Wann sterben Wespen? Was im Herbst mit dem Wespenvolk passiert

Kurz beantwortet:Wespen sterben im Herbst: Bei Deutscher und Gemeiner Wespe gehen die Völker meist im September und Oktober ein, an warmen Stellen im Haus halten manche Nester bis in den November durch. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern und gründen im Frühjahr ein neues Volk. Das alte Nest wird nicht wieder bezogen und darf entfernt werden, sobald es nicht mehr bewohnt ist.
Wann sterben Wespen? Das Wespenjahr im Überblick
Ein Wespenvolk lebt nur einen Sommer. Die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises beschreibt den Lebenszyklus der sozialen Faltenwespen so: Im Frühjahr erwacht die Königin aus der Winterstarre und beginnt allein mit dem Nestbau. Sie formt die ersten Waben aus zerkautem Holz, legt Eier und füttert die Larven mit erbeuteten Insekten. Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, übernehmen diese Nestbau und Futtersuche, die Königin legt nur noch Eier.
Im August erreicht das Volk seinen Höhepunkt. Bei Deutscher und Gemeiner Wespe, den beiden Arten, die an Kuchen und Grillgut gehen, können es laut NABU rund 10.000 Tiere sein. Jetzt zieht das Volk keine Arbeiterinnen mehr heran, sondern Männchen und junge Königinnen. Das ist der Anfang vom Ende: Die alte Königin stirbt, und mit Nahrungsmangel und sinkenden Temperaturen geht auch das restliche Volk nach und nach ein.
Wann genau, hängt von der Art ab. Der NABU weist darauf hin, dass die meisten Wespenarten kurzzyklisch sind und schon ab Ende August wieder verschwinden. Die Nester, die dann noch wachsen, gehören fast immer der Deutschen oder der Gemeinen Wespe. Diese Völker sterben im September oder Oktober ab.
Wespen im Herbst: Was im Oktober mit dem Volk passiert
Der Oktober ist für die meisten Wespenvölker der letzte Monat. Die Arbeiterinnen werden weniger, das Nest leert sich, und an kühlen Morgen fliegen kaum noch Tiere. Es gibt aber Ausnahmen. Nester an warmen Stellen, etwa in der Dämmung unterm Dach, hinter einer Verkleidung an der Südseite oder in einem beheizten Gebäudeteil, halten laut NABU teils bis in den November durch. Die Stadt Köln beschreibt für die Gemeine Wespe, dass im November die letzten Arbeiterinnen umherfliegen und das Nest danach vollständig verlassen ist.
Überleben werden nur die jungen, begatteten Königinnen. Sie verlassen das Nest und suchen sich ein Winterquartier mit möglichst geringen Temperaturschwankungen. Das können morsches Holz, Ritzen oder Hohlräume im Boden sein, aber auch Dachböden, wo sie zum Beispiel zwischen Dielen oder alten Zeitschriften Unterschlupf finden. Dort fallen sie in eine Winterstarre und wachen erst im Frühjahr mit steigenden Temperaturen wieder auf.
Finden Sie im Winter eine einzelne, große Wespe auf dem Dachboden, ist das sehr wahrscheinlich eine solche Königin. Sie ist in der Kältestarre und ungefährlich. Ein neues Volk gründet sie erst im nächsten Frühjahr.
Wespe im Herbst
- Volk stirbt meist September bis Oktober
- Im Haus teils bis November aktiv
- Nur Jungköniginnen überwintern
- Leeres Nest wird nicht wieder bezogen
Europäische Hornisse im Herbst
- Höhepunkt Mitte August bis Mitte September
- Letzte Arbeiterinnen sterben Anfang November
- Königin überwintert in Holz oder Erde
- Bewohntes Nest besonders geschützt
Asiatische Hornisse im Herbst
- Nest wird mit dem Laubfall sichtbar
- Arbeiterinnen sterben im November
- Mehrere hundert Jungköniginnen pro Nest
- Fund melden, Entfernung durch Fachleute
Warum wirken Wespen im Oktober so aggressiv?
Viele Menschen haben den Eindruck, dass Wespen im Spätsommer und Herbst besonders angriffslustig sind. Der Grund ist Hunger. Den Sommer über versorgen sich die Arbeiterinnen zu einem guten Teil über ein Sekret, das die Larven im Nest abgeben, während sie selbst die Brut mit Insekten füttern. Wenn im Spätsommer keine neuen Arbeiterinnen mehr aufgezogen werden, fällt diese Quelle weg. Die Tiere suchen dann verstärkt nach Zucker und Eiweiß, und genau das steht auf Kaffeetafel und Grill.
Der NABU betont, dass Wespen abseits ihres Nests eigentlich nicht aggressiv sind, sondern aufdringlich. Gestochen wird, wenn man nach ihnen schlägt oder sie sich eingeklemmt fühlen, etwa im Ärmel oder unter dem Glasrand. Wegpusten ist keine gute Idee, denn das Kohlendioxid im Atem gilt im Nest als Alarmsignal.
Was wirklich hilft, ist unspektakulär: Essen und Getränke abdecken, Reste sofort wegräumen, aus Gläsern mit Deckel oder Strohhalm trinken und Kindern nach dem Essen Mund und Hände abwischen. Weitere Ideen, die tatsächlich funktionieren, haben wir im Ratgeber zu Hausmitteln gegen Wespen gesammelt. Wespenfallen mit Saft oder Bier sind dagegen keine Lösung. Sie töten viele andere Insekten, und der unspezifische Insektenfang im Freien ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.

Hornissennest im Winter und Hornissen im Herbst
Bei der Europäischen Hornisse läuft das Jahr ganz ähnlich, nur etwas später. Laut NABU erreicht ein Hornissenvolk zwischen Mitte August und Mitte September seinen Höhepunkt mit 400 bis 700 Tieren. An schönen Herbsttagen schwärmen Männchen und Jungköniginnen zur Paarung aus. Die begatteten Königinnen suchen sich ein geschütztes Winterquartier, oft im Holz eines morschen Baums oder im Erdreich. Die letzten Arbeiterinnen sterben Anfang November.
Ein Hornissennest im Winter ist deshalb leer. Es wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Solange es bewohnt ist, steht es allerdings unter besonderem Schutz: Die Europäische Hornisse darf nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Ein bewohntes Nest an kritischer Stelle darf nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde umgesiedelt werden. Wie Sie ein Hornissennest sicher erkennen, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
Eine Besonderheit ist im Herbst die Asiatische Hornisse. Ihre großen Nester hängen frei in Baumkronen und werden oft erst sichtbar, wenn das Laub fällt. Nach Angaben des Umweltbundesamts sterben auch hier Arbeiterinnen und Männchen erst im November ab, pro Nest können zuvor mehrere hundert Jungköniginnen entstehen. Ein solches Nest sollten Sie melden und nicht abwarten, wenn es auf Ihrem Grundstück hängt.
Wespennest im Herbst: Lohnt sich die Entfernung im Oktober noch?
Ehrlich gesagt: oft nicht. Wenn das Nest an einer Stelle sitzt, die niemanden stört, und das Volk ohnehin schon schwächer wird, ist Abwarten im Oktober meist die vernünftigste Lösung. Wespen stehen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Ein bewohntes Nest darf nur aus einem vernünftigen Grund entfernt werden. In wenigen Wochen erledigt die Natur das von selbst, und Sie sparen sich das Geld.
Es gibt aber gute Gründe, nicht zu warten. Wenn jemand im Haushalt auf Wespenstiche allergisch reagiert. Wenn das Nest im Rollladenkasten des Kinderzimmers sitzt und Wespen in die Wohnung gelangen. Wenn das Nest in der warmen Dämmung unter dem Dach liegt und das Volk sich bis in den November halten kann. Oder wenn Wespen sich bereits durch Gipskarton oder Verkleidung nach innen gearbeitet haben. Dann ist die Entfernung auch im Oktober gerechtfertigt und sinnvoll. Ein Wespennest entfernen wir zum Festpreis von 150 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten: das Einflugloch verschließen. Der NABU warnt, dass sich die Tiere dann einen anderen Ausgang suchen und dabei oft im Haus landen. Am verschlossenen Loch warten außerdem aufgebrachte Wespen. Mehr dazu lesen Sie in unseren Ratgebern zum Wespennest im Dach und zum Wespennest im Rollladenkasten.
Leeres Wespennest im Winter: darf es weg?
Ja. Der NABU erklärt, dass die Nester von Wespen und Hornissen nur so lange geschützt sind, wie sie aktiv genutzt werden. Da die allermeisten Arten ihre Nester nur eine Saison lang nutzen, dürfen sie entfernt werden, wenn sie nicht mehr bewohnt sind. Eine Ausnahme sind Feldwespen, die alte Nester gelegentlich noch einmal nutzen.
Prüfen Sie vorher, ob das Nest wirklich leer ist. Beobachten Sie das Einflugloch an einem milden, sonnigen Tag zehn Minuten lang. Fliegt nichts ein und aus, ist das Volk in aller Regel tot. Ziehen Sie trotzdem Handschuhe an, denn zwischen den Waben können noch einzelne erstarrte Tiere sitzen. Ein frei hängendes Nest lässt sich dann einfach abnehmen und in einen Müllbeutel stecken. Ein Nest in der Dämmung oder hinter einer Verkleidung kann bleiben, wenn es nicht stört. Wichtig ist nur, die Öffnung im Frühjahr zu schließen, damit keine neue Königin den Hohlraum findet.
Manchmal ist es klug, ein leeres, frei hängendes Nest einfach hängen zu lassen. Der NABU beobachtet, dass direkt daneben meist kein zweites Nest gebaut wird. Garantie ist das allerdings keine. Eine Jungkönigin kann im Frühjahr durchaus dieselbe Stelle wählen, nur eben mit einem neuen Nest.
Wespen im Winter: Wo überwintern die Königinnen?
Im Winter gibt es keine Wespenvölker mehr. Arbeiterinnen, Männchen und die alte Königin sind tot, übrig sind nur die jungen, begatteten Königinnen. Viele von ihnen überstehen den Winter nicht. Die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises schreibt, dass man schätzt, dass nur eine von zehn Königinnen im nächsten Jahr erfolgreich ein neues Nest gründet.
Ihr Winterquartier suchen sich die Königinnen nicht im alten Nest, denn das wird nicht wieder bezogen. Sie verkriechen sich an Stellen mit möglichst gleichmäßiger Temperatur: in morschem Holz, in Ritzen, in Hohlräumen im Boden oder auf Dachböden, zum Beispiel zwischen Dielen oder alten Zeitschriften, wie die Stadt Köln beschreibt. Hornissenköniginnen überwintern laut NABU oft im Holz morscher Bäume oder im Erdreich. Kritisch wird es erst im Frühjahr, wenn die Königinnen einen Nistplatz suchen. Dann wählen sie gern dunkle Hohlräume am Haus, häufig Rollladenkästen. Hat eine Königin dort mit dem Bau begonnen, lässt sie sich laut Landratsamt Mühldorf in der Regel nicht mehr vertreiben.
Taucht im Winter eine einzelne Wespe in der Wohnung auf, ist das fast immer eine Königin, die durch Wärme aus der Winterstarre geweckt wurde. Sie ist auffällig groß: Bei der Gemeinen Wespe misst die Königin 16 bis 19 Millimeter, eine Arbeiterin nur 11 bis 14. Ein Volk steckt nicht dahinter, ein Kammerjäger ist also nicht nötig. Fangen Sie das träge Tier mit einem Glas und einer Postkarte und setzen Sie es draußen an eine kühle, geschützte Stelle, etwa in einen Holzstapel. Anfassen sollten Sie es nicht, denn auch eine Königin kann stechen.
Vorbeugen: Kein Wespennest am Haus im nächsten Jahr
Die beste Zeit, um ein Wespennest am Haus zu verhindern, ist das Frühjahr. Im April und Mai suchen die Königinnen nach geschützten Hohlräumen. Kontrollieren Sie im Winter oder zeitigen Frühjahr Rollladenkästen, Lüftungsöffnungen, offene Fugen in der Fassade, Spalten unter Dachziegeln und Holzverkleidungen. Was Sie jetzt mit Gitter, Bürstendichtung oder Fugenmasse verschließen, kann im Sommer kein Volk mehr beziehen.
Achten Sie im Mai auf einzelne Wespen, die immer wieder dieselbe Stelle anfliegen. Ein Nest in diesem Stadium ist klein, oft nicht größer als eine Walnuss, und es sitzt nur die Königin darin. Je früher ein Nest an ungünstiger Stelle entdeckt wird, desto einfacher ist die Lösung. Rufen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob ein Nest weg muss oder ob Sie es bis zum Herbst aushalten können.
Wespen & Hornissen vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Märkischer Kreis: Artenschutz Wespen: Wissenswertes (PDF)
- NABU: Keine Panik: NABU-Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen
- NABU: Kurzkopfwespen
- NABU: Hornissen: Friedliche Brummer
- Stadt Köln: Gemeine Wespe (Vespula vulgaris)
- Umweltbundesamt: Häufig gestellte Fragen zur Asiatischen Hornisse
- Freie und Hansestadt Hamburg: Hornissen-Flyer (PDF)
- NABU: Die Asiatische Hornisse in Deutschland
- Landratsamt Mühldorf a. Inn: Hornissen und Wespen, Tipps für den richtigen Umgang (PDF, 2025)
Stand der Angaben: 16.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Wann sterben Wespen? Was im Herbst mit dem Wespenvolk passiert: häufige Fragen
Wann sterben die Wespen im Herbst?
Die meisten Wespenarten verschwinden schon ab Ende August. Deutsche und Gemeine Wespe, die an Kuchen und Grillgut gehen, sterben im September und Oktober, an warmen Stellen im Haus teils erst im November.
Sterben Wespen beim ersten Frost?
Das Volk stirbt nicht schlagartig, sondern nach und nach durch Nahrungsmangel und sinkende Temperaturen. Kalte Nächte beschleunigen das, die Jungköniginnen überstehen den Winter aber in Kältestarre.
Warum sind Wespen im Oktober so aggressiv?
Die Arbeiterinnen haben kaum noch Brut zu versorgen und finden weniger Nahrung, deshalb suchen sie verstärkt nach Zucker und Eiweiß. Sie sind aufdringlich, stechen aber meist nur, wenn man nach ihnen schlägt oder sie einklemmt.
Was passiert mit dem Wespennest im Winter?
Es ist leer und wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Nur die Jungköniginnen überwintern, und zwar außerhalb des Nests.
Darf ich ein leeres Wespennest entfernen?
Ja. Laut NABU sind Wespen- und Hornissennester nur geschützt, solange sie aktiv genutzt werden. Ein verlassenes Nest dürfen Sie selbst entfernen, am besten mit Handschuhen.
Lohnt es sich, ein Wespennest im Oktober noch entfernen zu lassen?
Wenn das Nest niemanden stört, meist nicht, denn das Volk stirbt in wenigen Wochen von selbst. Bei Allergikern im Haushalt, Wespen in der Wohnung oder einem Nest in warmer Dachdämmung lohnt es sich dagegen auch im Oktober.
Wann ist ein Hornissennest leer?
Bei der Europäischen Hornisse sterben laut NABU die letzten Arbeiterinnen Anfang November. Danach ist das Nest verlassen und wird nicht wieder besiedelt.
Wo überwintert die Wespenkönigin?
In einem geschützten Versteck mit wenig Temperaturschwankungen, etwa in morschem Holz, in Ritzen oder auf Dachböden zwischen Dielen. Dort verbringt sie den Winter in Kältestarre.
Wo sind die Wespen im Winter?
Im Winter leben nur noch die jungen, begatteten Königinnen. Arbeiterinnen und Männchen sind im Herbst gestorben. Die Königinnen überwintern in Kältestarre an geschützten Stellen mit gleichmäßiger Temperatur, etwa in morschem Holz, in Ritzen, im Boden oder auf Dachböden zwischen Dielen. Das alte Nest bleibt leer und wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen.
Was tun, wenn im Winter eine Wespe in der Wohnung ist?
Meist ist es eine Königin, die durch die Heizungswärme aus der Winterstarre aufgewacht ist. Ein Nest oder Volk steckt nicht dahinter. Fangen Sie die Wespe mit einem Glas und einer Postkarte und setzen Sie sie draußen an eine kühle, geschützte Stelle, zum Beispiel in einen Holzstapel. Fassen Sie sie nicht mit bloßen Händen an, auch Königinnen können stechen.