Milben im Bett erkennen: Hausstaubmilben, Vogelmilben oder doch Bettwanzen?

Kurz beantwortet:Hausstaubmilben leben in jedem Bett, sind mit bloßem Auge nicht zu sehen und stechen nicht. Sie lösen allenfalls Allergien aus. Wer nachts juckende Stiche bekommt, hat es eher mit Vogelmilben aus einem nahen Taubennest, mit Bettwanzen oder mit Flöhen zu tun. Bettwanzen hinterlassen typischerweise mehrere Stiche in einer Reihe und dunkle Kotpunkte an Matratze und Bettrahmen.
Hausstaubmilben: in jedem Bett, aber sie stechen nicht
Hausstaubmilben leben in praktisch jeder Matratze, jedem Kopfkissen und jeder Bettdecke. Sie ernähren sich von Hautschuppen, sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen und stechen oder beißen nicht. Probleme machen sie nur Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie, denn die Allergene stecken im Kot der Milben. Typisch sind dann eine verstopfte Nase am Morgen, Niesen oder tränende Augen, keine einzelnen Stiche.
Wer also juckende rote Punkte auf der Haut hat, sollte die Ursache nicht bei den Hausstaubmilben suchen. Eine Bekämpfung durch einen Kammerjäger ist bei ihnen weder sinnvoll noch nötig. Hier helfen Waschen bei 60 Grad, milbendichte Bezüge und bei Beschwerden der Weg zum Arzt.
Vogelmilben: Wenn ein Taubennest am Fenster die Ursache ist
Ein Fall, den wir in Hamburger Dachwohnungen regelmäßig sehen: Stiche in der Nacht, keine Spuren im Bett, und direkt vor dem Fenster, in der Dachrinne oder unter dem Dachüberstand liegt ein Taubennest. Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) lebt in Vogelnestern und saugt nachts Blut an den Vögeln. Verlassen die Jungvögel das Nest, suchen die hungrigen Milben einen neuen Wirt und wandern über Fensterrahmen, Rollladenkästen und Fugen in die Wohnung.
Beim Menschen können sich Vogelmilben nicht dauerhaft vermehren, sie stechen aber und verursachen Juckreiz und rote Pusteln. Weil diese Hautreaktionen nicht eindeutig sind, wird der Zusammenhang mit dem Nest oft lange nicht erkannt. Vollgesogene Vogelmilben sind rot und knapp einen Millimeter groß, mit etwas Glück sehen Sie sie abends auf der Fensterbank oder an hellen Wänden.
Die Lösung liegt deshalb draußen: Das Nest muss fachgerecht entfernt, der Bereich behandelt und der Anflugplatz gesichert werden, damit die Tauben nicht wiederkommen. Bei Nestern mit Gelege oder Jungvögeln sind tier- und naturschutzrechtliche Vorgaben zu beachten, deshalb klären wir den Zeitpunkt vorher mit Ihnen.
Hausstaubmilben
- Mit bloßem Auge nicht sichtbar
- Stechen nicht
- Allergene im Kot
- Kein Fall für den Kammerjäger
Vogelmilben
- Kommen aus Vogel- und Taubennestern
- Stechen nachts
- Oft in Dachwohnungen
- Nest muss entfernt werden
Bettwanzen
- Fünf bis sechs Millimeter, gut sichtbar
- Stiche oft in einer Reihe
- Dunkle Kotpunkte an der Matratze
- Professionelle Bekämpfung nötig
Milben oder Bettwanzen? So unterscheiden Sie die Stiche
Bettwanzen sind keine Milben, werden aber am häufigsten mit ihnen verwechselt. Anders als Milben sind sie mit fünf bis sechs Millimetern gut zu sehen, rotbraun, flach und flugunfähig. Typisch sind mehrere Stiche dicht hintereinander in einer Reihe, weil eine Bettwanze mehrmals ansetzt. Das Umweltbundesamt spricht von der „Bettwanzenstraße“.
Der sicherste Hinweis sind aber nicht die Stiche, sondern die Spuren am Bett: kleine schwarze Kotpunkte an Matratzennähten, am Lattenrost und am Bettrahmen, leere Häutungshüllen und kleine Blutflecken auf dem Laken. Bei stärkerem Befall kommt ein süßlicher Geruch dazu. Finden Sie davon nichts, sind Bettwanzen unwahrscheinlich.
Flöhe hinterlassen ebenfalls Stiche in einer Linie, meist an Knöcheln und Unterschenkeln, und kommen fast immer über Haustiere. Grasmilben fängt man sich draußen ein, vor allem im Spätsommer und Herbst, und die Stiche sitzen dort, wo Kleidung eng anliegt, etwa am Hosenbund oder in den Kniekehlen.

So finden Sie heraus, was Sie sticht
Untersuchen Sie abends mit einer Taschenlampe die Matratzennähte, den Lattenrost und die Ritzen im Bettrahmen. Ziehen Sie weiße Bettwäsche auf, auf der Kotpunkte und Blutflecken gut zu sehen sind. Schauen Sie sich die Fensterbank, den Rollladenkasten und die Umgebung außen an, ob dort Vögel nisten. Haben Sie Haustiere, bürsten Sie sie über einem weißen Handtuch aus, dunkle Krümel können Flohkot sein.
Fotografieren Sie Stiche und Spuren, und sammeln Sie gefundene Tiere mit einem Klebestreifen. Das hilft uns bei der Bestimmung, oft schon per WhatsApp. Bei starken Hautreaktionen, Fieber oder Entzündungen gehört die Haut außerdem in ärztliche Hände, denn Stiche allein lassen sich nicht sicher einem Tier zuordnen.
Wann der Kammerjäger hilft und wann nicht
Bei Hausstaubmilben können wir nicht helfen, und wir sagen das auch. Bei Vogelmilben entfernen wir das Nest, behandeln den Bereich und sichern den Anflugplatz, zum Beispiel mit einem Taubennetz am Balkon, das bei uns ab 350 Euro kostet. Bei Bettwanzen übernehmen wir die komplette Bekämpfung, ab 430 Euro inklusive zwei bis drei Behandlungen.
Wenn Sie unsicher sind, was Sie sticht, rufen Sie an oder schicken Sie uns Fotos. In Hamburg und im Umland kommen wir für eine Erstinspektion vorbei, die 80 Euro kostet und bei Auftrag voll verrechnet wird.
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Können Milben im Bett stechen?
Hausstaubmilben nicht. Sie leben in jedem Bett und lösen allenfalls Allergien aus. Stechen können Vogelmilben, die aus nahen Vogelnestern in die Wohnung wandern, und Grasmilben, die man sich meist draußen einfängt.
Wie sehen Milbenstiche aus?
Vogelmilben verursachen juckende rote Pusteln, die sich nicht eindeutig von anderen Stichen unterscheiden lassen. Entscheidend ist deshalb die Suche nach der Quelle, etwa einem Taubennest am Fenster.
Kann man Milben mit bloßem Auge sehen?
Hausstaubmilben nicht. Vollgesogene Vogelmilben sind rot und knapp einen Millimeter groß und abends manchmal an Fensterbänken oder hellen Wänden zu sehen.
Woran erkenne ich, dass es Bettwanzen und keine Milben sind?
An den Spuren im Bett: schwarze Kotpunkte an Matratzennähten und Bettrahmen, Häutungshüllen und Blutflecken auf dem Laken. Bettwanzen selbst sind mit fünf bis sechs Millimetern gut sichtbar.
Was tun gegen Vogelmilben in der Wohnung?
Die Quelle beseitigen. Das Nest muss fachgerecht entfernt, der Bereich behandelt und der Anflugplatz gesichert werden. Solange das Nest bleibt, kommen die Milben wieder.
Muss ich wegen Hausstaubmilben einen Kammerjäger rufen?
Nein. Gegen Hausstaubmilben helfen Waschen bei 60 Grad und milbendichte Bezüge. Bei allergischen Beschwerden ist der Arzt der richtige Ansprechpartner.