Fliegende Ameisen: Hochzeitsflug, Termiten-Vergleich, Nest im Haus

Von Heiko Kirschner · Aktualisiert 04.09.2026

Titelbild: Fliegende Ameisen: Hochzeitsflug, Termiten-Vergleich, Nest im Haus

Kurz beantwortet:Fliegende Ameisen sind Geschlechtstiere beim Hochzeitsflug, der meist an schwülen Tagen im Juli und August stattfindet. Sie sind harmlos, werfen nach der Paarung die Flügel ab, und die begatteten Königinnen suchen einen Nistplatz. Kommen fliegende Ameisen im Haus über Tage aus Ritzen, Wänden oder Fußleisten, sitzt das Nest im Gebäude.

Fliegende Ameisen erkennen: Hochzeitsflug und Ameisen mit Flügeln

Fliegende Ameisen sind keine eigene Art, sondern die geflügelten Geschlechtstiere ganz normaler Ameisenvölker. Den größten Teil des Jahres besteht ein Volk aus flügellosen Arbeiterinnen und einer Königin. Im Sommer zieht das Volk zusätzlich junge Königinnen und Männchen mit Flügeln heran. An einem geeigneten Tag verlassen sie gleichzeitig das Nest. Diesen Massenausflug nennt man Hochzeitsflug. Bei der Schwarzen Wegameise, der häufigsten Art in Gärten und an Häusern, findet er meist im Juli und August statt, oft nach einem Regen an einem schwülen, windstillen Nachmittag oder frühen Abend. Weil viele Völker in der Umgebung auf dasselbe Wetter reagieren, fliegen an einem solchen Tag überall gleichzeitig Tausende Tiere. Sie sitzen an Fassaden, kriechen über Terrassen, landen in Haaren und kommen durch offene Fenster in Wohnungen. Das wirkt wie ein Befall, ist aber ein natürliches Ereignis, das nach wenigen Stunden vorbei ist. Am nächsten Tag ist der Spuk in der Regel beendet.

Beim Hochzeitsflug paaren sich die Tiere in der Luft. Die Männchen sterben kurz darauf. Die begatteten Königinnen landen, brechen sich mit den Beinen die Flügel ab und suchen eine geschützte Stelle, um ein neues Volk zu gründen: unter einem Stein, in einer Erdritze, in einer Fuge. Deshalb finden Sie nach einem Flugtag oft abgeworfene Flügel auf Fensterbänken und einzelne flügellose, etwas größere Ameisen, die ziellos umherlaufen. Fliegende Ameisen sind harmlos. Sie stechen nicht, beißen nicht ernsthaft und fressen nichts in der Wohnung. Die Geschlechtstiere sind größer als die Arbeiterinnen, bei der Wegameise sind Königinnen etwa 8–9 mm groß, die Männchen kleiner und schlanker.

Ameisen mit Flügeln erkennen Sie an denselben Merkmalen wie flügellose Ameisen, nur größer und mit zwei Flügelpaaren. Das wichtigste Merkmal ist die schmale Taille zwischen Brust und Hinterleib. Dazu kommen geknickte, wie ein Ellbogen abgewinkelte Fühler und ein deutlich abgesetzter Kopf mit kräftigen Mundwerkzeugen. Die Vorderflügel sind größer als die Hinterflügel, und im Sitzen liegen die Flügel flach über dem Körper. Die Königinnen der Wegameise sind schwarz, glänzend und mit 8–9 mm deutlich größer als die Arbeiterinnen. Ihr Hinterleib ist dick und rund. Die Männchen sind kleiner, schlank, schwarz und wirken mit ihren im Verhältnis großen Flügeln fast wie kleine Wespen. Beide fliegen eher ungeschickt und taumelnd und setzen sich schnell ab. Nach der Paarung finden Sie Königinnen, die ihre Flügel bereits abgeworfen haben; dann erkennen Sie sie an den kleinen Flügelansätzen an der Brust.

Bei anderen Arten sehen die Geschlechtstiere entsprechend anders aus. Geflügelte Rossameisen sind sehr groß, Königinnen bis 18 mm, und tauchen im Frühsommer auf. Geflügelte Gelbe Wiesenameisen sind bräunlich und schwärmen meist im August und September. Pharaoameisen haben zwar Geschlechtstiere, aber sie führen keinen Hochzeitsflug im Freien durch, sondern paaren sich im Nest. Fliegende Ameisen sind also praktisch nie Pharaoameisen. Achten Sie auf den Zeitpunkt. Einzelne fliegende Ameisen, die im Sommer nach einem Regen an einem Fenster sitzen, sind Teil eines Hochzeitsflugs von draußen. Fliegende Ameisen im Winter, im zeitigen Frühjahr oder über mehrere Tage in Folge in einem geschlossenen Raum sind ein anderer Fall.

Verwechslungsgefahr: Fliegende Ameisen oder Termiten?

Die Frage nach Termiten taucht oft auf, weil sie aus amerikanischen Filmen und Ratgebern bekannt ist. Zur Beruhigung: Termiten kommen in Deutschland praktisch nicht vor. Eine im Mittelmeerraum heimische Art wurde in Hamburg vor Jahrzehnten einmal eingeschleppt und ist seit langem als beseitigt gemeldet. Wenn Sie in Deutschland fliegende Insekten sehen, die Ameisen ähneln, sind es fast immer Ameisen.

Trotzdem lässt sich der Unterschied leicht prüfen. Termiten haben keine Taille; ihr Körper ist von der Brust bis zum Hinterleib gleichmäßig breit. Ihre Fühler sind gerade und perlschnurartig, nicht abgeknickt. Alle vier Flügel sind gleich groß und gleich lang, oft deutlich länger als der Körper, und sie brechen an einer Sollbruchstelle ab. Ameisen dagegen haben die schmale Taille, geknickte Fühler und ungleich große Flügelpaare. Termiten sind meist hell, cremefarben bis hellbraun, Ameisen dunkel.

Die zweite häufige Verwechslung ist die mit kleinen schwarzen Fliegen, vor allem Trauermücken. Trauermücken sind 2–4 mm groß, sehr zart, mit dünnen langen Beinen und nur zwei Flügeln. Sie fliegen taumelnd um Blumentöpfe und sitzen an Fensterscheiben, und sie treten das ganze Jahr über auf, weil ihre Larven in feuchter Blumenerde leben. Wer im Winter „kleine fliegende Ameisen“ im Wohnzimmer hat, hat sehr wahrscheinlich Trauermücken in den Zimmerpflanzen.

Auch Fruchtfliegen, Schlupfwespen und kleine Blattläuse mit Flügeln werden gelegentlich für fliegende Ameisen gehalten. Ein Blick mit der Lupe auf Taille und Fühler klärt es in Sekunden.

Fliegende Ameise

Fliegende Ameise

  • Deutliche Taille zwischen Brust und Hinterleib
  • Vorderflügel größer als Hinterflügel
  • Geknickte, abgewinkelte Fühler
  • Tritt schwarmartig an wenigen Sommertagen auf
Termite

Termite

  • Keine Taille, Körper gleichmäßig breit
  • Alle vier Flügel gleich groß und lang
  • Gerade, perlschnurartige Fühler
  • In Deutschland praktisch nicht vorhanden
Trauermücke

Trauermücke

  • Sehr zart, 2–4 mm, schwarz, dünne Beine
  • Nur zwei Flügel, fliegt taumelnd
  • Sitzt an Blumentöpfen und Fenstern
  • Larven in feuchter Blumenerde, ganzjährig

Sind fliegende Ameisen gefährlich? Wann steckt ein Nest im Haus dahinter?

Für Menschen und Haustiere sind fliegende Ameisen ungefährlich. Sie übertragen keine Krankheiten, stechen nicht und richten keinen Schaden an. Der Hochzeitsflug ist für den Garten sogar nützlich, weil Vögel, Spinnen und Fledermäuse in diesen Stunden reichlich Nahrung finden. Die meisten Königinnen überleben die Gründung eines neuen Volks nicht.

Interessant wird es, wenn die fliegenden Ameisen nicht von draußen kommen, sondern aus dem Haus selbst. Woran Sie das erkennen: Die Tiere erscheinen bei geschlossenen Fenstern. Sie kommen sichtbar aus Fußleisten, Ritzen im Boden, Fensterrahmen, Holzverkleidungen, Steckdosen oder Rissen im Putz. Es sind nicht nur ein paar verirrte Tiere, sondern Dutzende oder Hunderte, und das an mehreren Tagen. Sie tauchen zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit auf, etwa im Frühjahr in einem beheizten Raum, weil die Wärme im Haus den Flug früher auslöst.

Dann sitzt ein Ameisenvolk im Gebäude. Bei der Schwarzen Wegameise sind das oft Nester unter dem Estrich, in der Dämmung von Fußböden und Wänden, hinter Holzverkleidungen, in Rollladenkästen oder in der Trittschalldämmung. Bei Rossameisen ist es feuchtes Holz: Balken, Fensterrahmen, Fachwerk. Auch Nester in Wärmedämmverbundsystemen an der Fassade kommen vor, weil das Dämmmaterial leicht zu bearbeiten ist und Wärme speichert.

Ein Nest im Gebäude ist für die Bausubstanz meist kein akutes Problem, aber es wächst, und es zeigt manchmal einen Feuchtigkeitsschaden an. Die Königin lebt viele Jahre. Ohne Behandlung erleben Sie den Hochzeitsflug aus der Fußleiste jeden Sommer wieder, und die Arbeiterinnen finden über kurz oder lang den Weg zur Küche.

Illustration: Sind fliegende Ameisen gefährlich? Wann steckt ein Nest im Haus dahinter?

Selbst handeln: Was hilft, was nicht

Bei einem Hochzeitsflug von draußen ist die Antwort einfach: Fenster schließen, abwarten, aufsaugen. Ein Fliegengitter hält die Tiere fern. Wer einzelne Tiere in der Wohnung hat, saugt sie ein oder fängt sie mit Glas und Papier. Nach ein paar Stunden ist der Flug vorbei. Sprays sind unnötig, weil die Tiere ohnehin sterben oder abwandern. Auch die abgeworfenen Flügel auf der Fensterbank sind nur Staub und kein Zeichen für etwas Weiteres.

Wenn Sie nach dem Flug einzelne flügellose Königinnen im Haus finden, die einen Nistplatz suchen, sammeln Sie sie ein und setzen sie draußen aus. In einer trockenen Wohnung ohne Erde können sie kaum ein Volk gründen. Achten Sie in den Wochen danach auf Ameisenstraßen, dann ist möglicherweise doch eine Gründung gelungen, meist in einem Blumenkübel oder unter der Terrassentür.

Anders sieht es aus, wenn die Tiere aus dem Gebäude kommen. Sprays und Pulver an der Austrittsstelle töten die sichtbaren Geschlechtstiere, erreichen aber weder die Königin noch die Brut. Das Nest bleibt. Köderdosen können bei Wegameisen im Gebäude funktionieren, wenn Sie sie an den Laufwegen der Arbeiterinnen platzieren, nicht an der Stelle, wo die Flieger herauskommen. Das erfordert Geduld und funktioniert nur, wenn die Arbeiterinnen den Köder auch annehmen.

Bei Rossameisen und bei Nestern in Dämmung, Wänden oder unter dem Estrich ist der Eigenversuch wenig aussichtsreich. Dokumentieren Sie stattdessen, wo genau die Tiere austreten, wann und wie viele, und machen Sie Fotos. Das hilft bei der Suche nach dem Nest erheblich.

Wann zum Profi: Nest im Gebäude finden und beseitigen

Rufen Sie uns, wenn fliegende Ameisen bei geschlossenen Fenstern aus Ritzen, Fußleisten, Rahmen oder Wänden kommen, wenn das an mehreren Tagen passiert oder wenn es sich um sehr große Tiere handelt, die auf Rossameisen hindeuten. Wir bestimmen die Art, verfolgen die Laufwege der Arbeiterinnen und lokalisieren das Nest, auch in Dämmung, Estrich oder Holz. Dann behandeln wir gezielt mit Fraßködern oder, wo es zugänglich ist, direkt am Nest. Bei Rossameisen prüfen wir gleichzeitig die Feuchtigkeitsursache im Holz; die Holzschutz-Beratung ist kostenlos.

Für die Ameisenbekämpfung nennen wir Ihnen am Telefon einen Festpreis, je nach Art und Umfang. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es ein normaler Hochzeitsflug oder ein Nest im Haus ist, schicken Sie uns ein Foto und beschreiben Sie, woher die Tiere kommen. In vielen Fällen können wir am Telefon Entwarnung geben. Wie die Ameisenbekämpfung bei uns im Detail abläuft, steht auf unserer Leistungsseite.

Fliegenden Ameisen im Haus vorbeugen

Gegen den Hochzeitsflug von draußen helfen Fliegengitter an Fenstern und Türen, besonders im Juli und August an schwülen Abenden. Abends weniger Licht hinter offenen Fenstern reduziert die Anziehung. Dichten Sie Fugen an Fensterbänken, Türschwellen und Rohrdurchführungen ab, damit begattete Königinnen keine Ritze als Nistplatz finden.

Gegen Nester im Gebäude hilft, was auch gegen andere Ameisen hilft: Keine offenen Nahrungsquellen, dichte Sockel und Anschlüsse, keine Feuchtigkeit im Holz. Kontrollieren Sie Fensterrahmen, Balkenköpfe und Holzverkleidungen an Nordseiten auf Feuchteschäden. Wer im Frühjahr Ameisenstraßen an der Fassade oder am Sockel sieht, sollte das Nest schon dann suchen und behandeln lassen, bevor im Sommer die Geschlechtstiere aus der Fußleiste kommen.

Häufige Fragen

Was Sie wissen möchten

Warum gibt es plötzlich so viele fliegende Ameisen?

Im Sommer, meist im Juli und August, ziehen Ameisenvölker geflügelte Königinnen und Männchen heran, die an einem schwülen, windstillen Tag nach Regen gleichzeitig ausfliegen. Weil alle Völker der Umgebung auf dasselbe Wetter reagieren, erscheinen Tausende Tiere auf einmal. Dieser Hochzeitsflug dauert nur wenige Stunden und ist am nächsten Tag vorbei.

Sind fliegende Ameisen gefährlich?

Nein. Fliegende Ameisen stechen nicht, übertragen keine Krankheiten und richten in der Wohnung keinen Schaden an. Sie sind die Geschlechtstiere normaler Ameisenvölker und sterben nach der Paarung oder werfen als Königinnen die Flügel ab, um ein Nest zu gründen. Für Vögel und andere Tiere ist der Hochzeitsflug sogar eine wichtige Nahrungsquelle.

Wie unterscheide ich fliegende Ameisen von Termiten?

Ameisen haben eine schmale Taille, geknickte Fühler und Vorderflügel, die größer sind als die Hinterflügel. Termiten haben keine Taille, gerade perlschnurartige Fühler und vier gleich große Flügel. Termiten sind zudem meist hell, Ameisen dunkel. In Deutschland kommen Termiten praktisch nicht vor, sodass fliegende Insekten mit Ameisenform hierzulande fast immer Ameisen sind.

Was bedeuten fliegende Ameisen im Haus?

Einzelne Tiere im Sommer bei offenem Fenster stammen vom Hochzeitsflug draußen und sind bedeutungslos. Kommen jedoch bei geschlossenen Fenstern Dutzende Tiere aus Fußleisten, Ritzen, Fensterrahmen, Holz oder Steckdosen, und das an mehreren Tagen, sitzt ein Ameisennest im Gebäude, oft in Dämmung, unter dem Estrich oder in feuchtem Holz.

Wann ist der Hochzeitsflug der Ameisen?

Bei der Schwarzen Wegameise, der häufigsten Art an Häusern, findet der Hochzeitsflug meist im Juli und August statt, an schwülen, windstillen Nachmittagen oder frühen Abenden nach einem Regen. Rossameisen schwärmen eher im Frühsommer, Gelbe Wiesenameisen im August und September. In beheizten Gebäuden kann ein Nest auch außerhalb der Saison Flieger entlassen.

Warum verlieren fliegende Ameisen ihre Flügel?

Nach der Paarung im Flug landen die Königinnen und brechen sich die Flügel mit den Beinen ab, weil sie sie zum Gründen eines Nests im Boden nicht mehr brauchen. Die Flugmuskulatur wird als Energiereserve für die ersten Wochen abgebaut. Abgeworfene Flügel auf Fensterbänken und Terrassen sind deshalb ein typisches Bild nach einem Flugtag.

Was tun gegen fliegende Ameisen in der Wohnung?

Fenster schließen, Fliegengitter nutzen, die Tiere aufsaugen oder mit Glas und Papier nach draußen bringen. Sprays sind unnötig, weil die Tiere ohnehin sterben oder abwandern. Flügellose Königinnen, die einen Nistplatz suchen, setzen Sie draußen aus. Kommen die Tiere aus dem Gebäude selbst, hilft nur die Behandlung des Nests, nicht das Töten der sichtbaren Flieger.

Können fliegende Ameisen ein Nest in der Wohnung gründen?

In einer trockenen Wohnung ohne Erde gelingt das nur selten. Königinnen brauchen eine geschützte, leicht feuchte Stelle wie eine Bodenfuge, einen Blumenkübel oder eine Ritze unter der Terrassentür. Achten Sie in den Wochen nach dem Hochzeitsflug auf neue Ameisenstraßen. Sehen Sie welche, ist eine Gründung gelungen und Köderdosen sind jetzt am wirksamsten.

Sind kleine schwarze Fliegen an Blumentöpfen fliegende Ameisen?

Nein, das sind meist Trauermücken. Sie sind 2–4 mm groß, sehr zart, haben dünne lange Beine und nur zwei Flügel. Sie fliegen taumelnd um Zimmerpflanzen und sitzen an Fenstern, und zwar das ganze Jahr, weil ihre Larven in feuchter Blumenerde leben. Fliegende Ameisen haben dagegen vier Flügel, eine Taille und treten schwarmartig an wenigen Sommertagen auf.

Was kostet die Bekämpfung eines Ameisennests im Haus?

Für die Ameisenbekämpfung nennen wir Ihnen am Telefon einen Festpreis, abhängig von der Art, der Lage des Nests und dem Umfang. Vorab klären wir anhand eines Fotos und Ihrer Beschreibung, ob es sich überhaupt um ein Nest im Gebäude handelt. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag vor Ort.

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