01Nicht der Falter frisst, sondern die Larve
Der Falter, den Sie abends an der Decke sehen, richtet keinen Schaden an. Er nimmt keine Nahrung mehr auf und dient allein der Vermehrung. Gefressen wird ausschließlich von den Larven, und zwar je nach Art an völlig unterschiedlichem Material.
Die Kleidermottenlarve verwertet Keratin aus Wolle, Kaschmir, Filz und Pelz, die Lebensmittelmottenlarve lebt in Mehl, Müsli, Nüssen, Trockenobst und Tierfutter. Das sind zwei getrennte Probleme mit zwei getrennten Verfahren, auch wenn beide Falter auf den ersten Blick ähnlich aussehen. In beheizten Wohnungen laufen mehrere Generationen im Jahr durch, weshalb ein Befall ohne Behandlung nicht von selbst ausläuft, sondern über den Winter weiterläuft.
02Pheromonfallen messen, sie bekämpfen nicht
Eine Pheromonfalle lockt ausschließlich männliche Falter an, und sie tut das mit dem Sexuallockstoff des Weibchens. Was in der Falle klebt, sagt Ihnen etwas über Anwesenheit, Stärke und Ort des Befalls, und nach der Behandlung darüber, ob noch etwas nachkommt.
An die Weibchen, an die Eier und vor allem an die fressenden Larven kommt eine Falle nicht heran. Wer nur Fallen aufhängt, dokumentiert den Befall sauber beim Weiterlaufen. Wir setzen Fallen deshalb bewusst als Monitoring ein, vor der Behandlung zur Eingrenzung und danach zur Kontrolle, und nicht als Bekämpfungsmittel. Ein über mehrere Wochen leer bleibender Fallenboden ist umgekehrt der beste Hinweis darauf, dass die Behandlung gegriffen hat.
03Schlupfwespen wirken nur gegen Lebensmittelmotten
Bei Lebensmittelmotten ist ein biologisches Verfahren möglich. Schlupfwespen sind winzige Nützlinge, die ihre eigenen Eier in die Motteneier ablegen und die Entwicklung dort beenden. Sie werden in mehreren Lieferungen ausgebracht, weil immer nur die gerade vorhandenen Eier erfasst werden und der Befall gestaffelt nachkommt.
Nach dem letzten Ei verschwinden die Tiere von selbst, sie sind für Menschen ohne Bedeutung und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Das Verfahren arbeitet geräuschlos und ohne Wirkstoff, es braucht aber Geduld und ersetzt nicht das Aussortieren der befallenen Vorräte. Gegen Kleidermotten im Schrank ist es kein Ersatz für eine Behandlung.
04Warum der Schrank vor der Vernebelung leer sein muss
Larven sitzen nicht auf dem Pullover, sondern in Ritzen, Fugen, Bohrlöchern der Schrankrückwand und unter Fußleisten, weil sie sich dorthin zum Verpuppen zurückziehen. Eine Vernebelung bringt den Wirkstoff als feinen Nebel genau in diese Hohlräume, sie kostet bei uns 430 € für bis zu 100 m².
Damit der Nebel dort ankommt, räumen Sie Schränke und Vorratsregale vorher leer und wischen sie aus, Fugen und Bohrlöcher eingeschlossen. Textilien gehören in dieser Zeit in die Wäsche oder für einige Tage in die Gefriertruhe. Während der Anwendung und der anschließenden Lüftungszeit darf sich niemand in den Räumen aufhalten, Haustiere eingeschlossen.
05Kleidermotte oder Lebensmittelmotte: die Arten im Überblick
Hinter dem Wort Motten stecken zwei ganz verschiedene Probleme. Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist ein kleiner, strohgelber Falter, der das Licht meidet. Ihre Larven fressen Keratin, also Wolle, Seide, Pelz und Federn, und hinterlassen Löcher und feine Gespinströhren in Kleidung und Teppichen. Lebensmittelmotten wie die Dörrobstmotte oder die Mehlmotte legen ihre Eier dagegen in Vorräte. Ihre Larven spinnen Gespinste in Müsli, Mehl, Nüssen und Trockenobst.
Bei beiden Arten richtet nicht der Falter, sondern die Larve den Schaden an, und eine Bekämpfung muss alle Entwicklungsstadien erfassen: Ei, Larve, Puppe und Falter. Lavendel und Zedernholz können Falter allenfalls vertreiben, Larven in einem befallenen Pullover töten sie nicht. Wirksam sind Waschen bei 60 Grad, mehrere Tage Einfrieren kleinerer Textilien und bei stärkerem Befall eine professionelle Behandlung. Befallene Lebensmittel gehören in den Müll, danach werden Schränke und Ritzen gründlich gereinigt.