Kakerlaken bekämpfen: Welche Methode wirkt und welche nicht

Kakerlaken bekämpfen: Welche Methode wirkt und welche nicht

Kurz beantwortet:Kakerlaken bekämpft man am wirksamsten mit Fraßködern in Gelform, die an den Laufwegen gesetzt und über mehrere Wochen erneuert werden. Die Tiere tragen den Wirkstoff ins Versteck und geben ihn an Artgenossen weiter. Klebefallen dienen zur Kontrolle, Sprays verteilen einen Befall eher. Weil aus den Eipaketen laufend Jungtiere nachschlüpfen, braucht eine Bekämpfung mindestens zwei bis drei Durchgänge.

Warum eine einzelne Behandlung nie reicht

Kakerlaken, fachlich Schaben, leben versteckt in Spalten hinter Küchengeräten, in Leitungsdurchführungen und in Geräten mit Abwärme. Die Tiere, die Sie sehen, sind nur ein kleiner Teil der Population. Und selbst wenn alle erwachsenen Tiere erfasst werden, bleibt das eigentliche Problem: die Eipakete.

Bei der Deutschen Schabe, der häufigsten Art in Hamburger Küchen, stecken in einer Oothek 30 bis 40 Eier. Die Eikapseln sind so robust, dass die Entwicklung darin selbst Minusgrade übersteht. Wer heute behandelt, sieht in einigen Wochen die nächste Generation. Das Institut für Schädlingskunde empfiehlt deshalb, Köder über einen Zeitraum von mehreren Monaten regelmäßig zu erneuern, auch wenn schon nach kurzer Zeit keine Schaben mehr zu sehen sind.

Daraus folgt die wichtigste Regel für jede Kakerlakenbekämpfung: Sie ist ein Prozess über Wochen, kein einzelner Termin.

Spray, Falle, Kieselgur, Gel: Die Methoden im Vergleich

Insektensprays töten die Tiere, die sie direkt treffen. Die Eipakete erreichen sie nicht, und viele Schaben reagieren auf das Spray, indem sie sich tiefer in Wände und Geräte zurückziehen oder in Nachbarräume ausweichen. Danach ist der Befall verteilt statt beseitigt.

Klebefallen mit Lockstoff sind unverzichtbar, aber als Messinstrument. Nach zwei bis drei Nächten zeigen sie, welche Art es ist, wie viele Tiere unterwegs sind und wo das Zentrum des Befalls liegt. Einen etablierten Befall beseitigen sie nicht. Kieselgur, ein feines Pulver aus fossilen Kieselalgen, beschädigt die Wachsschicht der Insekten, sodass sie austrocknen. Es wirkt nur, wenn die Tiere direkt hindurchlaufen, und nur solange es trocken bleibt, in feuchten Küchen also begrenzt.

Am wirksamsten sind Fraßköder in Gelform. Kleine Punkte werden gezielt an Laufwegen und Verstecken gesetzt, die Tiere fressen davon und tragen den Wirkstoff ins Versteck. Weil Schaben auch tote Artgenossen und deren Kot fressen, gelangt der Wirkstoff an Tiere, die nie selbst zum Köder kommen. Fachleute nennen das Kaskadeneffekt.

Spray: Tötet nur getroffene Tiere

Spray

  • Tötet nur getroffene Tiere
  • Eipakete überleben
  • Vertreibt Schaben in Nachbarräume
  • Erschwert die spätere Köderbehandlung
Klebefalle: Zeigt Art und Befallsstärke

Klebefalle

  • Zeigt Art und Befallsstärke
  • Findet das Zentrum des Befalls
  • Kontrolliert den Erfolg
  • Beseitigt allein keinen Befall
Köder-Gel: Kleine Punkte an den Laufwegen

Köder-Gel

  • Kleine Punkte an den Laufwegen
  • Wirkstoff wird ins Versteck getragen
  • Erreicht auch versteckte Tiere
  • Muss über Wochen erneuert werden

Was Sie selbst tun können, damit die Bekämpfung wirkt

Nehmen Sie den Schaben Nahrung und Wasser. Lebensmittel gehören in dicht schließende Dosen, Krümel und Fettreste sollten täglich weggewischt werden, Tierfutter nicht über Nacht stehen bleiben. Schaben können lange hungern, ohne Wasser halten sie aber nur wenige Tage durch. Undichte Siphons und tropfende Anschlüsse unter der Spüle sollten Sie deshalb reparieren lassen.

Während einer Köderbehandlung ist das besonders wichtig: Je weniger andere Nahrung die Tiere finden, desto eher nehmen sie den Köder an. Reinigen Sie aber nicht direkt an den Köderpunkten und sprühen Sie dort keine Reinigungsmittel, sonst meiden die Tiere das Gel.

Lagern Sie keine Kartons und Papiertüten in der Küche. Wellpappe ist ein bevorzugtes Versteck und ein häufiger Eintragsweg, weil Schaben und ihre Eipakete darin aus dem Supermarkt oder dem Lager mitreisen.

Kakerlaken bekämpfen: Was Sie selbst tun können, damit die Bekämpfung wirkt

So bekämpfen wir Kakerlaken

Wir beginnen mit Monitoring und Befallsermittlung: Welche Art ist es, wo liegt das Zentrum, welche Räume und Nachbarbereiche sind betroffen? Die Deutsche Schabe klettert gut und sitzt eher oben in Geräten und Schränken, die Orientalische Schabe hält sich bodennah in feuchten Bereichen, Schächten und Abwasserleitungen auf. Danach richtet sich, wo die Köder gesetzt werden.

Behandelt wird mit Ködergel an den Laufwegen, kontrolliert mit Klebefallen. Die Schabenbekämpfung kostet bei uns 430 Euro zum Festpreis, inklusive zwei bis drei Behandlungen über vier bis sechs Wochen. So werden auch die Jungtiere erfasst, die nach der ersten Behandlung aus den Eipaketen schlüpfen. Küche und Bad können Sie nach dem Einsatz normal nutzen.

Für Gastronomie, Hotelküchen und Lebensmittelbetriebe dokumentieren wir die Bekämpfung HACCP-konform. In Mehrfamilienhäusern sollte die Hausverwaltung einbezogen werden, weil Schaben über Steigleitungen und Schächte zwischen den Wohnungen wandern und eine Behandlung nur in einer Wohnung dann nicht hält.

Wer zahlt die Schabenbekämpfung in der Mietwohnung?

Ein akuter Schabenbefall ist in der Regel Sache des Vermieters, weil er die Wohnung in einem mangelfreien Zustand halten muss. Über die Nebenkosten umlegen darf er nur regelmäßige, vorbeugende Ungezieferbekämpfung nach der Betriebskostenverordnung, nicht den einmaligen Einsatz gegen einen akuten Befall. Anders kann es sein, wenn nachweisbar ist, dass der Mieter den Befall verursacht hat.

Informieren Sie Vermieter oder Hausverwaltung deshalb früh und schriftlich. Das beschleunigt die Bekämpfung und schützt Sie, wenn sich der Befall aus einer anderen Wohnung ausgebreitet hat.

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Häufige Fragen

Kakerlaken bekämpfen: häufige Fragen

Was ist das beste Mittel gegen Kakerlaken?

Fraßköder in Gelform, gezielt an den Laufwegen gesetzt und über mehrere Wochen erneuert. Die Tiere tragen den Wirkstoff ins Versteck und geben ihn an Artgenossen weiter.

Wie lange dauert es, Kakerlaken loszuwerden?

Bei einer professionellen Bekämpfung meist vier bis sechs Wochen mit zwei bis drei Behandlungen. Die Köder müssen so lange wirken, bis auch die Jungtiere aus den letzten Eipaketen erfasst sind.

Helfen Hausmittel gegen Kakerlaken?

Gegen einen etablierten Befall nicht. Backpulver, Lorbeer oder ätherische Öle beseitigen keine Population. Kieselgur kann unterstützen, wirkt aber nur trocken und nur bei direktem Kontakt.

Warum sehe ich nach der Behandlung noch Kakerlaken?

Das ist in den ersten Wochen normal. Aus den Eipaketen schlüpfen Jungtiere nach, und Tiere, die den Köder gefressen haben, sterben nicht sofort. Genau dafür sind die zweite und dritte Behandlung da.

Kann ich die Küche nach der Behandlung normal nutzen?

Ja. Wir zeigen Ihnen die Köderstellen und sagen Ihnen, wo Sie beim Putzen vorsichtig sein sollten, damit das Gel wirken kann.

Was kostet die Kakerlakenbekämpfung?

Bei uns in Hamburg 430 Euro zum Festpreis inklusive zwei bis drei Behandlungen. Für Gastronomie und Gewerbe richtet sich der Preis nach dem Objekt.

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