01Wegameise oder Pharaoameise, das ist der Punkt
Zwei Arten bestimmen in Hamburg das Bild, und sie verlangen entgegengesetztes Vorgehen. Die Schwarze Wegameise nistet draußen, unter Platten, in Sandfugen oder an der Fundamentkante, und kommt nur zur Nahrungssuche ins Haus. Ihr Nest hat eine Königin und einen festen Ort, den man finden kann.
Die Pharaoameise ist deutlich kleiner, gelblich bis bräunlich durchscheinend, lebt ganzjährig im Gebäude und bildet Nester mit mehreren Königinnen, meist in Hohlräumen von Wänden, Leitungsschächten und Dämmung. Sie bleibt unabhängig von der Jahreszeit aktiv und breitet sich in Mehrfamilienhäusern über Etagen und Wohnungen aus. Wer sie für eine gewöhnliche Ameise hält und entsprechend behandelt, verliert Zeit und vergrößert den Befall.
02Warum Sprühen bei Pharaoameisen alles schlimmer macht
Pharaoameisen reagieren auf Sprühmittel und Kontaktgifte mit Knospung: Die Kolonie teilt sich, Teilvölker mit eigenen Königinnen wandern ab und gründen an anderen Stellen im Gebäude neue Nester. Aus einem Befall in einer Wohnung werden mehrere in mehreren Wohnungen. Für Hausmittel, die die Tiere lediglich vertreiben, gilt dasselbe.
Deshalb arbeiten wir mit Fraßködern. Der Köder wird von den Arbeiterinnen aufgenommen und im Bau an Larven und Königinnen weitergegeben, der Wirkstoff wirkt verzögert, damit die Verteilung vollständig abläuft. Solange beködert wird, darf an den betroffenen Stellen weder gesprüht noch gewischt werden, sonst bricht die Aufnahme ab. Bei Pharaoameisen im Mehrfamilienhaus muss zudem über die einzelne Wohnung hinaus behandelt werden.
03Die Ameisenstraße ist die Spur zum Nest
Die Straße quer durch die Küche ist nicht nur ein Ärgernis, sie ist die beste Information, die wir bekommen können. Sie zeigt in zwei Richtungen: an ihrem einen Ende die Nahrungsquelle, am anderen der Zugang und meist das Nest. Deshalb bitten wir darum, die Spur vor dem Termin nicht wegzuwischen und keine Sprays einzusetzen. Eine unterbrochene Spur baut sich neu auf, oft an anderer Stelle, und die Suche beginnt von vorn.
Wir verfolgen die Spur bis zum Eintrittspunkt: Fußleiste, Fensterrahmen, Leitungsdurchführung, Fuge im Estrich. Erst wenn feststeht, wo die Tiere hereinkommen und was sie holen, wird beködert.
04Im Garten nützlich, an Terrasse und Sockel ein Problem
Im Garten sind Ameisen nützlich. Sie lockern Boden, räumen tote Insekten weg und dienen Vögeln als Nahrung. Behandelt wird deshalb nicht der Garten, sondern die Stelle, an der sie Schaden anrichten: unter Terrassenplatten, wo sie den Sand austragen und die Platten absacken lassen, und an der Sockel- oder Fundamentkante, wo sie den Weg ins Haus finden.
Häufig steckt ein Blattlausbefall dahinter. Ameisen halten Blattläuse an Sträuchern und Bäumen wie Vieh und ernten deren Honigtau. Solange die Blattläuse bleiben, bleibt die Straße, und die Pflanze gehört damit zur Betrachtung. Den Festpreis nennen wir am Telefon, er richtet sich nach Art, Fläche und Zugänglichkeit und schließt die Anfahrt ein.
05Nahrungsquellen und Eintrittsstellen: was Sie selbst tun können
Ameisen kommen ins Haus, weil sie dort Nahrung finden. Kundschafterinnen suchen die Umgebung ab, und sobald eine Quelle entdeckt ist, legen sie eine Duftspur, der die anderen folgen. Zuckerreste, offener Honig, Tierfutter und Krümel unter der Küchenzeile reichen dafür. Wer diese Nahrungsquellen konsequent wegräumt, Vorräte dicht verschließt und das Futter der Haustiere nicht offen stehen lässt, nimmt der Straße den Grund.
Der zweite Hebel sind die Eintrittsstellen. Häufig laufen Ameisen durch Fugen an Terrassentüren, Lücken an Fensterbänken oder Rohrdurchführungen im Sockelbereich herein, während das Ameisennest draußen unter Pflaster oder Terrasse liegt. Solche Stellen lassen sich mit Silikon oder Mörtel schließen. Was das nicht leistet, ist die Bekämpfung des Nests selbst: Dafür nutzen wir Köder, die von den Arbeiterinnen ins Nest getragen werden und so auch die Königin erreichen. Bei der Pharaoameise, die dauerhaft in warmen Gebäuden lebt, gehört die Bekämpfung immer in Fachhände.