Wühlmäuse bekämpfen: Was im Garten wirklich hilft

Kurz beantwortet:Wühlmäuse bekämpfen Sie am zuverlässigsten mit Fallen, die Sie in einen bewohnten Gang setzen. Die beste Zeit dafür ist der Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr. Klären Sie vorher mit der Verwühlprobe, ob wirklich eine Wühlmaus gräbt und nicht der geschützte Maulwurf. Begasungsmittel sind derzeit nicht zugelassen, und Hausmittel wie Knoblauch, Buttersäure oder Ultraschall zeigen in Versuchen keine verlässliche Wirkung.
Wühlmäuse erkennen: Hügel, Gänge und angefressene Wurzeln
Im Herbst fallen sie besonders auf: frische Erdhaufen im Rasen, Tulpen, die im Frühjahr nicht mehr kommen, ein junger Obstbaum, der wackelt und sich fast ohne Widerstand aus dem Boden ziehen lässt. Dahinter steckt meist die Große Wühlmaus, auch Schermaus genannt. Sie wird 12 bis 23 Zentimeter lang, hat ein braunes bis schwarzbraunes Fell, eine stumpfe Schnauze und kurze Ohren. Der Schwanz ist etwa halb so lang wie der Körper.
Wühlmäuse leben fast nur unter der Erde, in einem weitläufigen Gangsystem mit Nest- und Vorratskammern. Sie fressen Pflanzen: Wurzeln, Blumenzwiebeln, Knollen, Wurzelgemüse und die Wurzeln junger Gehölze. Für den Winter legen sie Vorräte an. Ein Weibchen hat drei bis vier Würfe im Jahr mit bis zu sechs Jungen, zwischen Frühjahr und Herbst leben also oft mehrere Tiere in einem Bau.
Typisch sind die Hügel: flach, unregelmäßig verteilt und seitlich neben dem Gangloch aufgeworfen, oft mit Wurzel- und Pflanzenresten durchsetzt. Die Gänge sind im Querschnitt hochoval und etwa vier bis sieben Zentimeter breit, also ungefähr drei bis vier Finger. Angefressene Wurzeln sind sauber abgenagt. Weil die Tiere unterirdisch fressen, sehen Sie den Schaden oft erst, wenn die Pflanze welkt.
Wühlmaus oder Maulwurf? So machen Sie die Verwühlprobe
Bevor Sie irgendetwas unternehmen, klären Sie, wer da gräbt. Der Maulwurf ist nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie dürfen ihn nicht fangen, verletzen oder töten. Das Pflanzenschutzamt Berlin weist darauf hin, dass er nur in Ausnahmefällen und mit Genehmigung der Naturschutzbehörde vergrämt oder bekämpft werden darf. Er frisst auch keine Pflanzen, sondern Insekten und Würmer.
Maulwurfshügel sind hoch, rund, aus feinkrümeliger Erde und sitzen mittig über dem Gang, oft in einer Linie. Der Gang ist queroval, Wurzeln hängen unbeschädigt hinein. Wühlmaushügel sind flacher, liegen seitlich versetzt und enthalten Pflanzenreste. Manchmal nutzen beide Arten dieselben Gänge, deshalb kann ohne Prüfung auch ein Maulwurf in eine Falle geraten.
Sicher wird es mit der Verwühlprobe. Suchen Sie mit einem Stab den Gang neben einem frischen Hügel und legen Sie ihn auf etwa einer Handbreite frei. Eine Wühlmaus verschließt die Öffnung meist innerhalb weniger Stunden wieder, weil sie Licht und Zugluft im Gang nicht duldet. Bleibt das Loch über Tage offen, ist der Gang verlassen oder es war keine Wühlmaus.
Die dritte Möglichkeit ist die Feldmaus. Sie zählt ebenfalls zu den Wühlmäusen, ist mit 9 bis 12 Zentimetern aber kleiner und lebt überwiegend oberirdisch. Bei starkem Befall sehen Sie Laufpfade im Rasen und viele offene Löcher, aber keine großen Erdhügel. Feldmäuse fressen oberirdisch an Gräsern, Gemüse und Baumrinde.
Wühlmaus (Schermaus)
- Flache, unregelmäßige Hügel seitlich vom Loch
- Erde mit Wurzel- und Pflanzenresten
- Gang hochoval, 4–7 cm, wird schnell wieder verschlossen
- Frisst Wurzeln, Zwiebeln und Knollen
Maulwurf
- Hohe, krümelige Hügel mittig über dem Gang
- Hügel oft in einer Reihe
- Gang queroval, Wurzeln unbeschädigt
- Besonders geschützt, frisst Insekten und Würmer
Feldmaus
- Keine großen Erdhügel
- Sichtbare Laufpfade im Rasen
- Viele offene Löcher an den Pfaden
- Frisst oberirdisch an Gras, Gemüse und Rinde
Wühlmäuse bekämpfen: Was ist erlaubt?
Schermaus und Feldmaus dürfen Sie bekämpfen. Die Bundesartenschutzverordnung stellt zwar grundsätzlich alle Säugetiere unter besonderen Schutz, nimmt aber einige Arten ausdrücklich aus, darunter Schermaus, Feldmaus, Erdmaus und Rötelmaus. Waldmäuse und Spitzmäuse gehören nicht dazu.
Bei Gift ist der Spielraum klein. Als Pflanzenschutzmittel gegen Wühlmäuse ist nach Angaben des Pflanzenschutzamts Berlin nur noch der Wirkstoff Zinkphosphid zugelassen. Solche Köder gibt es auch für den Haus- und Kleingarten. Sie werden tief in die Gänge eingebracht, nie an der Oberfläche liegen gelassen. Im Magen der Maus entsteht daraus ein Gas, das schnell tötet. Sekundärvergiftungen von Greifvögeln oder Katzen sind laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg dadurch fast ausgeschlossen.
Wühlmausköder mit Blutgerinnungshemmern sind im Pflanzenschutz nicht zugelassen. Als Biozid durften Privatleute sie bisher nur verwenden, wenn Wege, Terrassen oder Mauern durch die Wühltätigkeit beschädigt wurden. Seit dem 26. April 2026 gibt der Handel solche Köder nicht mehr an Privatpersonen ab, Restbestände dürfen Sie noch bis zum 22. Oktober 2026 verwenden. Die Hintergründe stehen in unserem Ratgeber zum Thema Mäusegift verboten.
Und Wühlmausgas? Zur Begasung von Wühlmausgängen sind derzeit keine Mittel zugelassen. Autoabgase, Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid in die Gänge zu leiten ist verboten. Vergrämungsmittel, etwa auf Basis von Calciumcarbid, sollen die Tiere nur vertreiben. Das LTZ Augustenberg rechnet danach mit einer raschen Wiederbesiedlung, solange das Gangsystem erhalten bleibt.

Wühlmausfallen richtig stellen: Der Herbst ist die beste Zeit
Fallen sind die umweltfreundlichste Methode, und mit etwas Übung auch eine recht sichere. Sie sehen den Erfolg und wissen, wann Ruhe ist. Als beste Zeit nennt das Pflanzenschutzamt Berlin den Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr. Auch Köder werden im Herbst am besten angenommen, weil dann kaum andere Nahrung zur Verfügung steht.
Es gibt mehrere Bauarten. Die Bayerische und die Badische Drahtfalle fangen von einer Seite und kommen ohne Köder aus. Zangenfallen fangen von beiden Seiten und brauchen teils ein Stück Apfel oder Sellerie. Senkrecht stehende Röhrenfallen, bekannt als Topcat-Typ, werden mit einem Lochstecher von oben in den Gang gesetzt. Sie lösen sehr leicht aus, fangen auch Jungtiere, und Sie sehen von außen, ob sie ausgelöst haben. Für Anfänger sind solche geschlossenen Fallen oft einfacher als klassische Drahtfallen.
So gehen Sie vor: Suchen Sie ein gerades Gangstück, tragen Sie Handschuhe und reiben Sie sie mit Erde ab. Setzen Sie die Falle nach Anleitung in den geöffneten Gang und decken Sie die Stelle mit einer Rasensode oder einem Brett ab, sodass kein Licht hineinfällt. Ein kleines Luftloch darf bleiben, denn die Wühlmaus will genau diesen Luftzug verschließen. Stellen Sie mindestens zwei Fallen, damit die Maus aus beiden Richtungen erfasst wird, und kontrollieren Sie regelmäßig.
Zwei Fallentypen sehen wir kritisch. Lebendfallen bedeuten für die Tiere Stress, sie können verhungern oder auskühlen, und das Aussetzen verlagert das Problem nur zum Nachbarn. Selbstschussfallen mit Platzpatronen dürfen nur Erwachsene kaufen und bedienen. In dicht bebauten Wohngebieten rät das LTZ Augustenberg wegen der Gefahr für Kinder und Haustiere davon ab.
Hausmittel gegen Wühlmäuse ehrlich bewertet
Ultraschall- und Vibrationsgeräte versprechen viel. Eine Wirkung konnte bei keinem dieser Verfahren nachgewiesen werden. Das Pflanzenschutzamt Berlin weist trocken darauf hin, dass Schermäuse auch auf Mittelinseln stark befahrener Straßen und neben Bahntrassen leben. Ein Summen im Rasen stört sie nicht.
Knoblauch, Kaiserkrone, Basilikum und Wolfsmilch gelten als Abwehrpflanzen. Die Mäuse meiden sie vielleicht selbst, die Rosen und Tulpen daneben schützen sie aber nicht. In Versuchen zeigten diese Pflanzen keine verlässliche Wirkung.
Bei Buttersäure, Hundehaaren, Pflanzenjauche, Scherben oder offenen Flaschen im Gang sieht es nicht besser aus. Wenn überhaupt, wirken solche Mittel kurz, danach ist die Wühlmaus wieder da oder hat einen neuen Gang gegraben. Wir verstehen den Wunsch nach einer sanften Lösung. Nur kostet jedes Hausmittel, das nicht wirkt, eine weitere Saison voller abgefressener Wurzeln.
Wühlmäuse im Garten: Wann der Fachbetrieb hilft
Wühlmäuse im Garten sind für viele Kammerjäger ein normaler Auftrag, das gilt auch für uns. Ein Anruf lohnt sich, wenn Sie nach mehreren Wochen mit Fallen keinen Erfolg haben, wenn junge Obstbäume oder teure Gehölze akut gefährdet sind, wenn die Fläche groß ist oder wenn Sie unsicher sind, ob nicht doch ein Maulwurf gräbt. Wir beraten Sie und nennen Ihnen den Festpreis am Telefon, in Hamburg und im Umland bis etwa 65 Kilometer. Für Fragen rund um Pflanzenschutz im Garten berät in Hamburg außerdem der Pflanzenschutzdienst der Stadt.
Vor dem Anruf hilft es, wenn Sie ein paar Fotos von den Hügeln und den Schäden machen und grob schätzen, wie groß die betroffene Fläche ist. Dann lässt sich am Telefon meist schon klären, ob überhaupt eine Wühlmaus gräbt und welcher Aufwand sinnvoll ist. Manchmal reicht ein Drahtkorb und eine gut gestellte Falle, und genau das sagen wir Ihnen dann auch.
Wühlmäusen vorbeugen: Drahtkorb, Sperre, kurzer Rasen
Der wirksamste Schutz für einzelne Pflanzen ist der Drahtkorb. Setzen Sie Blumenzwiebeln, Stauden und junge Gehölze in ausreichend große, geschlossene Körbe oder wickeln Sie den Ballen mit Maschendraht ein. Schützen Sie bei Bäumen auch den unteren Stammbereich. So kommt die Wühlmaus nicht an die Wurzeln, während die Pflanze anwächst.
Für ganze Beete oder eine Neupflanzung empfiehlt das Pflanzenschutzamt Berlin eine Sperre aus Maschendraht mit 10 bis 15 Millimetern Maschenweite und einem Meter Höhe. Sie wird 50 Zentimeter tief eingegraben und oben 10 bis 20 Zentimeter nach außen abgeknickt, damit die Tiere nicht darüberklettern. Die Fläche innen müssen Sie danach einmal leer fangen.
Halten Sie den Rasen kurz, dann sehen Greifvögel und Wiesel die Mäuse besser, und Sie erkennen neue Hügel früh. Ernten Sie Wurzel- und Knollengemüse rechtzeitig und lassen Sie keine Reste im Beet überwintern. Ein Steinhaufen für das Mauswiesel und eine Sitzstange für Greifvögel helfen zusätzlich. Und sprechen Sie mit den Nachbarn: Freie Reviere werden von angrenzenden Flächen schnell wieder besiedelt, gemeinsames Vorgehen hält deutlich länger.
Mäusebekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Land Berlin: Merkblatt Schermäuse und Maulwürfe (PDF)
- Freie und Hansestadt Hamburg: Wühlmäuse
- Umweltbundesamt: Welche Nagetiere dürfen bekämpft werden?
- t-online: Rattengift: Frist läuft im Oktober ab
- LAVES Niedersachsen: Antikoagulanzien nach 30.06.2026 nur für geschulte berufsmäßige Verwender
Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Wühlmäuse bekämpfen: häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, Wühlmäuse zu bekämpfen?
Vom Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr. Dann ist das Nahrungsangebot knapp, Köder werden besser angenommen, und die Tiere kontrollieren ihre Gänge regelmäßig.
Wie erkenne ich, ob es eine Wühlmaus oder ein Maulwurf ist?
Wühlmaushügel sind flach, liegen seitlich vom Loch und enthalten Pflanzenreste, Maulwurfshügel sind hoch und sitzen mittig über dem Gang. Sicher wird es mit der Verwühlprobe: Eine Wühlmaus verschließt einen geöffneten Gang meist innerhalb weniger Stunden.
Darf man Wühlmäuse töten?
Ja. Schermaus und Feldmaus sind in der Bundesartenschutzverordnung vom besonderen Schutz ausgenommen und dürfen bekämpft werden. Der Maulwurf dagegen ist besonders geschützt und darf nicht gefangen oder getötet werden.
Ist Wühlmausgas erlaubt?
Zur Begasung von Wühlmausgängen sind derzeit keine Mittel zugelassen. Auch das Einleiten von Autoabgasen, Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid ist verboten.
Helfen Knoblauch oder Ultraschall gegen Wühlmäuse?
Nein, nicht verlässlich. Für Ultraschall- und Vibrationsgeräte gibt es keinen Wirkungsnachweis, und Abwehrpflanzen wie Knoblauch oder Kaiserkrone schützen die Nachbarpflanzen nicht.
Welche Wühlmausfalle ist die beste?
Für Einsteiger sind senkrecht stehende Röhrenfallen oft am einfachsten, weil sie leicht auslösen und man den Fang von außen sieht. Drahtfallen fangen gut, brauchen beim Stellen aber Übung. Setzen Sie immer mindestens zwei Fallen.
Kommen Wühlmäuse wieder?
Oft ja, denn freie Reviere werden von Nachbarflächen schnell neu besiedelt. Drahtkörbe, eine Sperre aus Maschendraht und regelmäßige Kontrolle neuer Hügel halten den Befall dauerhaft klein.
Was kostet ein Kammerjäger gegen Wühlmäuse?
Das hängt von Fläche und Befall ab. Wir beraten Sie und nennen Ihnen den Festpreis am Telefon.