Ameisen im Haus: Arten erkennen, Hausmittel, bekämpfen

Kurz beantwortet:Ameisen im Haus sind meist Schwarze Wegameisen, die von draußen über eine Duftspur zu Nahrungsquellen in der Küche laufen. Ameisen bekämpfen Sie am besten, indem Sie die Nahrung entfernen, die Duftspur abwischen und Köderdosen an der Ameisenstraße aufstellen. Winzige gelbliche Pharaoameisen mit Nest im Gebäude sind dagegen ein Fall für den Profi.
Welche Ameisen sind im Haus? Arten erkennen
Wenn im Frühjahr oder Sommer plötzlich Ameisen in der Küche laufen, ist es in den meisten Fällen die Schwarze Wegameise (Lasius niger), auch Schwarzgraue Wegameise genannt. Die Arbeiterinnen sind 3–5 mm groß, schwarz bis dunkelbraun und laufen in einer deutlichen Reihe, der Ameisenstraße, zwischen einem Eingang und einer Nahrungsquelle hin und her. Das Nest liegt fast immer draußen: unter Terrassenplatten, Gehwegplatten, in Rasenkanten, im Blumenkübel oder in der Fuge am Hauseingang. Ins Haus kommen sie durch Türschwellen, Rollladenkästen, Rohrdurchführungen und Risse im Sockel.
Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) ist der unangenehme Sonderfall. Sie ist mit etwa 2 mm winzig, gelblich bis bernsteinfarben mit etwas dunklerem Hinterleib und läuft weniger in klaren Straßen als in scheinbar ziellosen Trupps. Sie stammt aus den Tropen und überlebt in Deutschland nur in beheizten Gebäuden. Ihre Nester liegen deshalb im Haus: in Wandhohlräumen, hinter Fliesen, in Steckdosen, unter Böden, an Warmwasserleitungen. Eine Kolonie hat viele Königinnen und kann sich bei Störung in mehrere Nester aufteilen. Sie kommt vor allem in Mehrfamilienhäusern, Krankenhäusern, Pflegeheimen und Großküchen vor.
Rossameisen (Camponotus-Arten) sind die Riesen unter den heimischen Ameisen: 6–14 mm groß, schwarz oder schwarz-rotbraun. Sie nagen Gänge in feuchtes, weiches Holz, um dort zu nisten. Sie fressen das Holz nicht, aber sie höhlen es aus. Finden Sie einzelne sehr große Ameisen im Haus, oft in der Nähe von Fenstern, Balken oder Fachwerk, und darunter feines Holzmehl, ist das ein Hinweis auf feuchtes Holz im Gebäude.
Weitere Arten wie die Gelbe Wiesenameise oder die Rote Gartenameise verirren sich gelegentlich ins Haus, bauen dort aber keine Nester. Fliegende Ameisen im Sommer sind Geschlechtstiere beim Hochzeitsflug und in der Regel kein Zeichen für ein Nest im Haus.
Ameisenstraße: Wie Ameisen in die Küche finden
Ameisen finden Nahrung nicht zufällig. Einzelne Kundschafterinnen laufen weite Strecken ab. Findet eine Arbeiterin etwas Brauchbares, nimmt sie eine Probe auf und legt auf dem Rückweg eine Duftspur aus Pheromonen. Andere Arbeiterinnen folgen dieser Spur, verstärken sie mit jedem Gang, und innerhalb weniger Stunden entsteht die typische Ameisenstraße. Sie führt schnurgerade oder entlang von Kanten von der Eintrittsstelle zur Nahrung und zurück.
Deshalb ist die Ameisenstraße Ihr wichtigstes Werkzeug. Folgen Sie ihr in beide Richtungen. Am einen Ende finden Sie die Nahrungsquelle: den Honig mit klebrigem Rand, die Marmelade, die Zuckerdose, den Napf des Haustiers, den Mülleimer, den Sirupfleck hinter dem Herd, die vergessene Limoflasche. Am anderen Ende finden Sie den Eintrittspunkt: die Fuge unter der Terrassentür, den Riss neben dem Fensterrahmen, das Loch hinter der Fußleiste, die Kabeldurchführung.
Wegameisen mögen vor allem Süßes: Zucker, Honig, Obst, Säfte. Sie halten draußen Blattläuse wegen des Honigtaus. Im Sommer, wenn es draußen trocken ist, suchen sie auch Wasser und finden es in Spülen und an tropfenden Hähnen. Pharaoameisen dagegen bevorzugen Eiweiß und Fett: Fleisch, Wurst, Käse, Tierfutter, sogar Wundsekrete, was sie in Kliniken gefährlich macht.
Wer die Ameisenstraße abwischt, unterbricht die Duftspur. Das hilft für einige Stunden. Solange die Nahrungsquelle offen bleibt, finden die Kundschafterinnen den Weg wieder. Deshalb steht bei der Bekämpfung immer die Ursache an erster Stelle.
Schwarze Wegameise
- 3–5 mm, schwarz bis dunkelbraun
- Nest meist draußen unter Platten und Steinen
- Deutliche Ameisenstraße zu Süßem und Fett
- Mit Ködern und Sauberkeit gut in den Griff zu bekommen
Pharaoameise
- Nur etwa 2 mm, gelblich bis bernsteinfarben
- Nest im Gebäude, in Wänden, hinter Fliesen
- Viele Königinnen, Kolonie teilt sich bei Störung
- Nur mit Fraßködern, nie sprühen, Profi-Fall
Rossameise
- 6–14 mm, sehr groß, schwarz oder rotbraun
- Nagt Gänge in feuchtes Holz, frisst es nicht
- Einzelne große Tiere, Holzmehl unter Balken
- Hinweis auf feuchtes Holz im Haus
Sind Ameisen im Haus gefährlich?
Schwarze Wegameisen sind lästig, aber nicht gefährlich. Sie beißen Menschen nicht ernsthaft, übertragen im Normalfall keine Krankheiten und richten an der Bausubstanz keinen Schaden an. Sie verunreinigen Lebensmittel, indem sie darüberlaufen, und ein Volk kann in der Saison mehrere tausend Arbeiterinnen zählen. Unter Terrassenplatten können sie durch Aushöhlen des Sandbetts für Absackungen sorgen. Das ist ärgerlich, mehr nicht.
Pharaoameisen sind hygienisch ein ernstes Problem. Sie laufen über Abfälle, Abflüsse und Toiletten und danach über Lebensmittel, Verbandsmaterial und sterile Flächen. Deshalb können sie Keime verschleppen. In Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kitas und Lebensmittelbetrieben ist ein Befall ein Hygienemangel, der gemeldet und professionell bekämpft werden muss. In Wohnungen ist die Gefahr geringer, aber die Kolonie wächst, breitet sich über Stockwerke aus und ist mit Hausmitteln nicht zu stoppen.
Rossameisen sind für den Menschen ungefährlich, ihr Auftreten im Haus ist aber ein Warnsignal. Sie nisten nur in Holz, das bereits feucht und weich ist: Balkenköpfe an undichten Stellen, Fensterrahmen mit Wasserschaden, Fachwerk, Holzverkleidungen an Nordseiten. Die eigentliche Ursache ist die Feuchtigkeit, und die kann größere Schäden nach sich ziehen, etwa durch Pilze. Ein Rossameisennest sollte deshalb von einem Fachbetrieb angesehen werden, auch wegen der Holzschutzfrage.
Die Ursache eines Ameisenproblems ist fast immer Nahrung und ein Zugang. Ameisen kommen nicht, weil die Wohnung schmutzig ist, sondern weil es irgendwo etwas Süßes, Fettiges oder Feuchtes gibt, das leichter zu erreichen ist als das Angebot draußen.

Hausmittel gegen Ameisen: Was hilft, was nicht
Über Hausmittel gegen Ameisen kursieren viele Behauptungen. Der ehrliche Stand: Backpulver soll Ameisen aufblähen und töten. Das funktioniert in der Praxis kaum, weil Ameisen es nicht in relevanter Menge fressen. Es verschmutzt Ihre Küche und beeindruckt das Volk nicht. Zimt, Kaffeesatz, Lavendel, Nelken, Zitrone und ätherische Öle wirken als Duftbarrieren, weil sie die Pheromonspur überdecken. Ameisen meiden diese Stellen für einige Stunden bis Tage und suchen sich dann einen anderen Weg. Als kurzfristige Umleitung brauchbar, als Lösung nicht.
Essigwasser ist tatsächlich nützlich, aber nicht als Gift, sondern als Reiniger: Wer die gesamte Ameisenstraße mit Essigwasser wischt, löscht die Duftspur zuverlässig. Kombiniert mit dem Entfernen der Nahrungsquelle kann das bei einem frischen Besuch ausreichen. Kreide und Kalkstriche sollen als Barriere wirken; Ameisen laufen nach kurzer Zeit darüber. Klebeband mit der Klebeseite nach oben an Türschwellen hält einige auf, aber nicht das Volk.
Was wirklich wirkt, ist die Kombination aus drei Schritten. Erstens: Nahrung wegräumen. Zucker, Honig, Marmelade, Obst, Süßigkeiten und Tierfutter in dicht schließende Behälter, Flächen abwischen, Müll abends raus, Spüle trocken. Zweitens: Duftspur löschen und Eintrittsstelle verschließen, zum Beispiel mit Silikon oder Acryl an Fugen und Rissen. Drittens: Köderdosen mit Fraßgift an die Ameisenstraße stellen. Die Arbeiterinnen tragen den Köder ins Nest und verfüttern ihn an Brut und Königin. Nach ein bis zwei Wochen ist das Volk in der Regel abgestorben oder abgewandert.
Was Sie nicht tun sollten: Ameisen mit Spray oder Pulver auf der Straße töten. Sie treffen nur die Arbeiterinnen, das Nest merkt nichts. Bei Pharaoameisen ist das sogar kontraproduktiv, weil die Kolonie auf Störung mit Teilung reagiert und aus einem Nest mehrere werden. Bei Pharaoameisen gilt: nur Köder, nie sprühen, und am besten gar nicht selbst.
Wann zum Profi: Ameisen bekämpfen in Hamburg
Rufen Sie uns, wenn Sie winzige gelbliche Ameisen sehen, die in Trupps statt in Straßen laufen, wenn Ameisen im Winter bei geschlossenen Fenstern auftreten, wenn sie aus Steckdosen, Fliesenfugen oder Wänden kommen oder wenn sie in mehreren Wohnungen eines Hauses unterwegs sind. Das sind die typischen Zeichen für Pharaoameisen oder ein Nest im Gebäude. Auch bei Rossameisen mit Holzmehl unter Balken und bei Wegameisen, die trotz Köder und Sauberkeit nach zwei bis drei Wochen nicht verschwinden, ist der Profi der schnellere Weg.
Bei Pharaoameisen arbeiten wir ausschließlich mit Fraßködern, die auf die Art abgestimmt sind, und behandeln das gesamte Gebäude, nicht nur eine Wohnung. In Mehrfamilienhäusern stimmen wir das mit der Hausverwaltung ab, weil eine Einzelbehandlung nicht hält. Bei Wegameisen suchen wir das Nest draußen und behandeln es direkt, statt nur in der Küche zu arbeiten. Bei Rossameisen prüfen wir gleichzeitig das Holz und die Feuchtigkeitsursache. Die Holzschutz-Beratung ist dabei kostenlos.
Für die Ameisenbekämpfung nennen wir Ihnen am Telefon einen Festpreis, abhängig von der Art und der Zahl der betroffenen Räume. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Schicken Sie uns gern vorab ein Foto der Tiere, dann können wir die Art oft schon am Telefon bestimmen. Wie die professionelle Ameisenbekämpfung im Detail abläuft, steht auf unserer Leistungsseite.
Ameisen im Haus vorbeugen
Vorbeugen ist bei Ameisen einfach, weil es fast nur um Nahrung und Zugänge geht. Lagern Sie Süßes und Tierfutter verschlossen, wischen Sie klebrige Flecken sofort weg und lassen Sie keinen Napf über Nacht stehen. Halten Sie den Bereich unter Spüle und Herd sauber. Dichten Sie Fugen an Terrassentüren, Fensterbänken und Rohrdurchführungen ab. Prüfen Sie im Frühjahr Rollladenkästen und Türschwellen.
Draußen sollten Sie Terrassenplatten mit festem Fugenmaterial verfugen, Blattlausbefall an Pflanzen nahe dem Haus bekämpfen und Kompost sowie Mülltonnen nicht direkt an die Hauswand stellen. Rossameisen halten Sie fern, indem Sie Holz am Haus trocken halten: Dachrinnen, Fensterrahmen und Balkenauflager regelmäßig kontrollieren. Wer im Frühjahr die ersten Kundschafterinnen sieht und sofort die Nahrung wegräumt, hat im Sommer meist Ruhe.