Siebenschläfer im Dach: erkennen, Rechtslage und was erlaubt ist

Siebenschläfer im Dach: erkennen, Rechtslage und was erlaubt ist

Kurz beantwortet:Siebenschläfer sind nachtaktive Bilche, die im Sommer gern Dachböden beziehen und dort durch Poltern und Quieken auffallen. Sie sind nach Bundesartenschutzverordnung und Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt: Fangen, Verletzen und Töten ist verboten. Vergrämen dürfen Sie nur außerhalb von Jungenaufzucht und Winterschlaf, Einstiege verschließen erst, wenn sicher kein Tier mehr im Dach ist.

Siebenschläfer erkennen: Aussehen und Lebensweise

Der Siebenschläfer (Glis glis) ist der größte unserer heimischen Bilche, die auch Schlafmäuse genannt werden. Vom Körperbau erinnert er an ein kleines Eichhörnchen: dichtes, graues bis graubraunes Fell, scharf abgesetzter weißer Bauch, rundliche Ohren und große, vorquellende schwarze Augen mit einem schmalen dunklen Ring. Kopf und Rumpf messen etwa 13 bis 20 Zentimeter, dazu kommt ein buschiger Schwanz von 11 bis 15 Zentimetern. Vor dem Winterschlaf kann ein Tier sein Sommergewicht fast verdoppeln.

Siebenschläfer sind nachtaktiv und hervorragende Kletterer. Ihre Sohlenballen sondern ein haftendes Sekret ab und wirken wie Saugnäpfe, damit laufen sie auch an senkrechten Wänden hoch. Mit Schnurrhaaren von bis zu sechs Zentimetern Länge prüfen sie, ob ihr Körper durch eine Öffnung passt. Tagsüber schlafen sie in Baumhöhlen, Nistkästen, Gartenhäuschen und eben auch auf Dachböden. Der NABU nennt den Siebenschläfer treffend einen „nächtlichen Poltergeist“: Er macht sich vor allem durch Poltern, Schreien und Quieken bemerkbar.

Eine Besonderheit sollten Sie kennen, bevor Sie einem Tier zu nahe kommen. Wird ein Siebenschläfer am Schwanz gepackt, reißt die Schwanzhaut an einer Sollbruchstelle ab. Das ist eine Notreaktion gegen Fressfeinde. Fassen Sie das Tier deshalb nie am Schwanz und am besten gar nicht an.

Für Hamburg wichtig: Siebenschläfer brauchen große Laub- und Mischwälder mit alten Buchen und Eichen. In vielen Gegenden im Süden sind sie häufig, im Norden Deutschlands sind die Vorkommen laut Deutscher Wildtier Stiftung in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen. Wer in einem Hamburger Dach nachts Geräusche hört, sollte deshalb immer auch an Marder, Ratten und Mäuse denken.

Winterschlaf: Warum es im Herbst im Dach still wird

In Deutschland halten Siebenschläfer zwischen September oder Oktober und Mai oder Juni Winterschlaf, rund sieben Monate lang. Den Spätsommer nutzen sie, um sich mit Bucheckern und Eicheln Fettreserven anzufressen, denn im Winterschlaf verlieren sie 35 bis 50 Prozent ihres Körpergewichts. Ab Oktober beziehen sie ihr Winterquartier. Meist graben sie sich dafür 50 bis 100 Zentimeter tief in den Boden ein, manche nutzen aber auch Baumhöhlen, Nistkästen oder Nischen in Gebäuden wie Scheunen, Gartenhäuser und Dachböden.

Im Winterschlaf fahren die Tiere Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel herunter, die Körpertemperatur passt sich der Umgebung an. Ein schlafender Siebenschläfer ist dann so steif, dass er oft für tot gehalten wird. Jedes Aufwecken kostet viel Energie, die ihm für den Rest des Winters fehlt. Finden Sie beim Aufräumen auf dem Dachboden ein zusammengerolltes, kaltes Tier, lassen Sie es liegen, wo es ist, und holen Sie Rat bei der Naturschutzbehörde.

Überwintert ein Siebenschläfer in einem warmen Gebäude, verkürzt er seinen Winterschlaf mitunter oder lässt ihn ganz ausfallen. Geräusche im Winter schließen einen Siebenschläfer also nicht völlig aus. Wahrscheinlicher ist im Winter aber ein Tier, das gar keinen Winterschlaf hält.

Nach dem Aufwachen beginnt im Juni die Paarungszeit, die nachts oft lautstark ausfällt. Nach etwa vier Wochen Tragzeit kommen meist im Juli oder August vier bis sechs Junge zur Welt, manchmal noch im September. In Jahren mit schlechter Bucheckern-Ernte verzichten Siebenschläfer ganz auf Nachwuchs.

Siebenschläfer: Grau, weißer Bauch, buschiger Schwanz

Siebenschläfer

  • Grau, weißer Bauch, buschiger Schwanz
  • Große schwarze Augen, runde Ohren
  • Aktiv etwa Juni bis September, dann Winterschlaf
  • Besonders geschützt
Steinmarder: Deutlich größer, langgestreckter Körper

Steinmarder

  • Deutlich größer, langgestreckter Körper
  • Heller Kehlfleck
  • Ganzjährig aktiv, kein Winterschlaf
  • Kot und Beutereste im Dachboden
Ratte und Maus: Nackter, geschuppter Schwanz

Ratte und Maus

  • Nackter, geschuppter Schwanz
  • Ganzjährig aktiv
  • Kratz- und Nagegeräusche
  • Kotkrümel entlang der Laufwege

Marder, Ratte oder Bilch? Geräusche und Spuren deuten

Der beste erste Hinweis ist die Jahreszeit. Siebenschläfer sind ungefähr von Mai oder Juni bis in den September aktiv, danach wird es ruhig. Marder, Ratten und Mäuse halten keinen Winterschlaf und sind das ganze Jahr unterwegs. Poltert es im Dezember jede Nacht über der Schlafzimmerdecke, spricht das eher gegen einen Siebenschläfer.

Siebenschläfer leben oft in lockeren Gruppen und verständigen sich mit vielen Lauten. Typisch sind Quieken, Schreien und lautes Poltern, wenn mehrere Tiere nachts durch den Dachboden toben. Bei Mardern finden Sie häufig Kot, Beutereste und zerwühlte Dämmung. Wie Sie diese Spuren sicher deuten, steht in unseren Ratgebern zu Mardern auf dem Dachboden und zum Marderkot. Ratten und Mäuse verraten sich eher durch Kratzen und Nagen und durch Kotkrümel entlang ihrer Laufwege.

Pfotenabdrücke helfen bei der Bestimmung. Legen Sie an der vermuteten Laufstrecke einen Bogen Papier mit einer dünnen Schicht Mehl aus und schauen Sie am nächsten Morgen nach. Siebenschläfer hinterlassen tropfenförmige Sohlenballen, der Abdruck ist größer als ein Zentimeter. Bei Mäusen bleibt er unter einem Zentimeter, Zehen und Ballen der Vorderpfote bilden kleine gleichseitige Dreiecke.

Sehen Sie das Tier selbst, ist die Sache meist klar. Ein Siebenschläfer ist etwa rattengroß, hat aber einen buschigen Schwanz und große schwarze Knopfaugen. Ein Steinmarder ist deutlich größer, langgestreckt und trägt einen hellen Kehlfleck. Ratten erkennen Sie am nackten, geschuppten Schwanz.

Siebenschläfer im Dach: Marder, Ratte oder Bilch? Geräusche und Spuren deuten

Besonders geschützt: Die Rechtslage

Ja. Nach der Bundesartenschutzverordnung sind alle heimischen Säugetierarten besonders geschützt, soweit sie nicht ausdrücklich ausgenommen sind oder dem Jagdrecht unterliegen. Ausgenommen sind etwa Hausmaus, Wanderratte, Hausratte, Feldmaus und Schermaus sowie eingewanderte Arten wie Waschbär, Marderhund und Nutria. Der Siebenschläfer steht nicht auf dieser Ausnahmeliste und ist damit, wie alle heimischen Bilche, besonders geschützt.

Für besonders geschützte Arten gilt § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Verboten ist es, den Tieren nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ebenso verboten ist es, ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. Zusätzlich untersagt § 39, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ihre Lebensstätten ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen.

Für die Praxis heißt das: Schlagfallen und Gift sind tabu. Lebendfallen dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde und von sachkundigen Personen aufgestellt werden. Einen Einstieg zuzumauern, solange Tiere im Dach sind, ist ebenfalls keine Lösung. Eingeschlossene Tiere verhungern, Jungtiere sterben ohne die Mutter, und in unzugänglichen Hohlräumen entsteht ein lang anhaltender Verwesungsgeruch.

Ausnahmen von den Verboten kann nur die Naturschutzbehörde zulassen. In Hamburg fragen Sie bei der Umweltbehörde oder Ihrem Bezirksamt nach, im Umland bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Eine beruhigende Nachricht zum Schluss: Bilche übertragen keine Tollwut und gelten nicht als Überträger von Hantaviren.

Siebenschläfer vertreiben: Was erlaubt ist und wann

Fachleute raten, auf eine Vergrämung möglichst zu verzichten. Wird der Lärm oder der Schaden zu groß, kommt es vor allem auf den Zeitpunkt an. Ein Leitfaden der Wildtierhilfe Odenwald, entstanden mit Unterstützung der hessischen Landestierschutzbeauftragten, nennt für Siebenschläfer nur zwei Zeitfenster: Mai bis Juni, also nach dem Winterschlaf und vor der Geburt der Jungen, oder Anfang Oktober, wenn die Jungen selbstständig sind und der Winterschlaf noch nicht begonnen hat. Wer im Hochsommer vergrämt, riskiert, dass die Mutter das Nest verlässt und die Jungen im Dach verhungern.

Bewährt haben sich starke Gerüche nahe den Einstiegen und Schlafplätzen, etwa Schalen mit Essigessenz oder mit ätherischen Ölen wie Pfefferminze oder Eukalyptus. Ultraschallgeräte, Radios und andere Lärmquellen wirken in aller Regel nicht. Nistkästen in Bäumen im Garten bieten den Tieren eine Ausweichmöglichkeit und unterstützen die Vergrämung.

Erst wenn sicher ist, dass alle Tiere das Dach verlassen haben, werden die Einstiege verschlossen. Ohne diesen Schritt kommen die Tiere im nächsten Jahr zurück, und alles beginnt von vorn. Ab Mitte Oktober ist das Zeitfenster für das laufende Jahr praktisch vorbei. Ist jetzt noch ein Tier im Dach, lassen Sie es überwintern und planen Sie die Maßnahmen für Mai oder Juni.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Tiere mit bloßen Händen greifen, am Schwanz ziehen, Fallen ohne Genehmigung aufstellen oder Gift auslegen. Wer einen Siebenschläfer selbst fängt oder tötet, verstößt gegen das Naturschutzrecht.

Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten

Wir fangen und töten keine Siebenschläfer, das verbietet das Naturschutzrecht. Was wir tun können: klären, wer wirklich in Ihrem Dach wohnt, denn in Hamburg stecken hinter nächtlichen Geräuschen häufig Marder, Ratten oder Mäuse. Bei der Erstinspektion für 80 €, die bei Auftrag verrechnet wird, suchen wir Spuren und Einstiege. Ist es ein Marder, verschließen wir die Zugänge im Rahmen unserer Marderabwehr, die auf der Leistungsseite beschrieben ist. Ist es ein Siebenschläfer, besprechen wir mit Ihnen den richtigen Zeitpunkt und verschließen Öffnungen erst, wenn sicher kein Tier mehr drin ist. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.

Vor dem Anruf hilft es, wenn Sie notieren, zu welcher Uhrzeit und in welchen Monaten Sie die Geräusche hören, und Kot oder Spuren fotografieren. Oft lässt sich damit schon am Telefon eingrenzen, welches Tier im Dach unterwegs ist.

Vorbeugen: So bleibt das Dach schläferfrei

Siebenschläfer kommen meist über Bäume und Sträucher aufs Dach. Schneiden Sie Äste und Kronen zurück, die direkt ans Haus reichen oder auf dem Dach aufliegen. Prüfen Sie Zugänge im Dachbereich, etwa am Schornstein. Die Tiere zwängen sich durch sehr kleine Löcher und Hohlräume.

Halten Sie Küche, Speisekammer und Vorratsräume verschlossen, damit die Tiere im Haus nichts zu fressen finden. Siebenschläfer fressen neben Früchten und Samen auch Insekten, Vogeleier und, wo sie herankommen, menschliche Lebensmittel.

Bei alten Häusern am Waldrand gelingt es selten, Siebenschläfer dauerhaft fernzuhalten. Dort helfen Nistkästen im Garten, die den Tieren ein Quartier außerhalb des Hauses bieten. Decken Sie außerdem Regentonnen ab, in denen Bilche ertrinken können.

Marderabwehr vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.

Quellen

  1. Deutsche Wildtier Stiftung: Steckbrief Siebenschläfer
  2. NABU: Siebenschläfer, nach langer Winterruhe werden die „kleinen Kobolde“ munter
  3. Wildtierhilfe Odenwald / Landestierschutzbeauftragte Hessen: Wissenswertes über Bilche für Hausbesitzer (PDF)
  4. Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV): Anlage 1
  5. Bundesnaturschutzgesetz: § 44 Vorschriften für besonders geschützte Arten
  6. Bundesnaturschutzgesetz: § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen

Stand der Angaben: 16.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.

Häufige Fragen

Siebenschläfer im Dach: häufige Fragen

Was tun gegen Siebenschläfer im Dach?

Klären Sie zuerst, ob es wirklich ein Siebenschläfer ist, denn Marder, Ratten und Mäuse machen ähnliche Geräusche. Siebenschläfer sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Vergrämen ist nur im Mai und Juni oder Anfang Oktober sinnvoll, etwa mit starken Gerüchen. Einstiege verschließen Sie erst, wenn sicher alle Tiere draußen sind.

Sind Siebenschläfer geschützt?

Ja. Siebenschläfer gehören wie alle heimischen Bilche zu den besonders geschützten Arten nach Bundesartenschutzverordnung und Bundesnaturschutzgesetz. Es ist verboten, ihnen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten und ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu zerstören. Ausnahmen kann nur die zuständige Naturschutzbehörde genehmigen.

Wann halten Siebenschläfer Winterschlaf?

In Deutschland schlafen Siebenschläfer etwa von September oder Oktober bis Mai oder Juni, also rund sieben Monate. Meist überwintern sie in Erdhöhlen 50 bis 100 Zentimeter tief im Boden, manche auch in Nischen von Gebäuden. In warmen Häusern verkürzen sie den Winterschlaf mitunter. Schlafende Tiere dürfen nicht gestört werden, weil jedes Aufwachen lebenswichtige Energie kostet.

Darf ich einen Siebenschläfer mit einer Lebendfalle fangen?

Nicht ohne Genehmigung. Lebendfallen für Siebenschläfer sind nur mit Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde zulässig und sollten von sachkundigen Personen gestellt werden. Eigenmächtiges Fangen ist verboten. Selbst mit Genehmigung kommen nur bestimmte Zeiten infrage, weil sonst Muttertiere gefangen werden könnten, deren Junge im Dach verhungern.

Sind Siebenschläfer gefährlich?

Für Menschen sind Siebenschläfer nicht gefährlich. Bilche übertragen keine Tollwut und gelten nicht als Überträger von Hantaviren. Lästig sind vor allem der nächtliche Lärm, Verschmutzungen im Dachboden und Fraß an Vorräten. Fassen Sie die Tiere trotzdem nicht an: Sie können sich mit den Zähnen wehren, und am Schwanz gepackt verlieren sie ihre Schwanzhaut.

Wie unterscheide ich Siebenschläfer und Marder im Dach?

Achten Sie auf die Jahreszeit. Siebenschläfer sind etwa von Mai oder Juni bis September aktiv und halten danach Winterschlaf. Marder sind das ganze Jahr unterwegs. Siebenschläfer quieken und schreien oft laut, bei Mardern finden Sie meist Kot und Beutereste. Ein Mehlstreifen auf Papier zeigt Pfotenabdrücke, die bei der Bestimmung helfen.

Gibt es Siebenschläfer in Hamburg?

Siebenschläfer brauchen große Laub- und Mischwälder mit alten Buchen und Eichen. Im Süden Deutschlands sind sie vielerorts häufig, im Norden sind die Vorkommen in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen. Hinter Geräuschen in Hamburger Dächern stecken deshalb häufiger Marder, Ratten oder Mäuse. Eine Erstinspektion schafft Klarheit, wer wirklich im Dach wohnt.

Wann darf ich die Einstiege verschließen?

Erst wenn sicher ist, dass kein Tier mehr im Dach ist. Wer Öffnungen verschließt, solange Siebenschläfer drinnen sind, zerstört ihre Ruhestätte und lässt sie verhungern, das ist verboten. Sinnvoll ist das Verschließen direkt nach einer Vergrämung im Mai oder Juni oder Anfang Oktober, bevor die Tiere ihr Winterquartier beziehen.

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