Kurz gesagt: In Lebensmittelbetrieben wird Schädlingsbekämpfung in Zonen geplant: gesicherte Köderstationen im Außenring, kontrollierte Gebäudehülle und wirkstofffreie Überwachung im Innenbereich. Vorratsschädlinge werden über Pheromonfallen erfasst. Umfang und Preis richten sich nach Objekt, die Erstbegehung ist kostenlos.
Zonierung: Außenring, Gebäudehülle, Innenbereich
Ein Lebensmittelbetrieb wird nicht flächendeckend behandelt, sondern in Zonen aufgeteilt. Der Außenring sichert das Gelände: verschlossene Köderstationen entlang von Zäunen, Toren, Rampen und Abfallplätzen fangen Nager ab, bevor sie das Gebäude erreichen.
Die Gebäudehülle ist die zweite Linie. Hier geht es um Tore, Türspalte, Lüftungsöffnungen, Kabel- und Rohrdurchführungen sowie Entwässerung. An dieser Linie stehen Kontrollstellen dort, wo ein Eintrag wahrscheinlich ist, und hier liegt zugleich der größte bauliche Hebel.
Im Innenbereich arbeiten wir wirkstofffrei. Schlagfallen und Klebeflächen in gekennzeichneten Boxen, Pheromonfallen für Vorratsschädlinge und Lichtfallen, wo Fluginsekten ein Thema sind. Damit kommt kein Rodentizid in die Nähe von Ware, und trotzdem bleibt jede Zone überwacht.
Vorratsschädlinge und Pheromon-Monitoring
Motten und Käfer sind in Produktion und Lager das teuerste Thema, weil sie mit der Ware kommen und in der Ware bleiben. Dörrobstmotte, Mehlmotte, Brotkäfer, Reismehlkäfer und Speckkäfer entwickeln sich in Rohstoffen, in Rückständen unter Silos und in Palettenzwischenräumen.
Pheromonfallen holen die Männchen gezielt an und zeigen einen Anstieg oft Wochen vor dem ersten sichtbaren Tier im Produkt. Wichtig ist die Auswertung über die Zeit: Nicht der einzelne Fang zählt, sondern die Kurve je Fallenstandort. So lässt sich eingrenzen, welche Charge oder welcher Bereich die Quelle ist.
Bei bestätigtem Befall folgt die gezielte Maßnahme, meist eine Kombination aus Räumung, Reinigung der Rückstandsstellen und Behandlung. Rein chemisch ohne Reinigung funktioniert es nicht, weil die Brutstellen bleiben.
Nager am Perimeter und Vogelabwehr an Rampen
Ratten und Mäuse kommen fast immer von außen. Deshalb liegt der Schwerpunkt auf dem Perimeter: gesicherte Stationen in festem Abstand, dokumentierte Standorte und ein Blick auf Bewuchs, Lagerflächen im Freien und offene Abfallbereiche. In Hamburg gilt zusätzlich die Meldepflicht bei Rattenbefall.
An Rampen, Vordächern und Verladezonen sind Tauben das häufigere Problem. Kot auf Verladeflächen ist ein Hygienerisiko und im Audit ein sicherer Fund. Netze, Spanndrähte und Abwehrsysteme sperren die Flächen dauerhaft aus, ohne den Tieren zu schaden, und die Flächen werden vor der Montage gereinigt und desinfiziert.
Rückverfolgbarkeit und Nachweise
Jede Maßnahme muss rückverfolgbar sein: welche Stelle, welches Datum, welcher Befund, welches Mittel, welche Menge, wer hat es ausgeführt. Die Monitoringstellen sind nummeriert und im Objektplan verzeichnet, sodass sich jeder Eintrag einem realen Punkt zuordnen lässt.
Dazu gehört die Wirkstoffliste mit allen eingesetzten Präparaten, den Zulassungen und den Sicherheitsdatenblättern, ergänzt um die Sachkundenachweise. Biozide dürfen nur mit entsprechender Sachkunde angewendet werden, und genau das prüft ein Auditor als Erstes.
Einmal jährlich folgt die Wirksamkeitsbewertung: Wie haben sich die Befunde entwickelt, wo lagen Schwerpunkte, welche baulichen und organisatorischen Punkte sind offen, und was ändert sich am Plan. Dieser Bericht fehlt in vielen Betrieben und wird regelmäßig nachgefordert.
Zusammenarbeit mit QM und Audit
Wir stimmen das Konzept mit Ihrem Qualitätsmanagement ab, damit Gefahrenanalyse, Korrekturmaßnahmen und Monitoring zusammenpassen und nicht drei getrennte Dokumente ergeben. Änderungen an Layout, Sortiment oder Anlieferung ziehen eine Anpassung des Objektplans nach sich.
Für IFS Food und BRCGS bereiten wir die Unterlagen so auf, dass sie ohne Erklärung lesbar sind. Auf Wunsch sind wir am Audittag erreichbar oder vor Ort, wenn Fragen zur Schädlingsprävention aufkommen.
Umfang und Preis richten sich nach Objekt: Fläche, Zonen, Zahl der Stellen und Intervall. Die Erstbegehung ist kostenlos, eine Erstinspektion mit Befundbericht kostet 80 Euro und wird bei Auftrag verrechnet.