Marderhund und Waschbär: erkennen, unterscheiden, vom Haus fernhalten

Kurz beantwortet:Der Marderhund ist ein fuchsgroßer Hundeartiger mit kurzen Beinen, dunkler Gesichtsmaske und einem Schwanz ohne Ringel. Der Waschbär ist ein Kleinbär mit schwarz-weiß geringeltem Schwanz und guter Kletterer, der auch Dachböden bezieht. Beide unterliegen in Hamburg dem Jagdrecht: Fangen dürfen nur Jäger. Sie selbst entziehen den Tieren Futter und verschließen Einstiege.
Marderhund erkennen: So unterscheiden Sie ihn vom Waschbären
Der Marderhund ist etwa so groß wie ein Fuchs, wirkt aber gedrungener, weil seine Beine kurz sind. Das Fell ist rot- bis schwarzbraun, mit dichter Unterwolle und langem Deckhaar. Im Gesicht trägt er eine dunkle Maske und einen hellen Backenbart. Trotz des Namens ist er kein Marder, sondern ein Hundeartiger und mit dem Fuchs verwandt. Der Deutsche Jagdverband nennt ein Gewicht von 5 bis 8 Kilogramm, im Herbst bis zu 12 Kilogramm, weil sich die Tiere dann Fettreserven anfressen. Bellen hört man ihn nicht. Marderhunde winseln, klagen und knurren bei Gefahr.
Der Waschbär gehört zu den Kleinbären. Er ist etwa katzengroß, das Fell ist meist grau mit schwarzem Deckhaar, manche Tiere sind fast schwarz. Das sicherste Merkmal ist der schwarz-weiß geringelte Schwanz. Dazu kommen die schwarze Gesichtsmaske und ein buckeliger Gang mit rundem Rücken. Das Gewicht liegt laut Jagdverband bei 5 bis 9 Kilogramm. Seine Vorderpfoten benutzt er fast wie Hände.
Sehen Sie nur das Gesicht, hilft ein Detail, auf das der NABU hinweist: Beim Marderhund ist die Maske an der Nase geteilt, ein hellerer Streifen läuft zwischen den Augen hindurch. Beim Waschbären liegt die Maske als geschlossene schwarze Binde über den Augen. Am einfachsten bleibt der Schwanz. Geringelt heißt Waschbär, ohne Ringel heißt Marderhund. Auf Wildkamera-Bildern bei Nacht ist das oft das einzige Merkmal, das man sicher erkennt.
Waschbär, Marderhund, Dachs oder Marder: Wer war am Haus?
Nachts poltert es auf dem Dachboden, morgens liegt die Mülltonne um. Welches Tier dahintersteckt, lässt sich an seiner Lebensweise eingrenzen. Der Waschbär ist ein guter Kletterer und Schwimmer. In Städten nutzt er laut Jagdverband Schuppen, Speicher und Dachböden als Schlafplatz und zieht dort auch Junge groß. Der NABU nennt nächtliches Rumpeln und Klappern auf dem Dachboden als typischen Hinweis. Seine Vorderpfoten hinterlassen einen Abdruck, der an eine kleine Hand erinnert, die Hinterpfoten ähneln dem Fußabdruck eines Kleinkindes. Kot setzt er gern immer wieder an denselben Stellen ab, den sogenannten Latrinen.
Der Marderhund lebt anders. Er ist heimlich, meidet Menschen und wird nur selten gesehen. Er bevorzugt feuchte Landschaften mit Gewässern, Schilf und Gebüsch und bezieht gern verlassene Fuchs- und Dachsbaue. Bei der Nahrungssuche ist er mehr Sammler als Jäger und durchstöbert mit gesenkter Schnauze Büsche, Unterholz und Ufer. Von Mitte November bis Ende Januar hält er Winterruhe und ist dann kaum unterwegs.
Der Dachs ist der größte heimische Marder: grau, mit den typischen schwarzen Gesichtsstreifen und bis zu 15, gut genährt sogar 20 Kilogramm schwer. Er gräbt mit langen Krallen und lebt in Bauen, die bis zu fünf Meter tief reichen. Bleibt der Steinmarder, der deutlich kleiner und schlanker ist als die drei anderen. Er ist der klassische Untermieter unter Dachziegeln. Woran Sie ihn erkennen, steht in unseren Ratgebern „Marder auf dem Dachboden“ und „Marderkot erkennen“.
Marderhund
- Fuchsgroß, kurze Beine, gedrungen
- Gesichtsmaske an der Nase geteilt
- Schwanz ohne Ringel
- Lebt heimlich am Boden, Winterruhe
Waschbär
- Etwa katzengroß, grau, buckeliger Gang
- Schwarze Maske über den Augen
- Schwanz schwarz-weiß geringelt
- Klettert, nutzt Dachböden
Dachs
- Bis 15, selten 20 kg schwer
- Grau mit schwarzen Gesichtsstreifen
- Lange Grabkrallen vorn
- Lebt in tiefen Erdbauen
Waschbär in Hamburg: Wie stark breiten sich die Neubürger aus?
Beide Arten stammen nicht aus Europa. Der Waschbär kam als Pelztier aus Nordamerika und wurde 1934 in Hessen gezielt ausgesetzt. Der Marderhund stammt aus Ostasien. Er wurde im europäischen Teil der Sowjetunion für die Pelzjagd angesiedelt und erreichte um 1960 Deutschland. Heute stehen beide auf der Unionsliste invasiver Arten der EU, der Waschbär seit 2016, der Marderhund seit 2019.
Wie sich die Tiere in Hamburg entwickeln, zeigen die Wildnachweise der Umweltbehörde. Darin stehen alle erlegten und tot aufgefundenen Tiere eines Jagdjahres. Für 2014/2015 verzeichnete die Behörde 54 Marderhunde und keinen einzigen Waschbären. Sie schrieb damals, der Marderhund sei in Hamburg viel stärker eingewandert als der Waschbär, der nur vereinzelt auftrete. Im Jagdjahr 2019/2020 waren es 182 Marderhunde und 13 Waschbären. Für 2025/2026 meldet Hamburg 275 Marderhunde und 131 Waschbären. Beim Waschbären hat sich die Zahl in sechs Jahren verzehnfacht.
Solche Zahlen sind keine Bestandszählung. Sie hängen auch davon ab, wie intensiv gejagt wird. Der Trend ist trotzdem eindeutig: Der Waschbär ist in Hamburg angekommen, und der Marderhund ist längst da. Wer am grünen Stadtrand wohnt, etwa in Bergedorf oder Harburg, aus denen die meisten Proben des Hamburger Wildtiermonitorings stammen, sollte beide Tiere kennen.

Sind Marderhund und Waschbär gefährlich?
Beide Tiere sind scheu und gehen Menschen aus dem Weg. Ernster zu nehmen sind Krankheitserreger und Parasiten. Der Waschbär trägt häufig den Waschbärspulwurm. In einer Studie der Goethe-Universität Frankfurt waren 66,4 Prozent von 146 untersuchten Waschbären aus Deutschland befallen. Die Eier gelangen mit dem Kot ins Freie, reichern sich an den Latrinen an und können mehrere Jahre infektiös bleiben. Menschen stecken sich an, wenn sie Eier versehentlich verschlucken.
Das kommt selten vor: In Europa sind drei Erkrankungen dokumentiert. Die Verläufe können aber schwer sein, und betroffen sind vor allem Kleinkinder, weil sie oft die Hände in den Mund nehmen. Waschbärkot fassen Sie deshalb nie mit bloßen Händen an. Kinder sollten an solchen Kotstellen nicht spielen, und Sandkästen decken Sie nachts ab.
Der Marderhund kann dieselben Parasiten tragen wie der Fuchs. Das Infektionsrisiko gilt laut NABU als gering, und Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei. Hamburg untersucht Füchse, Marderhunde, Waschbären und Dachse seit 2015 in einem eigenen Monitoring. Im Jagdjahr 2024/2025 waren alle untersuchten Tiere frei von Tollwut und Fuchsbandwurm. Nachgewiesen wurde aber das Staupevirus, bei einem Marderhund und einem Waschbären, mit Funden in Bergedorf und Harburg. Staupe ist vor allem für ungeimpfte Hunde gefährlich. Die Behörde rät Hundehaltern, den Impfschutz regelmäßig aufzufrischen.
Waschbär vertreiben: Was ist erlaubt, was nicht?
Waschbär und Marderhund unterliegen in Hamburg dem Jagdrecht. Eine Landesverordnung hat sie 2014 zu jagdbaren Arten erklärt, die Jagdzeit läuft das ganze Jahr. Ausgenommen sind Elterntiere, die in der Setzzeit für die Aufzucht der Jungen gebraucht werden. Für Haarwild gilt in Hamburg dafür die Zeit vom 1. März bis 30. Juni. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein stehen beide Arten im Jagdrecht.
Daraus folgt etwas, das viele überrascht: Fangen zählt nach dem Bundesjagdgesetz zur Jagdausübung, genauso wie Nachstellen und Erlegen. Eine Lebendfalle für Waschbären dürfen Sie als Privatperson deshalb nicht einfach aufstellen. Auf Wohngrundstücken ruht die Jagd ohnehin. Gebäude, umfriedete Hausgärten und bebaute Ortsteile gelten als befriedete Bezirke, so steht es etwa im niedersächsischen Jagdgesetz. Eine beschränkte Jagd kann dort nur die Behörde gestatten. Selbst ein gefangenes Tier dürften Sie nicht im Wald aussetzen. Als Art der EU-Unionsliste darf der Waschbär nicht in die Umwelt freigesetzt werden.
Erlaubt ist alles, was das Tier nicht anfasst: Futter wegnehmen, Mülltonnen sichern, Kletterhilfen entfernen, Einstiege verschließen. Diesen Weg empfiehlt auch der NABU. Er weist darauf hin, dass Bejagung allein die Bestände kaum senkt, weil Waschbären Verluste durch mehr Nachwuchs ausgleichen und Tiere aus der Umgebung nachrücken. Muss ein Tier tatsächlich gefangen werden, ist das Sache der Jägerschaft. Ansprechpartner sind der Revierinhaber oder die Jagdbehörde, in Hamburg die Umweltbehörde BUKEA als oberste Jagdbehörde.
Waschbär auf dem Dachboden: Einstiege sichern, Futter wegnehmen
Am Dach setzen Sie dort an, wo der Waschbär hochkommt. Der NABU rät, Bäume und Sträucher, die an oder über das Dach reichen, großzügig zurückzuschneiden. Über Fallrohren der Regenrinne helfen glatte Blechmanschetten von etwa einem Meter Höhe, auf den Schornstein gehört ein stabiles Metallgitter. Mögliche Einstiege verschließen Sie konsequent und mit soliden Baumaterialien. Katzenklappen bleiben nachts zu.
Wichtig ist die Reihenfolge. Verschließen Sie nie einen Einstieg, solange ein Tier drinnen ist. Waschbären bringen ihre Jungen ab April und Mai zur Welt, und die Jungtiere bleiben die ersten Wochen in der Wurfhöhle. Wer im Frühjahr zumacht, sperrt im schlimmsten Fall Jungtiere ein oder die Mutter aus. Prüfen Sie vorher, ob noch Leben im Dach ist.
Im Garten geht es ums Futter. Mülltonnen stellen Sie mindestens einen halben Meter von Zäunen, Mauern und Ästen entfernt auf und sichern die Deckel mit kräftigen Spanngummis. Gelbe Säcke kommen erst am Abholtag morgens an die Straße. Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und Obst gehören nicht auf den Kompost, Garten- und Gemüsereste schon. Katzen- und Hundefutter bleibt nachts nicht auf der Terrasse, und Fallobst sammeln Sie auf.
Wann Jäger, wann Fachbetrieb?
Sitzt ein Waschbär im Dach, gibt es zwei Aufgaben. Das Tier muss raus, und die Einstiege müssen danach dauerhaft zu. Für das Tier selbst sind Jäger und Jagdbehörde zuständig, das ist keine Aufgabe für einen Schädlingsbekämpfer. Wir fangen und töten keine Wildtiere. Bei der zweiten Aufgabe helfen wir: Wir suchen die Einstiege am Dach und am Haus, prüfen, ob die Tiere ausgezogen sind, und verschließen die Öffnungen so, wie wir es bei der Marderabwehr tun. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Die Erstinspektion kostet 80 Euro und wird bei Auftrag verrechnet, den Festpreis für den Verschluss nennen wir Ihnen danach.
Geht es eher um Kotspuren im Garten oder umgekippte Tonnen, reichen meist die Schritte oben. Finden Sie Kot auf dem Dachboden, entfernen Sie ihn mit Einmalhandschuhen, feucht und ohne Staub aufzuwirbeln, und entsorgen ihn verschlossen im Restmüll. Wie wir Dächer gegen Marder sichern, steht auf unserer Leistungsseite zur Marderabwehr.
Marderabwehr vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- NABU: Der Waschbär
- NABU: Der Marderhund
- Deutscher Jagdverband: Tiersteckbrief Waschbär
- Deutscher Jagdverband: Tiersteckbrief Marderhund
- Freie und Hansestadt Hamburg, BUKEA: Wildnachweise (aktuell und Archiv)
- Freie und Hansestadt Hamburg, BUKEA: Jagdzeiten in Hamburg (Übersicht)
- Institut für Hygiene und Umwelt Hamburg: Tiergesundheitsmonitoring, Abschlussbericht Jagdjahr 2024/2025
- Goethe-Universität Frankfurt (idw): Waschbärspulwurm in neun europäischen Ländern nachgewiesen
Stand der Angaben: 16.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Marderhund und Waschbär: häufige Fragen
Was ist ein Marderhund?
Der Marderhund ist ein fuchsgroßer Hundeartiger aus Ostasien mit kurzen Beinen, rot- bis schwarzbraunem Fell und dunkler Gesichtsmaske. Er wurde für die Pelzjagd in Osteuropa angesiedelt und lebt seit etwa 1960 in Deutschland. Er ist heimlich, dämmerungsaktiv, frisst fast alles und steht als invasive Art auf der Unionsliste der EU. In Hamburg unterliegt er dem Jagdrecht.
Wie unterscheide ich Marderhund und Waschbär?
Am sichersten am Schwanz: Der Waschbär hat einen schwarz-weiß geringelten Schwanz, der Marderhund nicht. Im Gesicht ist die Maske des Marderhundes an der Nase geteilt, beim Waschbären liegt sie als schwarze Binde über den Augen. Der Waschbär läuft mit rundem Rücken und klettert gut, der Marderhund wirkt mit seinen kurzen Beinen gedrungen und bleibt am Boden.
Ist ein Marderhund gefährlich?
Für Menschen kaum. Marderhunde sind scheu und meiden Begegnungen. Sie können Parasiten wie der Fuchs tragen, das Risiko gilt laut NABU aber als gering, und Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei. Für Hunde ist Staupe relevant: Das Hamburger Wildtiermonitoring findet das Virus regelmäßig, unter anderem in Bergedorf und Harburg. Lassen Sie den Impfschutz Ihres Hundes prüfen.
Wie werde ich einen Waschbären auf dem Dachboden los?
Nehmen Sie ihm Futter und Zugang. Äste am Dach zurückschneiden, Blechmanschetten an Fallrohre, Gitter auf den Schornstein, Mülltonnen sichern. Einstiege erst verschließen, wenn sicher kein Tier mehr drin ist, vor allem im Frühjahr wegen der Jungtiere. Fangen dürfen nur Jäger. Fachbetriebe wie wir verschließen die Einstiege, die Jagdbehörde hilft beim Tier.
Darf ich einen Waschbären selbst fangen?
Nein. Der Waschbär unterliegt in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein dem Jagdrecht, und Fangen gilt nach dem Bundesjagdgesetz als Jagdausübung. Auf Wohngrundstücken ruht die Jagd zudem. Ein gefangenes Tier dürften Sie auch nicht aussetzen, weil die EU-Verordnung über invasive Arten das Freisetzen verbietet. Wenden Sie sich an den Revierinhaber oder die Jagdbehörde.
Gibt es Waschbären in Hamburg?
Ja, und es werden mehr. Laut Wildnachweis der Hamburger Umweltbehörde wurden im Jagdjahr 2025/2026 in Hamburg 131 Waschbären erlegt oder tot gefunden. 2019/2020 waren es 13, im Jagdjahr 2014/2015 kein einziger. Der Marderhund ist schon länger da: 275 Tiere stehen im aktuellen Wildnachweis. Die Zahlen sind keine Bestandszählung, zeigen aber den Trend.
Was tun, wenn ich Waschbärkot finde?
Nicht mit bloßen Händen anfassen. Waschbären tragen häufig den Waschbärspulwurm, dessen Eier im Kot jahrelang infektiös bleiben können. Ziehen Sie Einmalhandschuhe an, feuchten Sie den Kot an, nehmen Sie ihn mit einer Tüte auf und entsorgen Sie ihn verschlossen im Restmüll. Waschen Sie danach gründlich die Hände und halten Sie Kinder von solchen Kotstellen fern.
Hält der Marderhund Winterschlaf?
Keinen echten Winterschlaf, aber eine Winterruhe. Laut Deutschem Jagdverband ist der Marderhund in Mitteleuropa etwa von Mitte November bis Ende Januar wenig aktiv. Er frisst sich im Spätsommer und Herbst Fettreserven an und zieht sich bevorzugt in alte Dachsbaue zurück. Der Waschbär ist im Winter, vor allem bei Schnee, ebenfalls wenig aktiv und zehrt von seinen Fettdepots.