01Reviertreue erklärt, warum Marder wiederkommen
Der Steinmarder ist Einzelgänger und ausgesprochen reviertreu. Ein Dachboden, der einmal als Schlafplatz angenommen wurde, ist im Duftbild des Tieres markiert und bleibt es auch dann, wenn gerade nichts zu hören ist. Genau deshalb greifen Maßnahmen, die nur auf den Moment zielen, regelmäßig zu kurz: Das Tier weicht kurz aus und kehrt über denselben Weg zurück, sobald die Störung nachlässt.
Dazu kommt die Jahreszeit. In den Sommermonaten sind Marder besonders aktiv und entsprechend lautstark, in dieser Phase fallen die nächtlichen Geräusche zuerst auf. Für die Planung heißt das: Nicht das einzelne Tier ist das Problem, sondern der Zugang, den es kennt.
02Was im Dach tatsächlich kaputtgeht
Der wirtschaftliche Schaden entsteht selten durch das Tier selbst, sondern durch das, was es im Dachraum hinterlässt. Dämmmaterial wird zerrissen, zu Nestmulden zusammengeschoben und verliert damit seine Wirkung. Kot und Urin durchfeuchten Dämmung und Dampfsperre, und was im Winter nur unangenehm riecht, wird im Sommer bei Wärme zu einer Geruchsbelastung, die bis in die Wohnräume zieht.
Kabel und Leitungen im Dachraum werden angenagt. Beutereste im Nest ziehen zusätzlich Fliegen und Speckkäfer an, sodass aus einem Marderproblem ein zweiter Befall entsteht. Zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme gehört deshalb immer der Blick auf die Dämmung und nicht nur auf das Loch in der Traufe.
03Was das Jagdrecht Privatpersonen verbietet
Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Für Hausbesitzer und Mieter bedeutet das eine klare Grenze: Fangen und Töten sind Privatpersonen nicht erlaubt, auch nicht mit einer im Handel erhältlichen Lebendfalle und auch nicht bei erheblichem Schaden. Zulässig sind zwei Wege, die Vergrämung und der dauerhafte Verschluss der Zugänge. Beides kommt ohne Tötung aus, und beides ist der Rahmen, in dem wir arbeiten.
Rechtsberatung leisten wir nicht, wir beschreiben die übliche Praxis und richten unser Vorgehen daran aus. Wer im Mehrfamilienhaus wohnt, meldet den Verdacht dem Eigentümer oder der Hausverwaltung, weil Maßnahmen am Dach das gesamte Gebäude betreffen.
04Woran sich zeigt, dass das Dach wirklich dicht ist
Die eigentliche Leistung ist die Abdichtung, nicht die Vertreibung. Dabei werden nicht nur die genutzten Einstiege geschlossen, sondern auch die Kletterwege dorthin entwertet: Fallrohre, Fassadenvorsprünge, angrenzende Bäume und Garagendächer gehören zur Betrachtung, weil ein Marder das Dach über den bequemsten Weg erreicht. Verschlossen wird mit Material, das dem Gebiss standhält, nicht mit Bauschaum.
Danach folgt die Kontrolle in den Nächten nach dem Verschluss. Neue Geräusche, frische Kratzspuren am Blech oder Kot an anderer Stelle zeigen, dass ein Zugang übersehen wurde, und werden nachgearbeitet. Die Marderabwehr beginnt bei 360 €, den Festpreis für Ihr Objekt nennen wir vorab am Telefon.
05Steinmarder im Dach, Marder im Motorraum
Der Marder im Hamburger Dach ist fast immer ein Steinmarder, auch Hausmarder genannt. Der Baummarder lebt im Wald und meidet Gebäude weitgehend. Steinmarder nutzen Dachböden als Tagesversteck und im Frühjahr als Kinderstube. Solange Jungtiere im Dach sind, verschließen wir keine Einstiege, denn ein Tier, das von seinem Nachwuchs getrennt wird, richtet beim Versuch, zurückzukommen, erst recht Schaden an. Wir planen die Marderabwehr deshalb so, dass Vergrämung und Verschluss nach der Aufzucht erfolgen.
Marder im Motorraum sind ein verwandtes, aber eigenes Thema. Die Tiere reagieren auf Duftmarken fremder Marder, und ein Auto, das nachts in zwei Revieren steht, wird dadurch besonders oft angegriffen. Gegen Schäden am Fahrzeug helfen Elektro-Marderschutz, Hochspannungskontakte oder Abdeckungen aus der Werkstatt. Ultraschallgeräte wirken oft nur eingeschränkt, weil sich Marder an den Ton gewöhnen. Wir kümmern uns um das Gebäude: Einstiege finden, Dach verschließen, Dämmung und Duftmarken beseitigen.