Papierfisch oder Silberfisch? Unterschied erkennen und richtig handeln

Kurz beantwortet:Der Unterschied zwischen Silberfisch und Papierfisch liegt in Größe, Farbe und Lebensraum: Papierfischchen werden bis 15 mm groß, sind matt grau, haben sehr lange Schwanzanhänge und brauchen keine Feuchte. Silberfische sind kleiner, silbrig glänzend und leben in feuchten Räumen wie Bad und Küche.
Wie sehen Papierfischchen aus?
Das Papierfischchen, wissenschaftlich Ctenolepisma longicaudatum, sieht auf den ersten Blick aus wie ein großer Silberfisch. Es wird bis zu 15 Millimeter lang, ist also deutlich größer als der Silberfisch mit seinen 8 bis 12 Millimetern. Die Färbung ist matt grau bis braungrau, nicht silbrig glänzend. Der Körper wirkt etwas rauer und ist fein behaart. Jungtiere sind kleiner und heller, haben aber schon die typisch langen Anhänge.
Das sicherste Merkmal sind die Anhänge. Papierfischchen haben zwei sehr lange Fühler und drei lange Schwanzanhänge, die fast so lang sind wie der Körper selbst. Beim Silberfisch sind diese Anhänge deutlich kürzer. Wenn Sie ein Tier mit auffällig langen Borsten hinten und vorne sehen, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Papierfischchen.
Auch das Verhalten unterscheidet sich. Papierfischchen laufen etwas langsamer und weniger schlängelnd. Sie sitzen nicht in der Badewanne, sondern im Bücherregal, hinter Bilderrahmen, in Aktenordnern, in Umzugskartons und hinter Sockelleisten im Wohnzimmer. Wer im Schlafzimmer oder im Arbeitszimmer regelmäßig Silberfische zu sehen glaubt, hat meist Papierfischchen. Auch in Kleiderschränken mit Baumwollkleidung tauchen sie auf.
Wenn Sie ein Tier fangen, legen Sie es auf ein weißes Blatt Papier und fotografieren Sie es mit einem Lineal daneben. Größe, Farbe und die Länge der Anhänge sind dann gut zu beurteilen. Ein solches Foto und ein Blick auf den Fundort genügen in den meisten Fällen für die Bestimmung.
Silberfisch, Papierfischchen oder Ofenfischchen: der Unterschied
Alle drei gehören zu den Fischchen, einer alten Insektengruppe ohne Flügel. Sie sehen sich ähnlich und werden ständig verwechselt. Für die Bekämpfung ist die Unterscheidung aber entscheidend, weil jede Art andere Bedingungen braucht.
Der Silberfisch ist der bekannte Bewohner feuchter Räume. Er glänzt silbrig, ist klein, hat kurze Anhänge und braucht eine Luftfeuchte von über 70 Prozent. Ohne Feuchte stirbt er. Deshalb lässt er sich über Lüften und Abdichten gut in den Griff bekommen.
Das Papierfischchen ist größer, matt grau, mit sehr langen Anhängen. Es kommt mit normaler, sogar trockener Raumluft aus. Es lebt in Wohnräumen und ernährt sich bevorzugt von Papier, Pappe und stärkehaltigen Klebstoffen. Es ist außerdem geselliger als der Silberfisch, bei starkem Befall sitzen oft mehrere Tiere in einem Karton. Feuchte senken hilft hier nicht.
Das Ofenfischchen ist 10 bis 12 Millimeter groß, braun-grau gefleckt, gedrungener und behaart. Es liebt Wärme über 30 Grad und findet sich in Bäckereien, Großküchen, Heizungskellern und hinter Öfen. In normalen Wohnungen ist es selten. Wenn Sie in Hamburg ein Fischchen im Wohnzimmer finden, ist es fast immer entweder ein Silberfisch, der sich verlaufen hat, oder ein Papierfischchen.
Silberfisch
- 8–12 mm, silbrig glänzend
- Schwanzanhänge kürzer als der Körper
- braucht Luftfeuchte über 70 Prozent
- Bad, Küche, Keller
Papierfischchen
- bis 15 mm, matt grau bis braungrau
- Fühler und Schwanzanhänge fast körperlang
- kommt mit trockener Raumluft aus
- Wohnzimmer, Regale, Archive, Kartons
Ofenfischchen
- 10–12 mm, braun-grau gefleckt
- behaart, gedrungener
- braucht Wärme über 30 Grad
- Bäckereien, Heizungsräume, hinter Öfen
Warum Papierfischchen ein Problem sind
Das Papierfischchen stammt ursprünglich aus wärmeren Regionen und breitet sich in Deutschland seit den 2010er Jahren aus, vor allem in Städten. Der wichtigste Verbreitungsweg sind Kartons und Verpackungen: Onlinebestellungen, Umzugskisten, Aktenkartons, Lagerware. In der Pappe sitzen Tiere oder Eier, und beim Auspacken landen sie in der Wohnung. Auch Büros, Kanzleien und Lager sind Quellen, weil dort Akten und Verpackungen in großer Zahl umgeschlagen werden.
Anders als der Silberfisch verschwindet das Papierfischchen nicht von selbst. Es ist an trockene, beheizte Räume angepasst, findet in jeder Wohnung Nahrung und kann mehrere Jahre alt werden. Die Population wächst langsam, aber stetig. Ein Befall, der im ersten Jahr kaum auffällt, ist im dritten Jahr in jedem Zimmer. Viele Betroffene bemerken ihn erst, wenn sie ein Regal abbauen oder einen Karton öffnen, der lange nicht bewegt wurde.
Der Schaden entsteht an allem, was aus Papier oder Stärke ist: Bücher, Dokumente, Fotos, Tapeten, Kartons, Etiketten, Poster, Verpackungen von Lebensmitteln. Auch Briefmarken- oder Plattensammlungen sind betroffen, weil Hüllen und Etiketten aus Papier bestehen. Papierfischchen fressen unregelmäßige Löcher und schaben die Oberfläche ab. In Archiven, Bibliotheken, Museen und Kanzleien sind sie deshalb ein ernstes Thema. In der Wohnung sind es die Bücher, die Fotoalben und irgendwann die Tapete.
Für Menschen sind Papierfischchen ungefährlich. Sie beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und lösen keine Allergien aus. Der Schaden ist rein materiell, aber er wächst mit der Zeit.

Papierfischchen bekämpfen: Was Sie selbst tun können
Der erste Schritt ist ehrliche Bestandsaufnahme. Legen Sie flache Klebefallen in allen Räumen aus: hinter Regalen, unter Schränken, an Sockelleisten, in Kartons. Legen Sie die Fallen flach an die Wand, weil die Tiere entlang von Kanten laufen. Nach einer Woche wissen Sie, wo die Tiere laufen und wie stark der Befall ist. Diese Fallen bleiben auch später liegen, als Kontrolle.
Reduzieren Sie das Futter. Kartons konsequent entsorgen, keine Pappe im Keller oder Abstellraum lagern. Bücher und Dokumente in geschlossenen Schränken oder Kunststoffboxen aufbewahren. Papierstapel und Zeitschriftenhaufen auflösen. Auch Lebensmittelverpackungen aus Pappe, etwa für Müsli, Nudeln oder Mehl, gehören in geschlossene Dosen, nicht wegen der Lebensmittel, sondern wegen der Pappe. Lose Tapetenränder verkleben. Regelmäßig hinter und unter Möbeln saugen, denn dort sammeln sich Hautschuppen, Haare und Krümel.
Schließen Sie Verstecke. Papierfischchen legen ihre Eier in Ritzen: hinter Sockelleisten, in Spalten von Parkett und Laminat, hinter Steckdosen, an Türzargen. Abdichten mit Acryl oder Silikon nimmt ihnen die Rückzugsorte. Das ist mühsam, wirkt aber langfristig. Beginnen Sie mit den Räumen, in denen die Fallen die meisten Tiere zeigen.
Was nicht hilft: Lüften und Feuchte senken. Das ist die Maßnahme für Silberfische und geht beim Papierfischchen ins Leere. Ebenso wenig helfen Lavendel, Essig oder Kartoffelfallen. Frei verkäufliche Sprays töten die Tiere, die Sie treffen, erreichen aber nicht die Eier und die Tiere in den Ritzen. Einzelne Tiere lassen sich damit reduzieren, ein Befall nicht beenden.
Wann Sie Papierfischchen vom Profi bekämpfen lassen sollten
Wenn Sie Papierfischchen in mehreren Räumen finden, wenn die Klebefallen über Wochen hinweg regelmäßig Tiere zeigen oder wenn bereits Fraßschäden an Büchern, Dokumenten oder Tapeten vorhanden sind, lohnt sich der Fachbetrieb. Auch in Mehrfamilienhäusern ist das sinnvoll, weil die Tiere über Rohrschächte und Leerrohre zwischen Wohnungen wandern und eine Einzelbehandlung dann nicht reicht.
Wir bringen Insektizide gezielt in die Verstecke ein: in Sockelleisten, Bodenfugen, Zargen und Schächte. Dazu kommen Köder und bei Bedarf eine zweite Behandlung, um die Tiere zu erfassen, die später aus den Eiern schlüpfen. Die Behandlung gegen Silberfische kostet bei uns 357 € für zwei Behandlungen. Bei Papierfischchen ist der Aufwand oft höher, weil mehr Räume betroffen sind, deshalb nennen wir den Festpreis nach kurzer Rücksprache am Telefon. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.
Bringen Sie uns die gefangenen Tiere oder die Klebefallen, denn die Artbestimmung entscheidet über das Vorgehen. Bei Papierfischchen setzen wir außerdem auf eine Kontrolle nach einigen Wochen, weil die Tiere langlebig sind und ein einzelnes übersehenes Weibchen den Befall neu starten kann. Auch die Absprache mit Nachbarn oder der Hausverwaltung gehört dazu, wenn ein ganzes Haus betroffen ist.
Vorbeugen: So halten Sie Papierfischchen fern
Der wichtigste Eintrittsweg sind Kartons. Packen Sie Lieferungen möglichst im Flur oder im Freien aus und entsorgen Sie die Verpackung sofort. Lagern Sie keine Kartons in der Wohnung oder im Keller. Bei einem Umzug die Umzugskisten nach dem Auspacken direkt abgeben, nicht als Stauraum weiterverwenden. Bei Kartons aus Lagern des Handels ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch.
Bewahren Sie wertvolle Papiere, Fotos und Bücher in geschlossenen Behältern auf. Prüfen Sie gebraucht gekaufte Bücher, Möbel und Bilderrahmen, bevor Sie sie ins Regal stellen. Auch aus Archiven, Bibliotheken oder Büros können die Tiere mitkommen. Nach einem Umzug in eine Wohnung, in der der Vormieter Papierfischchen hatte, lohnt es sich, in den ersten Wochen genau hinzuschauen, bevor die Regale gefüllt sind.
Halten Sie zwei oder drei Klebefallen dauerhaft an den kritischen Stellen liegen und schauen Sie einmal im Monat nach. Ein einzelnes Papierfischchen in der Falle ist ein Hinweis, kein Grund zur Panik. Dann aber zügig reagieren, denn die Population wächst still. Wer beim ersten Tier aufmerksam wird, kommt mit wenig Aufwand davon.