingsbekämpfer mit Sachkunde dürfen solche Mittel nach einer Befallsermittlung weiterhin einsetzen.