Mäusegift verboten: Was Privatleute im Herbst 2026 noch dürfen

Kurz beantwortet:Mäusegift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen darf seit dem 26. April 2026 nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden. Restbestände dürfen Sie nur noch bis zum 22. Oktober 2026 nach Gebrauchsanweisung verwenden, danach gehören sie in die Schadstoffsammlung. Erlaubt bleiben Schlagfallen, Lebendfallen und das Abdichten der Einstiege. Giftköder setzen künftig nur geschulte, sachkundige Schädlingsbekämpfer ein.
Mäusegift verboten: Was sich 2026 geändert hat
Im Herbst kommen die Mäuse ins Haus, und viele greifen dann aus Gewohnheit zum Köder aus dem Baumarkt. In diesem Jahr stehen sie vor einem leeren Regal. Seit dem 26. April 2026 darf der Handel Ratten- und Mäusegift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen nicht mehr an Privatpersonen abgeben, auch nicht über den Onlineshop. Bis zum 25. April 2026 lief noch der Abverkauf.
Grundlage ist die EU-Biozidverordnung. Zulassungen für Rodentizide gelten höchstens fünf Jahre und müssen dann verlängert werden. Bei der aktuellen Verlängerung hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Zulassung für die breite Öffentlichkeit nicht mehr erteilt. Zuletzt betraf das vor allem Köder mit dem Wirkstoff Coumatetralyl, die unter verschiedenen Handelsnamen verkauft wurden. Seit dem 1. Juli 2026 gelten die neuen Zulassungen: Blutgerinnungshemmende Rodentizide sind nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde vorgesehen.
Wichtig für alle, die nach Mäusegift suchen: Die Regeln knüpfen am Wirkstoff an, nicht am Tier. Ob auf der Packung eine Maus oder eine Ratte abgebildet ist, spielt keine Rolle. Schon seit Januar 2025 durften Rodentizide außerdem nicht mehr in Selbstbedienung verkauft werden, sondern nur nach einem Beratungsgespräch durch geschultes Personal.
Auch für uns Fachbetriebe hat sich etwas geändert. Das vorsorgliche Auslegen von Giftködern ohne festgestellten Befall, die sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung, ist nicht mehr Teil der Zulassung. Vor jedem Einsatz steht eine Befallsermittlung, und während der Bekämpfung werden die Köderstellen mindestens wöchentlich kontrolliert.
Mäusegift kaufen: Welches ist noch erlaubt?
Die kurze Antwort für Privatleute: Mäusegift mit Blutgerinnungshemmern gibt es nicht mehr zu kaufen. Dazu gehören die Wirkstoffe der ersten Generation wie Warfarin, Chlorophacinon und Coumatetralyl und die stärkeren Wirkstoffe der zweiten Generation wie Bromadiolon, Difenacoum und Brodifacoum. Die zweite Generation war für Laien schon vorher tabu, seit 2026 gilt das für alle diese Wirkstoffe.
Anders liegt der Fall bei Ködern mit Alphachloralose. Der Wirkstoff hemmt nicht die Blutgerinnung, sondern senkt die Körpertemperatur der Maus, bis sie an Unterkühlung stirbt. Solche Köder waren bisher auch für Verbraucher zugelassen, mit engen Auflagen: nur gegen die Hausmaus, nur in Gebäuden, nur in geschlossenen Köderboxen, Haustiere und besonders Katzen fernhalten.
Ob Sie solche Köder im Herbst 2026 noch im Regal finden, ist eine andere Frage. Die EU-Genehmigung des Wirkstoffs wird seit Jahren neu bewertet und wurde im März 2026 erneut verlängert. Gleichzeitig verschwinden Produkte vom Markt. Ein bekannter Hersteller von Gartenmitteln produziert seine Alphachloralose-Mäuseköder laut Fachhandel wegen gesetzlicher Beschränkungen nicht mehr. Finden Sie eine Packung, prüfen Sie die Zulassungsnummer auf dem Etikett und halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung.
Zwei Dinge sollten Sie noch wissen. Köder mit Cholecalciferol, also Vitamin D3, sind laut dem niedersächsischen Landesamt LAVES für berufsmäßige Verwender mit Sachkunde vorgesehen, nicht für Privatleute. Und die Wühlmausköder mit Zinkphosphid aus dem Gartenregal sind Pflanzenschutzmittel für die Gänge von Wühlmäusen im Garten. Für die Hausmaus in der Küche sind sie nicht gedacht.
Giftköder mit Blutgerinnungshemmer
- Wirkstoffe wie Bromadiolon, Difenacoum, Brodifacoum
- Seit 26. April 2026 nicht mehr für Privatleute
- Wirkt nach 3–7 Tagen, Maus stirbt im Versteck
- Gefahr für Greifvögel, Füchse und Katzen
Köder mit Alphachloralose
- Kein Blutgerinnungshemmer, tötet durch Unterkühlung
- Nur gegen Hausmäuse, nur in Gebäuden und Köderboxen
- Kein Gegenmittel, gefährlich für Katzen
- Wirkstoff in EU-Neubewertung, Angebot schrumpft
Schlagfalle
- Frei verkäuflich, ohne Gift
- Tötet sofort, Erfolg ist sichtbar
- Mindestens täglich kontrollieren
- Nur im Haus aufstellen, nicht im Freien
Altes Mäusegift: Die Aufbrauchfrist endet am 22. Oktober 2026
Wer noch eine angebrochene Packung im Keller hat, darf sie innerhalb der Aufbrauchfrist von 180 Tagen nach dem Ende des Abverkaufs verwenden. Diese Frist endet am 22. Oktober 2026. Bis dahin gilt: nur so, wie es die Gebrauchsanweisung vorschreibt, nur in Köderboxen und nur bei einem tatsächlichen Befall.
Ab dem 23. Oktober dürfen Privatleute blutgerinnungshemmende Köder nicht mehr auslegen, auch nicht aus rechtmäßig gekauften Beständen. Die Reste gehören dann in die Schadstoffsammlung, in Hamburg also zur Schadstoffannahme der Stadtreinigung. Geben Sie die Köder möglichst in der Originalverpackung ab, damit der Wirkstoff erkennbar ist. Hausmüll, Kompost und Toilette sind tabu.
Verschenken oder über Kleinanzeigen weitergeben dürfen Sie die Reste ebenfalls nicht, denn die Abgabe an Privatpersonen ist verboten. Vorsicht auch bei Ködern aus dem Ausland oder bei Profiprodukten, die im Netz auftauchen. Wer als Privatperson ohne Sachkunde solche Mittel einsetzt, verstößt gegen das Biozidrecht und riskiert ein Bußgeld.

Wie gefährlich ist Mäusegift für Haustiere, Kinder und Greifvögel?
Blutgerinnungshemmer wirken verzögert. Die Maus frisst, und erst drei bis sieben Tage später verblutet sie innerlich. Das ist gewollt, damit die Tiere den Köder nicht mit der Wirkung in Verbindung bringen. Die Kehrseite: Die Maus stirbt nicht an der Köderbox, sondern im Versteck, in der Zwischendecke, hinter der Einbauküche oder in der Dämmung. Was folgt, ist ein Verwesungsgeruch, der wochenlang bleiben kann.
Noch schwerer wiegt die Sekundärvergiftung. Eine geschwächte, vergiftete Maus ist leichte Beute. Fressen Mäusebussard, Eule, Fuchs, Wiesel oder die Hauskatze sie, nehmen sie das Gift mit auf. Die Wirkstoffe der zweiten Generation sind laut Umweltbundesamt schwer abbaubar, reichern sich im Körper an und sind giftig. Nachgewiesen wurden sie unter anderem in Igeln, Singvögeln, Eulen, Greifvögeln und sogar in Fischottern.
Alphachloralose ist für Haustiere nicht harmloser. Tierärzte berichten von Katzen, die nach dem Fressen vergifteter Mäuse krampfen, auskühlen und ins Koma fallen. Die Wirkung setzt nach etwa 30 Minuten bis vier Stunden ein, ein Gegenmittel gibt es nicht. Wenn Ihre Katze nach einem Mäusefang zittert, sich kalt anfühlt oder heftig auf Geräusche und Berührung reagiert, fahren Sie sofort zum Tierarzt.
Für Kinder gilt: Köder gehören ausschließlich in verschlossene Köderboxen, die sich nicht ohne Werkzeug öffnen lassen, und an Stellen, die Kinder nicht erreichen. Besteht der Verdacht, dass ein Kind etwas davon in den Mund genommen hat, rufen Sie sofort den Giftnotruf an und halten Sie die Packung bereit.
Mäuse ohne Gift bekämpfen: Fallen und Abdichten
Für einzelne Mäuse im Haus empfiehlt das Umweltbundesamt ausdrücklich Schlagfallen statt Gift. Stellen Sie sie auf die Laufwege, also an Wände, unter Möbel und Regale. Als Köder reichen Erdnussbutter, Nougatcreme, ein Stück Käse oder Speck. Setzen Sie mehrere Fallen dort, wo Sie frischen Kot finden, nicht nur eine.
Schlagfallen müssen mindestens täglich kontrolliert werden, besser alle zwölf Stunden. Im Freien haben sie nichts zu suchen, weil dort Vögel, Igel oder Katzen hineingeraten können. Lebendfallen sind möglich, verlangen aber mehrmals täglich einen Blick, sonst verendet das Tier in der Falle. Klebefallen lehnt das Umweltbundesamt aus Tierschutzgründen ab, und das sehen wir genauso.
Das Wichtigste bleibt das Abdichten. Hausmäuse zwängen sich durch erstaunlich kleine Spalten. Prüfen Sie Rohrdurchführungen, Kellerfenster, Lüftungsgitter, Türschwellen, Garagentore und Risse im Sockel. Stahlwolle mit Mörtel oder ein Lochblech hält, Bauschaum allein nicht. Wie Sie Einstiege systematisch finden, beschreiben wir im Ratgeber zu Mäusen im Herbst. Welche Hausmittel taugen und welche nicht, steht im Beitrag zum Thema Mäuse vertreiben.
Zum Abdichten gehört das Aushungern. Lagern Sie Vorräte in Glas, Metall oder festem Kunststoff, lassen Sie Tierfutter nicht über Nacht stehen und füttern Sie Vögel auf Balkon und Terrasse sparsam. Solange eine Maus anderswo satt wird, nimmt sie weder Falle noch Köder gern an.
Mäuse in Hamburg: Keine Meldepflicht, aber nicht abwarten
In Hamburg schreibt die Verordnung über Rattenbekämpfung vor, dass das Auftreten von Ratten unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen ist. Für Mäuse enthält die Verordnung keine solche Pflicht. Wer Mäuse im Haus hat, muss also nichts melden. Als Mieter informieren Sie trotzdem Ihren Vermieter, denn der Einstieg liegt fast immer am Gebäude.
Unterscheiden Sie aber genau. Mäusekot ist etwa so groß wie ein Reiskorn, Rattenkot deutlich größer und dicker. Im Zweifel fotografieren Sie den Kot neben einer Münze. Sind es Ratten, gilt die Meldepflicht, was dann zu tun ist, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Ratten melden in Hamburg.
Rufen Sie einen Fachbetrieb, wenn Sie nach zwei Wochen mit Fallen weiter frischen Kot finden, wenn Mäuse in mehreren Räumen oder Etagen unterwegs sind, wenn Kabel angenagt sind oder wenn es um eine Gastronomieküche oder ein Mehrfamilienhaus geht. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Wir suchen zuerst Laufwege und Einstiege, setzen dann gesicherte Köderboxen oder Fallen und kontrollieren, bis keine Aktivität mehr da ist. Die Mäusebekämpfung kostet bei uns 330 € zum Festpreis inklusive Mehrwertsteuer, mit bis zu 10 Köderboxen. Möchten Sie erst wissen, was los ist, kommen wir zur Erstinspektion für 80 €, die bei einem Auftrag verrechnet wird.
Vorbeugen: So bleibt das Haus im Winter mausfrei
Der beste Zeitpunkt zum Abdichten ist jetzt, bevor die Nächte richtig kalt werden. Gehen Sie einmal mit der Taschenlampe ums Haus und durch den Keller und schließen Sie, was Sie finden. Achten Sie auch auf Kellerabgänge, Kabelschächte und den Spalt unter der Haustür.
Räumen Sie Holzstapel, Laub und Gerümpel von der Hauswand weg, denn dort finden Mäuse Deckung direkt vor dem Einstieg. Stellen Sie Mülltonnen mit geschlossenem Deckel ab, und geben Sie keine gekochten Essensreste auf den Kompost.
Kontrollieren Sie im Herbst alle paar Tage die typischen Stellen: hinter dem Herd, unter der Spüle, in der Vorratskammer und in der Garage. Wer frischen Kot früh entdeckt, kommt oft mit zwei, drei Fallen aus. Wer erst im Januar hinschaut, hat meist schon Nachwuchs im Haus.
Mäusebekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- LAVES Niedersachsen: Infoblatt Rodentizide: Antikoagulanzien ab 30.06.2026
- t-online: Rattengift: Frist läuft im Oktober ab
- Verband Deutscher Garten-Center: Rodentizide: Gesetz zur Abgabe
- IHK: Neue ChemBiozidDV: Neue Abgabebeschränkungen für Biozide im Handel
- Umweltbundesamt: Rodentizide
- Umweltbundesamt: Was ist eine „befallsunabhängige Dauerbeköderung“ und warum wird sie in Deutschland nicht
- Umweltbundesamt: Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten?
- Umweltbundesamt: Sind Klebefallen bei der Nagetierbekämpfung tierschutzgerecht?
Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Mäusegift verboten: häufige Fragen
Ist Mäusegift jetzt verboten?
Für Privatleute ja, soweit es um Köder mit Blutgerinnungshemmern geht. Seit dem 26. April 2026 darf der Handel sie nicht mehr an Privatpersonen abgeben. Sachkundige Schädlingsbekämpfer dürfen zugelassene Mittel weiter einsetzen, aber nur nach einer Befallsermittlung.
Welches Mäusegift ist noch erlaubt?
Für Privatleute kommen allenfalls Köder mit Alphachloralose in Frage, und auch die nur in Gebäuden und in geschlossenen Köderboxen. Der Wirkstoff wird in der EU neu bewertet, und das Angebot im Handel ist klein geworden. Prüfen Sie im Zweifel die Zulassungsnummer auf der Packung.
Bis wann darf ich altes Mäusegift noch benutzen?
Restbestände mit Blutgerinnungshemmern dürfen Sie bis einschließlich 22. Oktober 2026 nach Gebrauchsanweisung verwenden. Danach bringen Sie die Reste in der Originalverpackung zur Schadstoffsammlung.
Gibt es im Baumarkt noch Mäuseköder?
Blutgerinnungshemmende Mäuseköder nicht mehr. Im Regal finden Sie vor allem Schlagfallen, Lebendfallen und leere Köderboxen. Wühlmausköder mit Zinkphosphid sind für Wühlmausgänge im Garten gedacht, nicht für Hausmäuse.
Ist Mäusegift für Katzen gefährlich?
Ja, vor allem über vergiftete Mäuse, die die Katze fängt und frisst. Alphachloralose kann bei Katzen innerhalb weniger Stunden zu Krämpfen, Unterkühlung und Koma führen, ein Gegenmittel gibt es nicht. Bei Verdacht sofort zum Tierarzt.
Darf ich Mäusegift im Internet oder im Ausland kaufen?
Händler dürfen die betroffenen Mittel auch online nicht an Privatpersonen abgeben. Profiprodukte sind nur für sachkundige Verwender zugelassen. Wer sie privat einsetzt, verstößt gegen das Biozidrecht und riskiert ein Bußgeld.
Muss ich Mäuse in Hamburg melden?
Nein. Die Hamburger Verordnung über Rattenbekämpfung verpflichtet nur bei Ratten zur Anzeige. Mieter sollten den Vermieter trotzdem informieren.
Was kostet ein Kammerjäger gegen Mäuse in Hamburg?
Bei uns kostet die Mäusebekämpfung 330 € zum Festpreis inklusive Mehrwertsteuer, mit bis zu 10 Köderboxen. Eine Erstinspektion kostet 80 € und wird bei Auftrag verrechnet.