Asiatische Hornisse in Hamburg: erkennen, melden, richtig handeln

Kurz beantwortet:Die Asiatische Hornisse erkennen Sie am fast schwarzen Körper, dem einzelnen gelb-orangen Band am Hinterleib und den gelben Füßen. Für Menschen ist sie nicht gefährlicher als die heimische Hornisse, solange man ihrem Nest nicht zu nahe kommt. In Hamburg gilt sie seit 2025 als etabliert, Sichtungen sollten Sie trotzdem mit Foto über ahlert-nord.de oder per E-Mail an die Umweltbehörde melden.
Asiatische Hornisse erkennen: die wichtigsten Merkmale
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist auf den ersten Blick vor allem eines: dunkel. Brust und Hinterleib sind schwarz bis schwarzbraun. Am Hinterleib sitzt vorne ein schmaler gelber Streifen, das letzte Drittel ist gelb-orange gefärbt. Das Gesicht ist orange-gelb, die Oberseite des Kopfes schwarz. Das sicherste Einzelmerkmal sind die Beine: schwarz mit leuchtend gelben Füßen. Daher kommt auch der Name „Gelbfuß-Hornisse“.
In der Größe liegt sie etwas unter der heimischen Art. Die Bestimmungskarte der Hamburger Umweltbehörde nennt für Arbeiterinnen 1,5 bis 2,4 Zentimeter, für Königinnen 2,4 bis 3,0 Zentimeter.
Ein weiterer Hinweis ist der Ort. Im Herbst findet man die Tiere am ehesten an sonnigen Tagen auf blühendem Efeu, an Fallobst und an Bienenständen, wo sie vor den Fluglöchern auf heimkehrende Bienen lauern. Asiatische Hornissen sind tagaktiv. Ein großes Insekt, das abends gegen die beleuchtete Terrassentür prallt, ist in aller Regel eine Europäische Hornisse.
Verwechslungsgefahr: Europäische Hornisse, Wespe oder Schwebfliege?
Die häufigste Verwechslung ist die mit der Europäischen Hornisse (Vespa crabro). Sie ist größer, Kopf und Brust sind rotbraun, der Hinterleib ist überwiegend gelb mit schwarzen Zeichnungen, die Beine sind durchgehend rotbraun. Wer beide Tiere einmal nebeneinander gesehen hat, verwechselt sie nicht mehr: Die heimische Hornisse wirkt gelb-braun, die asiatische schwarz mit einem hellen Ende.
Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Europäische Hornisse ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie darf nicht getötet, ihr Nest nicht zerstört werden. Der NABU weist darauf hin, dass aus Angst vor der eingeschleppten Art immer wieder auch heimische Hornissen getötet werden. Wie ein Nest der Europäischen Hornisse aussieht, erklären wir im Ratgeber zum Hornissennest erkennen.
Im Garten gibt es zwei weitere Kandidaten. Gemeine und Deutsche Wespe sind mit rund 11 bis 14 Millimetern bei den Arbeiterinnen deutlich kleiner und kräftig gelb-schwarz gezeichnet. Die Hornissenschwebfliege ist mit rund zwei Zentimetern fast hornissengroß, gehört aber zu den Fliegen: Sie hat nur zwei Flügel, große Augen, kurze Fühler und keinen Stachel. Sie ist völlig harmlos. Ihre Larven entwickeln sich übrigens in Wespen- und Hornissennestern.
Im Zweifel gilt: Foto machen, nicht anfassen. Mit einem scharfen Bild lässt sich die Art in den meisten Fällen sicher bestimmen.
Asiatische Hornisse
- Fast schwarz, ein gelb-oranges Band hinten
- Beine schwarz mit gelben Füßen
- Arbeiterinnen 1,5–2,4 cm
- Invasiv, nicht besonders geschützt
Europäische Hornisse
- Kopf und Brust rotbraun
- Hinterleib überwiegend gelb
- 25–35 mm, fliegt auch nachts
- Besonders geschützt seit 1987
Hornissenschwebfliege
- Fliege mit nur zwei Flügeln
- Große Augen, kurze Fühler
- Rund 2 cm, gelb-schwarzer Hinterleib
- Kein Stachel, völlig harmlos
Ist die Asiatische Hornisse gefährlich?
Für den Menschen ist die Asiatische Hornisse nach Einschätzung der Hamburger Umweltbehörde nicht gefährlicher als die Europäische Hornisse. Eine einzelne Hornisse an der Blüte oder am Fallobst interessiert sich nicht für Sie, und anders als Wespen geht sie nicht an Kuchen oder Getränke. Der Stich ist schmerzhaft und laut NABU mit einem Hornissenstich vergleichbar. Das Gift ist nicht giftiger als das von Honigbienen. Für Menschen mit einer Allergie gegen Wespen- oder Hornissengift kann ein Stich allerdings gefährlich werden.
Anders sieht es am Nest aus. Die großen Sommernester beherbergen mehrere tausend Tiere, deutlich mehr als ein Volk der heimischen Hornisse. Der NABU beschreibt, dass die Tiere meist aggressiv reagieren, wenn man sich dem Nest auf zwei Meter oder weniger nähert. Aus Frankreich sind außerdem Fälle dokumentiert, in denen die Hornissen eine Flüssigkeit in Richtung Gesicht spritzten. Betroffen waren überwiegend Feuerwehrleute und Schädlingsbekämpfer bei der Arbeit an Nestern. Augenschutz gehört deshalb zur Ausrüstung.
Nicht verwechseln sollten Sie die Art mit der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia). Über sie wird gern dramatisch berichtet, sie kommt in Europa aber nicht vor.
Das eigentliche Problem betrifft Bienen und andere Insekten. Die Larven der Asiatischen Hornisse brauchen Eiweiß, und Honigbienen gehören zu ihrer häufigsten Beute. Für Imker kann das in Gebieten mit vielen Nestern spürbare Verluste bedeuten. Das ist auch der Grund, warum die EU die Art 2016 auf die Liste der invasiven gebietsfremden Arten gesetzt hat.

Lage in Hamburg und Rechtsstatus 2026
Hamburg war lange ein isolierter Vorposten. Das erste Nest wurde im September 2019 in Hamburg-Horn gefunden, damals das nördlichste bekannte Vorkommen. Es folgten Funde rund um die Horner Rennbahn, die Billerhuder Insel, in Osdorf und Allermöhe, danach einzelne Nester in Farmsen, Mümmelmannsberg, Fuhlsbüttel, Ottensen und im Hafen. Im Oktober 2024 wurden zwei Nester in Blankenese und in Planten un Blomen entfernt. Gefunden hatte man sie, indem einzelne Hornissen mit Mini-Sendern ausgestattet und bis zum Nest verfolgt wurden, ein Verfahren, das die Umweltbehörde gemeinsam mit der Universität Hamburg entwickelt hat. Auch 2025 wurden in Hamburg Nester entdeckt und entfernt.
Rechtlich hat sich 2025 viel geändert. Am 24. März 2025 wurde die Asiatische Hornisse bundesweit als „weit verbreitet“ eingestuft. Sie gilt damit in Deutschland als etabliert und unterliegt nicht mehr der Früherkennung mit sofortiger Beseitigungspflicht, sondern dem Management. Die Hamburger Umweltbehörde führt die Art entsprechend seit 2025 als etabliert. Eine gesetzliche Meldepflicht für Bürger gibt es nicht mehr.
Geschützt ist die Art nicht. Sie steht als invasive Art der Unionsliste (Verordnung (EU) Nr. 1143/2014) nicht unter dem besonderen Schutz der Bundesartenschutzverordnung, und nach Einschätzung des NABU auch nicht unter dem allgemeinen Schutz wild lebender Tiere nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz. Das heißt aber nicht, dass jeder selbst Hand anlegen sollte. Für Grundstückseigentümer besteht keine Pflicht, ein Nest entfernen zu lassen. Wer es entfernen lassen möchte, beauftragt einen sachkundigen Fachbetrieb und trägt die Kosten in der Regel selbst.
Asiatische Hornisse melden: so gehen Sie vor
Auch ohne Meldepflicht bittet die Hamburger Umweltbehörde ausdrücklich darum, Sichtungen von Einzeltieren und freihängenden Nestern zu melden. Das geht über das norddeutsche Monitoring-Portal ahlert-nord.de oder per E-Mail an invasive-arten@bukea.hamburg.de. Nennen Sie Funddatum und Fundort und schicken Sie möglichst ein Foto oder ein kurzes Video mit. Ohne Bild ist eine sichere Bestimmung kaum möglich, die Verwechslungsgefahr mit der heimischen Hornisse ist zu groß.
Für ein brauchbares Foto müssen Sie nicht nah heran. Ein Tier auf Efeu oder Fallobst lässt sich mit dem Zoom des Telefons aus einem Meter gut fotografieren. Bei einem Nest bleiben Sie auf Abstand und fotografieren aus mehreren Metern. Für die Meldung zählt vor allem, wo genau das Nest hängt und wie hoch.
Was Sie nicht tun sollten: Tiere erschlagen, Fallen aufstellen oder ein Nest selbst angehen. Selbstgebaute Fallen mit Saft oder Bier fangen vor allem Wespen, Bienen, Fliegen und auch geschützte heimische Hornissen. Der NABU weist darauf hin, dass der unspezifische Insektenfang im Freien nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten ist. Ein einzelnes erschlagenes Tier ändert am Nest ohnehin nichts.
Wann Sie einen Fachbetrieb brauchen
Solange Sie nur einzelne Tiere sehen, reicht die Meldung. Einen Fachbetrieb brauchen Sie, wenn ein Nest auf Ihrem Grundstück hängt, an einer Stelle, an der Menschen regelmäßig vorbeigehen: über der Terrasse, an der Garageneinfahrt, in der Hecke am Spielplatz oder im Baum über dem Bienenstand. Wir bestimmen die Art vor Ort sicher, beurteilen Höhe und Zugang und entfernen das Nest mit der passenden Technik. Die Kosten nennen wir Ihnen als Festpreis am Telefon. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.
Wichtig ist die richtige Reihenfolge. Erst bestimmen, dann handeln. Stellt sich heraus, dass es sich um ein Nest der Europäischen Hornisse handelt, gelten völlig andere Regeln: Dann geht es um eine Umsiedlung mit Genehmigung der Naturschutzbehörde, nicht um eine Entfernung. Wie die Entfernung eines Nests der Asiatischen Hornisse genau abläuft, beschreiben wir in einem eigenen Ratgeber.
Was Sie im Herbst und im Frühjahr beachten sollten
Im Oktober werden viele Nester überhaupt erst bemerkt. Die Asiatische Hornisse baut als einzige in Hamburg vorkommende Hornissenart frei hängende Papiernester hoch oben in Bäumen. Solange die Bäume belaubt sind, bleiben diese Nester oft unsichtbar. Mit dem Laubfall tauchen sie plötzlich auf, als graubraune Kugeln oder Tropfen in der Krone. Ein Blick in die Bäume rund ums Haus lohnt sich jetzt.
Im Frühjahr ist die Lage eine andere. Ab etwa April gründen die Königinnen kleine Nester, oft in Bodennähe: unter Dachvorsprüngen, in Schuppen, Hecken oder Nistkästen. Diese Gründungsnester sind golfball- bis tennisballgroß und lassen sich noch mit wenig Aufwand entfernen. Wer im Frühjahr beim Aufräumen von Schuppen und Gartenmöbeln genau hinsieht, verhindert unter Umständen ein großes Nest im Spätsommer.
Ein altes Nest im Winter ist kein Grund zur Sorge. Nach Angaben des Umweltbundesamts sterben Arbeiterinnen und Männchen im November ab, die Jungköniginnen suchen sich ein Winterquartier, und das Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Der NABU beobachtet allerdings, dass es in der Umgebung von Nestern, die nicht entfernt wurden, im Folgejahr vermehrt zu Neugründungen kommt.
Wespen & Hornissen vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Freie und Hansestadt Hamburg: Die Asiatische Hornisse in Hamburg
- Freie und Hansestadt Hamburg: Weitere Nester erfolgreich entfernt
- Freie und Hansestadt Hamburg: Bestimmungskarten Asiatische Hornisse (PDF)
- Freie und Hansestadt Hamburg: Hornissen-Flyer (PDF)
- Neobiota-Nord: AHlert-Nord Meldeportal
- Umweltbundesamt: Häufig gestellte Fragen zur Asiatischen Hornisse
- NABU: Die Asiatische Hornisse in Deutschland
- NABU: Keine Panik: NABU-Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen
Stand der Angaben: 02.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Asiatische Hornisse in Hamburg: häufige Fragen
Woran erkenne ich eine Asiatische Hornisse?
An der fast schwarzen Färbung mit einem gelb-orangen Band am Ende des Hinterleibs, dem orange-gelben Gesicht und den schwarzen Beinen mit gelben Füßen. Sie ist etwas kleiner als die rotbraun-gelbe Europäische Hornisse.
Ist die Asiatische Hornisse für Menschen gefährlich?
Einzelne Tiere sind nicht gefährlicher als heimische Hornissen und ignorieren Menschen. Gefährlich wird es nur in Nestnähe, wenn man sich auf etwa zwei Meter nähert, und für Menschen mit Insektengiftallergie.
Muss ich eine Asiatische Hornisse melden?
Eine gesetzliche Meldepflicht besteht seit der Einstufung als etabliert nicht mehr. Die Hamburger Umweltbehörde bittet aber weiterhin um Meldung mit Foto über ahlert-nord.de oder an invasive-arten@bukea.hamburg.de.
Darf ich eine Asiatische Hornisse töten?
Die Art ist nicht geschützt. Trotzdem raten Behörden und NABU davon ab, weil sie oft mit der besonders geschützten Europäischen Hornisse verwechselt wird und ein einzelnes Tier am Nest nichts ändert.
Fliegt die Asiatische Hornisse auch nachts?
Nein, die Asiatische Hornisse ist tagaktiv. Große Hornissen, die abends ans Licht fliegen, sind in aller Regel Europäische Hornissen.
Gibt es die Asiatische Hornisse in Hamburg?
Ja. Seit 2019 werden in Hamburg jedes Jahr einzelne Nester gefunden, zuletzt unter anderem 2024 in Blankenese und Planten un Blomen sowie 2025 weitere Nester.
Wer bezahlt die Entfernung eines Nests auf meinem Grundstück?
Eine Pflicht zur Entfernung gibt es für Eigentümer nicht. Wer ein Nest entfernen lassen möchte, beauftragt einen Fachbetrieb und trägt die Kosten in der Regel selbst, bei uns als Festpreis am Telefon.
Was ist der Unterschied zur Asiatischen Riesenhornisse?
Die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) ist eine andere, deutlich größere Art. Sie kommt in Europa nicht vor.