Ratten im Haus: Wie sie reinkommen, Anzeichen und was jetzt zu tun ist

Ratten im Haus: Wie sie reinkommen, Anzeichen und was jetzt zu tun ist

Kurz beantwortet:Ratten kommen meist über defekte Abwasserleitungen, Kellerfenster, Rohrdurchführungen und Spalten ab etwa 2 Zentimetern ins Haus, seltener durch die Toilette. Anzeichen für Ratten im Haus sind schwarzer Kot von 12 bis 20 Millimetern, Nagespuren, speckige Laufspuren und nächtliches Nagen. Entfernen Sie Futterquellen und lassen Sie den Befall bekämpfen. In Hamburg ist der Eigentümer dazu verpflichtet.

Wie kommen Ratten ins Haus? Kanal, Keller, Rohre

Im Haus ist fast immer die Wanderratte unterwegs. Sie ist mit Kopf und Rumpf 19 bis 30 Zentimeter lang, graubraun, mit stumpfer Schnauze, und lebt in der Stadt bevorzugt in der Kanalisation, in Kellern, Parks und an Müllplätzen. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Wanderratten häufig zwischen Kanal und oberirdischen Bereichen hin und her wechseln, also auch in Gebäude. Wie sie sich von der Hausratte unterscheidet, steht in unserem Ratgeber „Wanderratte oder Hausratte“.

Der Weg ins Haus führt meist über drei Stellen. Erstens über defekte Kanalanschlüsse, Bodenabläufe und Regenfallrohre. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt weist darauf hin, dass Rattenlöcher neben Fallrohren oder Sieldeckeln auf einen Schaden in der Hauskanalisation hindeuten können. Zweitens über Kellerfenster und Lichtschächte, die offen stehen oder kein Gitter haben. Drittens über Spalten und Löcher. Wanderratten kommen laut Umweltbundesamt durch Öffnungen mit nur 2 Zentimetern Durchmesser.

Ratten sind gute Kletterer und können schwimmen. In Altbauten gelangen sie vom Keller aus auch in Wohnungen, durch Installationsschächte, an Rohren entlang und durch Lücken in Decken. Ratten im Keller sind deshalb nie nur ein Kellerproblem.

Ratte in der Toilette: was Sie jetzt tun

Es ist selten, aber es kommt vor: Eine Ratte sitzt in der Toilettenschüssel. Sie ist durch die Abwasserleitung gekommen. Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie nicht, sie zu greifen oder zu erschlagen. Wanderratten sind Fluchttiere, in die Enge getrieben können sie laut Umweltbundesamt aber beißen und bis zu anderthalb Meter hoch springen.

So gehen Sie vor: Klappen Sie den Deckel zu und legen Sie etwas Schweres darauf, etwa einen vollen Wassereimer. Schließen Sie die Badezimmertür. Oft zieht sich die Ratte von selbst in die Leitung zurück. Gießen Sie keine Chemikalien hinterher, das schadet den Rohren mehr als der Ratte. Rufen Sie danach den Vermieter oder die Hausverwaltung an und lassen Sie die Leitungen prüfen.

Denn eine Ratte in der Toilette zeigt, dass im Kanal oder im Hausanschluss Ratten unterwegs sind und der Weg nach oben offen ist. Das Umweltbundesamt nennt Rückstauklappen als Schutz gegen Ratten aus der Abwasserleitung, im Fachhandel gibt es außerdem Rattensperren für Leitungen. Welche Lösung bei Ihnen erlaubt und sinnvoll ist, klärt ein Installateur.

Kanal und Toilette: Defekte Hausanschlüsse und Bodenabläufe

Kanal und Toilette

  • Defekte Hausanschlüsse und Bodenabläufe
  • Ratten schwimmen und klettern in Rohren
  • Schutz durch Rückstausicherung
  • Keine Speisereste ins WC
Kellerfenster und Lichtschacht: Offene oder kaputte Kellerfenster

Kellerfenster und Lichtschacht

  • Offene oder kaputte Kellerfenster
  • Kasematten und Lichtschächte ohne Gitter
  • Schutz durch engmaschiges Stahlgitter
  • Häufigster Weg in den Keller
Rohr- und Kabeldurchführungen: Spalten ab etwa 2 cm reichen

Rohr- und Kabeldurchführungen

  • Spalten ab etwa 2 cm reichen
  • Lücken an Fallrohren und Hauswand
  • Türspalten und Garagentore
  • Schutz durch Mörtel, Blech, Bürstenleisten

Ratten im Haus erkennen: Kot, Spuren, Geräusche

Rattenkot ist das sicherste Zeichen. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt beschreibt ihn als 12 bis 20 Millimeter lang, 3 bis 7 Millimeter dick, schwarz und an den Enden spitz zulaufend. Am ehesten finden Sie ihn in Keller, Garage oder Gartenschuppen. Mäusekot ist deutlich kleiner, nur wenige Millimeter. Mehr Bilder und Vergleiche zeigt unser Ratgeber „Rattenkot erkennen“.

Ratten nutzen immer wieder dieselben Laufwege entlang von Wänden. Auf glatten Flächen im Keller entsteht dort mit der Zeit eine klebrige, speckige Spur. Draußen verraten sich Ratten durch Löcher im Boden. Sie haben laut Institut für Hygiene und Umwelt etwa 5 bis 10 Zentimeter Durchmesser, ungefähr wie eine Getränkedose, und liegen gern neben Fallrohren, unter Terrassen, Gartenschuppen, Brennholzstapeln und am Kompost. Dazu kommen Nagespuren an Holz, Kunststoff, Verpackungen und Kabeln. Das Umweltbundesamt nennt angenagte Elektrokabel und Kurzschlüsse als typische Schäden in Kellern von Wohnhäusern.

Und die Geräusche: Ratten sind meist im Dunkeln aktiv. Nachts hören Sie Nagen, Kratzen und Scharren, deutlich lauter als bei Mäusen, oft in der Kellerdecke, hinter Verkleidungen oder in Hohlräumen am Fußboden. Wer unsicher ist, ob Maus, Ratte oder Marder, findet die Unterschiede in unserem Ratgeber „Mäuse im Haus“.

Ratten im Haus: Ratten im Haus erkennen: Kot, Spuren, Geräusche

Wie gefährlich sind Ratten in der Wohnung?

Ratten sind Gesundheitsschädlinge. Laut Umweltbundesamt können Wanderratten über 100 verschiedene Krankheiten auf Menschen übertragen. Die Erreger stecken in Kot und Urin, mit denen Ratten Lebensmittel und Flächen verunreinigen. Das gilt besonders, weil Ratten zwischen Kanal und Wohnhaus pendeln und Keime aus dem Abwasser mitbringen.

Dazu kommt das Tempo. Ein Rattenweibchen kann laut Umweltbundesamt bis zu sechsmal im Jahr durchschnittlich acht Junge bekommen, die nach zwei Monaten selbst geschlechtsreif sind. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt rechnet mit rund 600 Nachkommen pro Weibchen und Jahr, Kinder und Kindeskinder eingeschlossen. Aus ein paar Ratten im Keller wird schnell ein Befall im ganzen Haus. Auf Hund und Katze sollten Sie sich nicht verlassen. Sie jagen Ratten zwar, können laut Umweltbundesamt einen vorhandenen Befall aber nicht beseitigen.

Fassen Sie Kot und Nester nicht mit bloßen Händen an. Tragen Sie Handschuhe, feuchten Sie Kot vor dem Entfernen an, damit kein Staub entsteht, und waschen Sie sich danach gründlich.

Ratten melden in Hamburg: wer zuständig ist

In Hamburg gilt seit 1963 die Verordnung über die Rattenbekämpfung. Ratten sind nach dem Infektionsschutzgesetz bekämpfungspflichtig, zuständig für die Bekämpfung auf einem Grundstück ist der Eigentümer oder Pächter. Er muss auf privatem Grund unverzüglich für eine Bekämpfung sorgen. Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, Vermieter und Gewerbeflächen ist laut Institut für Hygiene und Umwelt ein geprüfter Schädlingsbekämpfer zwingend, wenn Hausmeister oder andere interne Personen keine Sachkunde haben.

Wohnen Sie zur Miete, informieren Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung, am besten schriftlich und mit Fotos. Für Rattenbefall auf Privatgrund ist das Fachamt Verbraucherschutz Ihres Bezirksamts zuständig, erreichbar über die Behördennummer 115. Ratten auf öffentlichem Grund, also auf Straßen, in Grünanlagen oder an öffentlichen Mülleimern, melden Sie dem Institut für Hygiene und Umwelt unter 040 42845-7972 oder per E-Mail an schaedlingsbekaempfung@hu.hamburg.de. Wie die Meldung genau abläuft, steht in unserem Ratgeber „Ratten melden in Hamburg“.

Reden Sie mit den Nachbarn. Ratten kennen keine Grundstücksgrenzen, das betont auch das Institut für Hygiene und Umwelt. Eine Bekämpfung auf nur einem Grundstück hält oft nicht lange, wenn nebenan Futter und Unterschlupf bleiben. Und wenn ein Schädlingsbekämpfer Warnhinweise an Köderstationen aushängt, lassen Sie diese bitte hängen.

Sofortmaßnahmen und Grenzen der Selbsthilfe

Nehmen Sie den Ratten das Futter. Mülltonnen geschlossen halten, gelbe Säcke erst am Abfuhrtag rausstellen, Tierfutter dicht verschließen, keine Näpfe draußen stehen lassen. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt sieht in der Vogelfütterung nach seinen Erfahrungen die größte Gefahr für einen Rattenbefall. Ist ein Befall bekannt, entfernen Sie das Vogelfutter ganz. Treten Sie Rattenlöcher nicht zu, der Schädlingsbekämpfer braucht sie, um sich ein Bild zu machen.

Beim Bekämpfen selbst sind Privatleuten enge Grenzen gesetzt. Rattengift mit Blutgerinnungshemmern wird seit April 2026 nicht mehr an Privatpersonen verkauft, Restbestände dürfen nur noch bis zum 22. Oktober 2026 ausgelegt werden. Details stehen in unserem Ratgeber „Rattengift verboten 2026“. Fallen sind erlaubt, aber Wanderratten lassen sich laut Umweltbundesamt nur sehr schwer mit Fallen fangen. Wie es trotzdem klappt, zeigt unser Ratgeber zur Rattenfalle. Ultraschallgeräte haben sich nach Einschätzung des Umweltbundesamts als wirkungslos erwiesen.

Bei Ratten im Haus rufen Sie besser gleich einen Fachbetrieb. Wir suchen die Einstiege, stellen verschlossene, gesicherte Köderstationen und kontrollieren, bis keine Köder mehr angenommen werden. Die Rattenbekämpfung kostet bei uns 330 € Festpreis inklusive Mehrwertsteuer für bis zu fünf Köderstationen, die Erstinspektion 80 €, die wir bei Auftrag verrechnen. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Rechnen Sie mit einigen Wochen bis zum Abschluss, das ist bei Ratten normal. Die Köder liegen nie offen, sondern in verschlossenen Stationen oder tief in den Bauten. Entfernen Sie vor unserem Termin alle anderen Futterquellen, dann nehmen die Ratten die Köder schneller an, so auch die Empfehlung des Instituts für Hygiene und Umwelt.

Vorbeugen: Rückstauklappe, Gitter und keine Speisereste ins WC

Das Umweltbundesamt rät, keine Speisereste über die Toilette zu entsorgen, denn davon ernähren sich die Ratten im Kanal. Kellerfenster und Kasematten sichern Sie mit engmaschigem Stahlgitter, Tür- und Torspalten mit Bürstenleisten. Schäden an Regenfallrohren, Bodenabläufen und am Hausanschluss sollten Sie beheben lassen. Im Garten gehören auf den Kompost nur Grünabfälle, Fallobst sammeln Sie regelmäßig auf, und dichte, bodendeckende Bepflanzung direkt am Haus vermeiden Sie besser.

Gegen Rückstau aus dem Siel müssen in Hamburg alle Grundstücke gesichert sein, die an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen sind, so Hamburg Wasser. Jeder Ablauf unterhalb der Rückstauebene braucht eine Rückstausicherung, also eine Rückstauklappe oder eine Hebeanlage. Rückstauklappen sind nur unter bestimmten Bedingungen zulässig und müssen regelmäßig gewartet werden. Lassen Sie das von Ihrem Installateur prüfen. Eine funktionierende Rückstausicherung hält nicht nur Abwasser draußen, sondern versperrt auch Ratten den Weg aus dem Kanal. Was im Garten gegen Ratten hilft, steht im Ratgeber „Ratten im Garten“.

Rattenbekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Wanderratte
  2. Institut für Hygiene und Umwelt Hamburg: Rattenbekämpfung auf öffentlichem Grund
  3. Institut für Hygiene und Umwelt Hamburg: Informationen zur Rattenbekämpfung
  4. Hamburg Wasser: Rückstau im Kanal, so schützen Sie sich gegen Überflutungen
  5. Umweltbundesamt: Rodentizide

Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.

Häufige Fragen

Ratten im Haus: häufige Fragen

Was tun bei Ratten im Haus?

Entfernen Sie alle Futterquellen, schließen Sie Mülltonnen und Vorräte dicht und fassen Sie Kot nur mit Handschuhen an. Wohnen Sie zur Miete, informieren Sie sofort den Vermieter. Eigentümer müssen in Hamburg unverzüglich für eine Bekämpfung sorgen. Weil Gift für Privatleute nicht mehr erhältlich ist und Ratten Fallen meiden, ist ein Fachbetrieb meist der schnellste Weg.

Können Ratten durch die Toilette kommen?

Ja, das ist selten, kommt aber vor. Wanderratten können schwimmen und klettern und gelangen über defekte oder ungesicherte Abwasserleitungen ins Haus. Schließen Sie den Deckel, beschweren Sie ihn und verlassen Sie den Raum. Lassen Sie danach die Leitungen prüfen. Eine Rückstausicherung und intakte Hausanschlüsse versperren Ratten den Weg aus dem Kanal.

Wie hören sich Ratten an?

Ratten machen sich vor allem nachts bemerkbar. Typisch sind Nagen, Kratzen, Scharren und schnelles Laufen, deutlich lauter als bei Mäusen. Die Geräusche kommen oft aus der Kellerdecke, hinter Verkleidungen oder aus Hohlräumen am Boden. Gewissheit bringt der Kot: Rattenkot ist 12 bis 20 Millimeter lang, schwarz und an den Enden spitz.

Muss ich Ratten im Haus in Hamburg melden?

In Hamburg gilt die Verordnung über die Rattenbekämpfung. Auf privatem Grund muss der Eigentümer unverzüglich bekämpfen lassen, Mieter informieren ihren Vermieter. Ratten auf öffentlichem Grund melden Sie dem Institut für Hygiene und Umwelt unter 040 42845-7972. Für Privatgrund ist das Fachamt Verbraucherschutz des Bezirksamts zuständig, erreichbar über die Behördennummer 115.

Was tun bei Ratten im Keller?

Räumen Sie Lebensmittel, Tierfutter und Müll weg, lagern Sie nichts offen am Boden und schließen Sie Kellerfenster. Suchen Sie nach Kot, speckigen Laufspuren und Löchern an Rohren und Bodenabläufen, denn oft kommen die Ratten aus einem defekten Hausanschluss. Lassen Sie Einstiege und Leitungen prüfen und den Befall von einem Fachbetrieb bekämpfen.

Sind Ratten in der Wohnung gefährlich?

Ja. Wanderratten können laut Umweltbundesamt über 100 verschiedene Krankheiten auf Menschen übertragen, die Erreger stecken in Kot und Urin. Sie verunreinigen Lebensmittel und nagen Kabel an, was zu Kurzschlüssen führen kann. In die Enge getrieben beißen sie. Fassen Sie Ratten und Kot nie mit bloßen Händen an.

Wie lange dauert es, Ratten im Haus loszuwerden?

Rechnen Sie mit einigen Wochen. Köder wirken nicht sofort, laut Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt verenden die Ratten erst nach drei bis fünf Tagen in ihren Bauten. Danach wird so lange kontrolliert, bis keine Köder mehr angenommen werden. Dauerhaft Ruhe ist erst, wenn auch die Einstiege verschlossen sind.

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