Mausefalle richtig aufstellen: Köder, Platz und die passende Falle

Kurz beantwortet:Eine Mausefalle gehört direkt an die Wand, auf den Laufweg mit frischem Kot. Schlagfallen stellen Sie quer zur Wand, mit dem Köder zur Wand. Als Köder reicht eine erbsengroße Menge Erdnussbutter oder Nuss-Nougat-Creme. Stellen Sie mehrere Fallen auf, kontrollieren Sie sie mindestens täglich und leeren Sie sie nur mit Einmalhandschuhen.
Welche Mäusefalle ist die richtige? Die Fallentypen im Überblick
Seit 2026 ist die Mausefalle für Privatleute wieder das wichtigste Werkzeug. Mäusegift mit Blutgerinnungshemmern wird seit dem 26. April 2026 nicht mehr an Privatpersonen verkauft, Restbestände dürfen nur noch bis zum 22. Oktober 2026 ausgelegt werden. Was das im Einzelnen bedeutet, steht in unserem Ratgeber „Mäusegift verboten“. Das Umweltbundesamt (UBA) sieht Fallen ohnehin als bessere Wahl: Bei vereinzelt auftretenden Mäusen sind Schlagfallen dem Gift grundsätzlich vorzuziehen.
Im Handel finden Sie vier Typen. Die klassische Schlagfalle aus Holz mit Federbügel, die moderne Klappfalle aus Kunststoff, die mit einem Fingerdruck gespannt wird, die Elektrofalle mit Batterie und die Lebendfalle als Einzel- oder Mehrfachfänger. Schlag- und Klappfallen töten die Maus, wenn sie gut konstruiert und richtig aufgestellt sind, in einem Moment. Das UBA hält sie deshalb für tierschutzgerechter als Gift, das die Tiere über Tage innerlich verbluten lässt. Für die Praxis im Haushalt sind Klappfallen am angenehmsten: Sie lassen sich leicht spannen, und Sie müssen die Maus zum Leeren nicht anfassen. Elektrofallen töten mit einem Stromstoß. Eine Untersuchung im Auftrag des UBA zeigt, dass ihre Wirkung mit sinkender Batteriespannung nachlässt. Wechseln Sie die Batterien deshalb, sobald die Anzeige es verlangt.
Eine Falle hat in keinem Haushalt etwas verloren: die Klebefalle. Das UBA nennt sie aus Tierschutzgründen höchst bedenklich und rät klar davon ab, auch bei täglicher Kontrolle. Die Maus klebt fest, reißt sich Fell und Haut aus und stirbt langsam. Wer Wert auf geprüfte Qualität legt: Das UBA führt eine Liste von Nagetierfallen, die nach dem Infektionsschutzgesetz anerkannt sind, und einige Fallen tragen das Umweltzeichen „Blauer Engel“.
Mausefalle Köder: Was Mäuse wirklich anlockt
Der Käse aus dem Zeichentrickfilm ist nicht der beste Köder. Das UBA nennt Erdnussbutter und Nuss-Nougat-Creme an erster Stelle, daneben Käse und Speckstückchen. Der ADAC weist auf einen praktischen Unterschied hin: Klebrige Köder wie Nougatcreme, getrocknete Früchte oder Rosinen halten besser als ein Würfel Käse. Das ist der eigentliche Trick. Die Maus soll am Köder ziehen und lecken müssen, statt ihn mitzunehmen.
Nehmen Sie wenig. Eine erbsengroße Menge reicht, direkt auf die Köderplatte oder in die Ködermulde gestrichen. Ein dicker Klecks verleitet die Maus dazu, vom Rand zu fressen, ohne den Auslöser zu betätigen. Morgens ist dann der Köder weg und die Falle noch gespannt. Das ist der häufigste Fehler, den wir bei Kunden sehen.
In der Adventszeit steht in vielen Küchen ohnehin Besseres herum als jeder Köder: Nüsse, Mehl, Plätzchen, Trockenobst. Solange die Maus das frei findet, ist die Falle zweite Wahl. Räumen Sie Vorräte deshalb in Gläser oder Metalldosen, bevor Sie Fallen aufstellen. Erneuern Sie den Köder alle paar Tage, ausgetrocknete Paste lockt kaum noch.
Schlagfalle
- Tötet sofort, wenn sie gut konstruiert ist
- Laut UBA tierschutzgerechter als Gift
- Erste Wahl bei einzelnen Mäusen
- Für Kinder und Haustiere in Schutzbox stellen
Lebendfalle
- Fängt die Maus unverletzt
- Mindestens täglich kontrollieren
- Weit weg vom Haus freilassen
- Pflicht bei geschützten Wildmäusen
Klebefalle
- Maus klebt fest und stirbt langsam
- Laut UBA höchst bedenklich
- Auch bei häufiger Kontrolle keine Alternative
- Nicht verwenden
Mausefalle richtig aufstellen: Platz, Ausrichtung, Anzahl
Mäuse laufen nicht quer durch den Raum, sondern an Wänden entlang und unter Möbeln hindurch. Genau dort gehört die Falle hin, so empfiehlt es auch das UBA: auf die Laufwege, an Wände, unter Schränke und Regale. Wo die Laufwege sind, zeigen Ihnen frischer Kot, Nagespuren an Verpackungen und dunkle Schmierspuren an Fußleisten. Typische Stellen sind der Spalt hinter dem Herd und dem Kühlschrank, der Unterschrank der Spüle, wo Rohre durch die Wand gehen, der Vorratsschrank und die Abseite unter der Dachschräge. Wie Mäusekot genau aussieht, zeigen wir im Ratgeber „Mäusekot erkennen“.
Die Ausrichtung entscheidet mit. Stellen Sie eine Schlag- oder Klappfalle quer zur Wand, also im rechten Winkel, mit der Köderseite direkt an der Wand. So läuft die Maus von beiden Seiten an der Falle vorbei und trifft auf den Köder. Bei Lebendfallen zeigt die Öffnung zur Wand oder entlang der Wand, nicht in den Raum.
Stellen Sie lieber mehrere Fallen als eine einzige. Wo eine Maus ist, sind meist mehrere, und jede Fundstelle mit frischem Kot verdient eine eigene Falle. Bei Mäusen können Sie die Fallen in der Regel sofort spannen. Das Vorködern mit ungespannter Falle über ein paar Tage empfiehlt das UBA vor allem bei Ratten, die neue Gegenstände misstrauisch meiden. Haben Sie Kinder, Hunde oder Katzen, gehören Schlagfallen in eine geschlossene Schutzbox, damit sich niemand die Finger oder die Pfote einklemmt.

Kontrollieren, leeren, entsorgen: Hygiene und Hantavirus
Eine Falle, die Sie aufstellen, müssen Sie auch kontrollieren. Das UBA nennt mindestens einmal täglich, besser alle zwölf Stunden. Das gilt für Schlagfallen genauso wie für Lebendfallen. Eine tote Maus darf über den Hausmüll entsorgt werden.
Beim Leeren geht es um Ihre Gesundheit. Mäuse scheiden mit Kot, Urin und Speichel Krankheitserreger aus, darunter Hantaviren. In Deutschland übertragen sie vor allem Rötelmaus und Brandmaus, Infektionen über die Brandmaus treten laut dem Gesundheitsportal infektionsschutz.de in Nord-, Nordost- und Ostdeutschland auf. Die Viren bleiben auch in getrocknetem Kot noch Tage bis Wochen ansteckend, und schon eingeatmeter Staub kann reichen. Welche Mausart in Ihrer Falle sitzt, sehen Sie nicht sicher. Behandeln Sie deshalb jede Maus gleich.
So gehen Sie vor: Ziehen Sie Einmalhandschuhe an und in Innenräumen eine FFP2- oder FFP3-Maske. Lüften Sie vorher mindestens 30 Minuten. Besprühen Sie Kot und Kadaver gründlich mit Wasser, damit kein Staub aufwirbelt. Nehmen Sie keinen Staubsauger, denn über die Abluft können Viren verteilt werden. Die Maus kommt mit oder ohne Falle in eine Plastiktüte, die Tüte wird verschlossen und in den Hausmüll gegeben. Danach wischen Sie die Fläche mit Haushaltsreiniger, werfen den Lappen weg und waschen sich gründlich.
Lebendfalle: Wohin mit der gefangenen Maus?
Wer eine Lebendfalle aufstellt, übernimmt eine Pflicht: Die Maus muss schnell wieder raus. Kontrollieren Sie auch hier mindestens täglich. Eine Maus, die tagelang ohne Futter und Wasser in der Box sitzt, leidet, und das ist genau das, was die Lebendfalle vermeiden soll.
Freilassen bringt nur etwas, wenn die Maus nicht zurückkommt. Der ADAC empfiehlt mehrere hundert Meter Abstand zum Haus, besser über einen Kilometer. Lassen Sie die Maus nicht am Nachbarhaus, an der Kleingartenkolonie oder an der Garage frei, sonst verschieben Sie das Problem nur. Ein Feldrand oder ein Gebüsch abseits der Bebauung ist besser. Öffnen Sie die Falle mit Handschuhen und vom Körper weg, denn eine verängstigte Maus kann beißen. Reinigen Sie die Falle danach, sonst riechen die nächsten Mäuse ihre Vorgängerin.
Es gibt einen Fall, in dem die Lebendfalle Pflicht ist. Nur bestimmte Arten dürfen bekämpft werden, darunter Hausmaus, Rötelmaus, Feldmaus, Erdmaus, Schermaus und die Ratten. Waldmaus und Brandmaus gehören laut UBA nicht dazu. Sie dürfen nur mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde bekämpft werden, ebenso die Spitzmäuse. Im Wohnhaus ist es fast immer die Hausmaus. In Gartenhaus, Schuppen oder Ferienhaus am Waldrand kann aber durchaus eine Waldmaus sitzen. Dort ist die Lebendfalle die richtige Wahl. Welche Mäuse in Frage kommen, zeigt unser Ratgeber „Mäusearten“.
Wann Mausefallen nicht mehr reichen
Fallen lösen das Problem, wenn eine oder wenige Mäuse im Haus sind. Sie stoßen an ihre Grenzen, wenn nach ein bis zwei Wochen immer noch frischer Kot liegt, wenn Sie in mehreren Räumen oder Etagen Spuren finden, wenn es in Wänden und Zwischendecken trippelt oder wenn Kabel angenagt sind. Dann sitzt die Quelle meist dort, wo keine Falle hinkommt, und die Mäuse kommen über einen Einstieg nach, den noch niemand gefunden hat.
Im Mehrfamilienhaus kommt ein zweiter Punkt dazu: Mäuse ziehen durch Installationsschächte von Wohnung zu Wohnung. Fallen in einer Wohnung lösen dann nur einen Teil des Problems. Sagen Sie als Mieter Ihrer Hausverwaltung Bescheid, damit das ganze Haus angeschaut wird.
In diesem Fall rufen Sie uns an. Wir suchen zuerst die Einstiege und Nester, stellen verschlossene Köderboxen und Fallen und kontrollieren, bis Ruhe ist. Die Mäusebekämpfung kostet bei uns 330 € Festpreis inklusive Mehrwertsteuer für bis zu zehn Köderboxen. Wollen Sie erst wissen, was los ist, kostet die Erstinspektion 80 €, die wir bei Auftrag verrechnen. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da, von Bergedorf aus erreichen wir alle Bezirke schnell.
Vorbeugen: Damit die Falle leer bleibt
Jede gefangene Maus ist ein Hinweis auf eine Lücke. Hausmäuse kommen laut ADAC durch Spalten von nur 6 Millimetern. Prüfen Sie Rohr- und Kabeldurchführungen, Kellerfenster, Lüftungsöffnungen und Türspalten. Kleine Löcher stopfen Sie mit Stahlwolle und schließen sie mit Mörtel oder Silikon, größere Öffnungen sichern Sie mit Metallgitter, Tore mit Bürstendichtungen. Was sonst wirkt und was nicht, steht in unserem Ratgeber „Mäuse vertreiben“.
Dazu kommt Ordnung bei den Futterquellen: Vorräte und Tierfutter in dichte Behälter, kein Vogelfutter am Boden, keine Speisereste auf den Kompost. Warum gerade im Herbst so viele Mäuse ins Haus wollen, erklärt unser Ratgeber „Mäuse im Herbst“.
Mäusebekämpfung vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Umweltbundesamt: Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten?
- Umweltbundesamt: Sind Klebefallen bei der Nagetierbekämpfung tierschutzgerecht?
- Umweltbundesamt: Rodentizide
- Umweltbundesamt: Welche Nagetiere dürfen bekämpft werden?
- infektionsschutz.de: Erregersteckbrief Hantaviren
- ADAC: Mäuse vertreiben und bekämpfen
- Umweltbundesamt: Nicht-chemische Alternativen der Schädlingsbekämpfung (Texte 33/2025)
Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Mausefalle richtig aufstellen: häufige Fragen
Wie stellt man eine Mausefalle richtig auf?
Stellen Sie die Mausefalle direkt an die Wand, dort wo frischer Kot liegt. Schlagfallen stehen quer zur Wand, mit der Köderseite zur Wand, Lebendfallen mit der Öffnung zur Wand. Gute Plätze sind hinter Herd und Kühlschrank, unter der Spüle und im Vorratsschrank. Nehmen Sie wenig Köder, stellen Sie mehrere Fallen auf und kontrollieren Sie täglich.
Welcher Köder ist der beste für eine Mausefalle?
Das Umweltbundesamt nennt Erdnussbutter und Nuss-Nougat-Creme, daneben Käse und Speck. Klebrige Köder sind im Vorteil, weil die Maus daran ziehen muss und so den Auslöser betätigt. Eine erbsengroße Menge reicht. Zu viel Köder führt dazu, dass die Maus am Rand frisst und die Falle nicht auslöst.
Warum geht keine Maus in die Falle?
Meist steht die Falle nicht auf dem Laufweg, sondern frei im Raum. Mäuse laufen an Wänden entlang. Häufig liegt auch zu viel Köder auf der Falle, oder die Maus findet nebenan bessere Nahrung in offenen Vorräten. Räumen Sie Lebensmittel weg, rücken Sie die Falle an die Wand und stellen Sie mehrere Fallen an verschiedene Fundstellen.
Wie viele Mausefallen braucht man?
Mehr als eine. Wo eine Maus ist, sind meist mehrere, und Mäuse nutzen verschiedene Wege. Stellen Sie an jede Stelle mit frischem Kot oder Nagespuren eine eigene Falle. Fangen Sie nach ein bis zwei Wochen immer noch Mäuse oder finden neuen Kot, liegt der Einstieg woanders, und ein Fachbetrieb sollte sich das ansehen.
Wohin mit der Maus aus der Lebendfalle?
Lassen Sie die Maus weit vom Haus entfernt frei. Der ADAC empfiehlt mehrere hundert Meter, besser über einen Kilometer Abstand. Wählen Sie einen Feldrand oder ein Gebüsch abseits von Häusern, Gärten und Kleingärten, sonst kommt sie zurück oder zieht beim Nachbarn ein. Öffnen Sie die Falle mit Handschuhen und reinigen Sie sie danach.
Sind Klebefallen gegen Mäuse erlaubt?
Klebefallen werden zwar verkauft, das Umweltbundesamt hält ihren Einsatz gegen Mäuse und Ratten aus Tierschutzgründen aber für höchst bedenklich. Auch bei häufiger Kontrolle seien sie keine Alternative. Die Maus klebt fest und stirbt langsam. Verwenden Sie stattdessen eine gut konstruierte Schlagfalle oder eine Lebendfalle, die Sie täglich kontrollieren.
Wie entsorge ich eine tote Maus richtig?
Lüften Sie zuerst, ziehen Sie Einmalhandschuhe und in Innenräumen eine FFP2- oder FFP3-Maske an. Besprühen Sie Maus und Kot mit Wasser, damit kein Staub entsteht, und nehmen Sie keinen Staubsauger. Geben Sie die Maus in eine Plastiktüte, verschließen Sie sie und entsorgen Sie sie im Hausmüll. Danach Fläche reinigen und gründlich waschen.