Wespenarten erkennen: Deutsche Wespe, Gemeine Wespe und Co.

Kurz beantwortet:In Deutschland gibt es einige hundert Wespenarten, doch nur zwei davon gehen an Kuchen, Limo und Grillfleisch: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie unterscheiden sich am gelben Kopfschild: Die Deutsche Wespe trägt dort ein bis drei schwarze Punkte, die Gemeine Wespe einen ankerförmigen schwarzen Strich. Langkopfwespen, Feldwespen und die solitären Lehmwespen sind friedlich und interessieren sich nicht für Ihr Essen.
Welche Wespenarten gibt es in Deutschland?
Nach Angaben des NABU leben in Deutschland einige hundert Wespenarten. Die allermeisten davon bekommen Sie nie bewusst zu sehen. Sie leben solitär, also als Einzelgänger: Ein Weibchen baut allein ein kleines Nest und versorgt die Brut, Arbeiterinnen gibt es nicht. Nur wenige Arten bilden Völker. Wenn im Alltag von „Wespen“ die Rede ist, sind fast immer diese staatenbildenden Faltenwespen gemeint. Sie falten in Ruhe die Flügel der Länge nach und wirken dadurch schmaler, als sie sind.
Bei den sozialen Wespen unterscheidet die Wissenschaft drei Gruppen: Kurzkopfwespen, Langkopfwespen sowie Echte Wespen und Hornissen. Dazu kommen die Feldwespen. Allen gemeinsam ist der Jahreszyklus: Eine einzelne Königin gründet im Frühjahr nach der Winterruhe ihr Volk, Hornissen erst ab Mitte Mai. Das Nest baut sie aus zerkautem Holz, nicht aus Wachs wie die Honigbiene. Im Herbst stirbt das Volk, nur die jungen Königinnen überwintern. Ein altes Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen, eine Ausnahme sind Feldwespen.
Für Ihren Alltag ist eine Zahl entscheidend: Nur zwei heimische Arten fliegen auf Kuchen, Cola und Steak, die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie haben allen Wespen den schlechten Ruf eingebracht. Alle anderen Arten lassen Ihre Kaffeetafel in Ruhe.
Deutsche Wespe oder Gemeine Wespe: So unterscheiden Sie die beiden
Deutsche Wespe (Vespula germanica) und Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) gehören zu den Kurzkopfwespen. Bei ihnen setzen die Kieferzangen direkt unter dem Auge an, der Kopf wirkt rund. Beide sind schwarz-gelb, beide ähnlich groß: Arbeiterinnen messen je nach Art etwa 10 bis 16 Millimeter. Die Ringelung des Hinterleibs variiert so stark von Tier zu Tier, dass sie zur Bestimmung nichts taugt.
Das sichere Merkmal sitzt im Gesicht, auf dem gelben Kopfschild über den Kiefern. Die Deutsche Wespe trägt dort einen bis drei kleine schwarze Punkte. Die Gemeine Wespe hat stattdessen einen breiten schwarzen Strich, der sich nach unten verdickt und an einen Anker erinnert. Ein zweiter Blick lohnt hinter die Augen: Bei der Deutschen Wespe ist die Schläfe großflächig gelb, bei der Gemeinen Wespe sitzen dort nur zwei gelbe Flecken. Wer eine tote Wespe auf der Fensterbank findet, kann das mit einer Lupe gut prüfen.
Auch die Nester verraten die Art. Beide nisten gern in dunklen Hohlräumen: in alten Mäusegängen im Boden, daher der Name „Erdwespe“, aber auch hinter Verschalungen, im Rollladenkasten oder im Dach. Das Nest der Deutschen Wespe ist grau, das der Gemeinen Wespe hell, beige bis bräunlich. Beide Arten bilden große Völker. Der NABU nennt rund 10.000 Tiere als mögliche Größe. Ihren Höhepunkt erreichen sie Ende August, an warmen Stellen im Haus halten die Nester manchmal bis in den November durch. Wie lange das bei Ihnen dauert, lesen Sie in unserem Ratgeber „Wann sterben Wespen?“.
Die dritte heimische Art dieser Gattung, die Rote Wespe, ist deutlich seltener. Sie nistet in der Erde und bildet nur Völker von 100 bis 200 Tieren.
Deutsche Wespe
- Gelber Kopfschild mit 1–3 schwarzen Punkten
- Hinter den Augen großflächig gelb
- Nest grau, meist in Erde, Dach oder Rollladenkasten
- Geht an Süßes und Fleisch
Gemeine Wespe
- Ankerförmiger schwarzer Strich auf dem Kopfschild
- Hinter den Augen nur zwei gelbe Flecken
- Nest hell, beige bis bräunlich
- Ebenso häufig, ebenso aufdringlich
Honigbiene
- Bräunlich und deutlich behaart
- Keine ausgeprägte Wespentaille
- Stachel mit Widerhaken, stirbt meist nach dem Stich
- Sammelt Nektar und Pollen, nicht an Wurst
Langkopfwespen, Feldwespen und Hornisse: die friedlichen Verwandten
Langkopfwespen erkennen Sie, wenn Sie nah genug herankommen, an einem deutlichen Abstand zwischen Auge und Kieferzangen. Ihr Gesicht wirkt länger. Häufig am Haus anzutreffen ist die Sächsische Wespe. Ihr Kopfschild trägt eine schwarze Zeichnung mit drei nach oben zeigenden Zacken, die an eine Krone erinnert. Sie hängt ihr graues, wie gewickelt aussehendes Nest gern auf Dachböden, in Schuppen, Garagen oder unter Dachvorsprüngen auf. Mit 100 bis 300 Tieren bleiben die Völker klein, und schon Ende August ist alles vorbei. Die seltene Mittlere Wespe ist nach den beiden Hornissenarten die größte soziale Faltenwespe in Deutschland. Sie baut frei hängende Nester in Hecken, Sträuchern und Fassadengrün und fällt oft erst beim Heckenschnitt auf. Langkopfwespen gehen laut NABU weder an Süßes noch an Grillfleisch.
Feldwespen wie die Haus-Feldwespe sind schlanker als die anderen Arten. Ihre Fühler sind ab dem dritten Glied orange, im Flug lassen sie die langen Beine hängen. Ihre kleinen Papiernester kleben unter Dächern und an Häusern. Der NABU beschreibt sie als ausgesprochen friedfertig.
Die Europäische Hornisse ist mit 25 bis 35 Millimetern die größte heimische Wespe, teils rotbraun gefärbt und trotz ihres Rufs wenig reizbar. Für Ihr Essen interessiert sie sich nicht, sie jagt Insekten, auch Wespen. Als einzige Wespe fliegt sie auch nachts und gerät dann an beleuchtete Fenster. Hornissen sind seit 1987 besonders geschützt. Wie Sie ein Hornissennest erkennen, steht in unserem eigenen Ratgeber dazu. Die eingeschleppte Asiatische Hornisse ist ein Sonderfall, den wir in „Asiatische Hornisse in Hamburg“ ausführlich behandeln.

Mauerwespe, Lehmwespe und Doppelgänger: harmlose Einzelgänger
Was viele als „Mauerwespe“ bezeichnen, sind meist solitäre Lehmwespen. Der niedersächsische Landesbetrieb NLWKN zählt rund 40 Arten, die meisten ohne deutschen Namen. Jedes Weibchen baut seine Brutzellen allein, etwa in alten Mörtelfugen, Lehmwänden, hohlen Pflanzenstängeln, Totholz oder den Bohrgängen eines Insektenhotels. Als Larvenfutter trägt es Insekten ein, die es mit dem Stachel betäubt. Nach Angaben des NLWKN stechen Lehmwespen nur, wenn man sie in die Hand nimmt und drückt. Ein Fall für den Kammerjäger sind sie nie.
Dazu kommen zahlreiche Doppelgänger in Schwarz-Gelb, die gar keine Wespen sind. Schwebfliegen, manche Käfer und sogar ein Schmetterling, der Hornissen-Glasflügler, tarnen sich mit der Warnfärbung. Schwebfliegen etwa haben keinen Stachel und sind völlig harmlos.
Und dann ist da die Honigbiene. Sie ist bräunlich statt leuchtend gelb, deutlich behaart und ohne ausgeprägte Wespentaille. Bienen sammeln Nektar und Pollen, an Wurst und Grillfleisch gehen sie nicht. Ein Bienenschwarm am Haus ist ein Fall für einen Imker, nicht für eine Bekämpfung.
Wie oft können Wespen stechen? Und sterben Wespen, wenn sie stechen?
Wespen können mehrmals stechen und sterben nach dem Stich nicht. Ihr Stachel hat keinen Widerhaken, und die kräftige Muskulatur zieht ihn nach dem Stich wieder heraus. Bei der Honigbiene ist das anders: Ihr Stachel hat Widerhaken, verhakt sich in der menschlichen Haut und reißt beim Wegfliegen ab. Die Biene stirbt daran. Darum bleibt nach einem Bienenstich meist der Stachel in der Haut stecken, nach einem Wespenstich nicht.
Stechen können nur die Weibchen, also Königin und Arbeiterinnen. Die Männchen, die Drohnen, haben keinen Wehrstachel. Achtung bei toten Wespen: Der Stich ist ein Reflex. Auch frisch verendete Tiere können nach Angaben des NABU noch eine Weile Gift aus dem Stachel pressen.
Stechen oder beißen Wespen? Sie stechen. Mit ihren Kieferzangen raspeln sie Holz für den Nestbau und zerkleinern Beute. Was Ihnen wehtut, ist der Stich. In Nestnähe kann dabei ein Alarmduftstoff frei werden, der weitere Wespen auf den Plan ruft. Wer gestochen wurde, verlässt die Stelle deshalb sofort. Wer allergisch auf Insektenstiche reagiert, ruft bei Atemnot, Schwindel oder starker Schwellung den Notarzt.
Wespenkönigin erkennen: Größe, Jahreszeit, Verhalten
Eine Wespenkönigin erkennen Sie vor allem an der Größe und an der Jahreszeit. Königinnen der Deutschen Wespe werden 17 bis 20 Millimeter lang, Arbeiterinnen nur 12 bis 16. Bei der Gemeinen Wespe ist die Königin bis 20 Millimeter groß, die Arbeiterinnen 10 bis 14. Zeichnung und Farbe sind dieselben wie bei den Arbeiterinnen.
Im zeitigen Frühjahr, etwa ab März und April, sind die einzigen Wespen, die Sie sehen, Königinnen. Sie haben im Erdreich, in leeren Mäusenestern oder in morschem Holz überwintert und suchen nun einen Nistplatz. Typisch ist eine einzelne große Wespe, die langsam an Fassaden, Rollladenkästen und Mauerritzen entlangfliegt und Löcher inspiziert. Das erste Nest ist noch klein und erinnert an einen Lampenschirm mit wenigen Zellen. Rund vier Wochen nach der Gründung schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, ab dann beschränkt sich die Königin auf das Eierlegen.
Im Spätsommer und Herbst schlüpfen die Jungköniginnen, paaren sich und suchen Winterquartiere. Findet sich im Herbst oder Winter eine große, träge Wespe im Haus, ist es fast immer eine solche Königin. Setzen Sie sie mit Glas und Papier hinaus an einen geschützten Ort, etwa in einen Holz- oder Laubhaufen.
Was fressen Wespen und welche Arten machen ein Nest zum Problem?
Was Wespen fressen, hängt vom Alter ab. Die Larven bekommen tierisches Eiweiß: Die Arbeiterinnen erbeuten Fliegen, Mücken und Raupen und verfüttern sie als Brei. Die erwachsenen Wespen leben vor allem von Zucker aus Nektar, Pflanzensäften, überreifem Obst und Honigtau. Deutsche und Gemeine Wespe nehmen zusätzlich Fleisch und Aas. Ab etwa Mitte August haben die Völker immer weniger Brut zu versorgen, und die Arbeiterinnen suchen verstärkt nach Süßem und Eiweiß. Das ist die Zeit, in der Wespen am Kuchen und am Grill aufdringlich werden. Was dagegen am Tisch hilft, steht in unserem Ratgeber „Hausmittel gegen Wespen“.
Für die Frage, ob ein Nest weg muss, zählt die Art. Nester von Langkopfwespen, Feldwespen und solitären Wespen sind in aller Regel unproblematisch. Kritisch sind große Völker der Deutschen und der Gemeinen Wespe direkt an Terrasse, Kinderzimmerfenster oder Eingang. Rechtlich gilt: Alle Wespen stehen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Ein Nest darf nur mit vernünftigem Grund entfernt werden, etwa bei einer Allergie im Haushalt oder einem Nest im Bereich spielender Kinder. Hornissen sind besonders geschützt, für sie braucht es eine Genehmigung der Naturschutzbehörde. Was genau erlaubt ist, erklären wir in „Darf man Wespen töten?“.
Als Fachbetrieb mit Sachkunde für Wespen- und Hornissenumsiedlung bestimmen wir zuerst die Art und klären, ob das Nest überhaupt weg muss. Wenn ja, entfernen oder versetzen wir es fachgerecht, in Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Ein Wespennest kostet bei uns 150 € Festpreis, für Hornissen nennen wir Ihnen den Festpreis am Telefon. Sitzt das Nest unter Ziegeln oder in der Dämmung, lesen Sie vorab unseren Ratgeber „Wespennest im Dach“.
Vorbeugen können Sie im Frühjahr: Fliegengitter an Küchen- und Kinderzimmerfenstern, offene Fugen und Löcher an Rollladenkästen und Verschalungen schließen, bevor die Königinnen auf Nistplatzsuche gehen. Verschließen Sie aber nie das Flugloch eines bewohnten Nestes. Die Wespen suchen sich sonst einen anderen Ausgang, im schlechtesten Fall ins Haus.
Wespen & Hornissen vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- NABU: Wespenvielfalt in Deutschland
- NABU Berlin: Die Deutsche Wespe
- NABU Berlin: Die Gemeine Wespe
- NABU: Langkopfwespen
- NLWKN Niedersachsen: Was kann ich für den Erhalt der Wespen tun?
- NABU: Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen
- NLWKN Niedersachsen: Nest im Garten, wie reagiere ich?
- Freie und Hansestadt Hamburg: Hornissen-Flyer
Stand der Angaben: 02.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Wespenarten erkennen: häufige Fragen
Welche Wespenarten gibt es in Deutschland?
In Deutschland leben einige hundert Wespenarten, die meisten davon als harmlose Einzelgänger. Staaten bilden nur wenige: Kurzkopfwespen wie Deutsche und Gemeine Wespe, Langkopfwespen wie Sächsische und Mittlere Wespe, Feldwespen und die Hornisse. Nur Deutsche und Gemeine Wespe gehen an Kuchen, Getränke und Grillfleisch und sind deshalb die Arten, die im Sommer stören.
Wie erkenne ich eine Deutsche Wespe?
Die Deutsche Wespe trägt auf dem gelben Kopfschild über den Kiefern einen bis drei kleine schwarze Punkte, und ihre Schläfe hinter den Augen ist großflächig gelb. Die sehr ähnliche Gemeine Wespe hat dort einen ankerförmigen schwarzen Strich. Die Streifen am Hinterleib eignen sich nicht zur Bestimmung, weil sie von Tier zu Tier stark variieren.
Wie oft können Wespen stechen?
Wespen können mehrmals hintereinander stechen. Ihr Stachel hat keinen Widerhaken und wird nach dem Stich von der Muskulatur wieder herausgezogen. Stechen können nur Weibchen, also Arbeiterinnen und Königinnen. Die Männchen haben keinen Stachel. Auch frisch tote Wespen können durch einen Reflex noch stechen, fassen Sie sie deshalb nicht mit bloßen Fingern an.
Sterben Wespen, wenn sie stechen?
Nein. Wespen überleben ihren Stich, weil ihr Stachel glatt ist und nicht in der Haut stecken bleibt. Anders die Honigbiene: Ihr Stachel hat Widerhaken, verhakt sich in der menschlichen Haut und reißt ab, wenn die Biene wegfliegt. Daran stirbt sie. Bleibt ein Stachel in Ihrer Haut zurück, war es deshalb fast immer eine Biene.
Was ist der Unterschied zwischen Biene und Wespe?
Die Honigbiene ist bräunlich, stark behaart und hat keine ausgeprägte Taille. Wespen sind leuchtend schwarz-gelb, kaum behaart und deutlich tailliert. Bienen sammeln Nektar und Pollen und bauen Waben aus Wachs, Wespen bauen aus zerkautem Holz und füttern ihre Larven mit Insekten. Bienen sterben meist nach dem Stich, Wespen können mehrfach stechen.
Wie erkenne ich eine Wespenkönigin?
Wespenköniginnen sind deutlich größer als Arbeiterinnen, bei Deutscher und Gemeiner Wespe bis etwa 20 Millimeter. Am sichersten verrät sie die Jahreszeit: Im März und April fliegen nur Königinnen, meist einzeln und langsam an Fassaden und Löchern entlang auf Nistplatzsuche. Im Herbst und Winter sind große, träge Wespen im Haus fast immer Jungköniginnen auf der Suche nach einem Winterquartier.
Was fressen Wespen?
Erwachsene Wespen leben vor allem von Zucker aus Nektar, Pflanzensäften, Fallobst und Honigtau. Ihre Larven brauchen Eiweiß, deshalb jagen die Arbeiterinnen Fliegen, Mücken und Raupen. Deutsche und Gemeine Wespe gehen zusätzlich an Fleisch, Wurst und Aas. Ab Mitte August, wenn kaum noch Brut zu versorgen ist, suchen sie verstärkt Süßes und werden am Kaffeetisch lästig.
Stechen oder beißen Wespen?
Wespen stechen. Ihre Kieferzangen nutzen sie, um Holz für den Nestbau abzuraspeln und Beute zu zerkleinern. Der schmerzhafte Kontakt mit Menschen ist der Stich mit dem Giftstachel am Hinterleib, den nur Weibchen besitzen. Nahe am Nest kann ein Stich einen Alarmduftstoff freisetzen, verlassen Sie die Stelle deshalb nach einem Stich sofort.