Hausstaubmilben: Was sie sind und was in der Heizperiode hilft

Hausstaubmilben: Was sie sind und was in der Heizperiode hilft

Kurz beantwortet:Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere, die in jeder Wohnung leben, vor allem in Matratzen und Bettzeug. Sie beißen und stechen nicht. Probleme macht ihr Kot, der Allergien auslösen kann, besonders in der Heizperiode. Gegen Hausstaubmilben helfen Lüften, ein kühles Schlafzimmer, Waschen bei mindestens 60 °C und milbendichte Encasings, nicht Gift.

Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben sind Spinnentiere. Sie haben als erwachsene Tiere vier Beinpaare, sind 0,1 bis 0,5 Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht zu sehen. Weltweit gibt es laut Umweltbundesamt rund 150 Arten. In unseren Wohnungen sind vor allem zwei häufig, Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Der Gattungsname bedeutet „Hautfresser“, und genau davon leben sie: von Hautschuppen, Haaren und Federn.

Am wohlsten fühlen sie sich im Bett. Dort finden sie Nahrung und Feuchtigkeit, denn ein Mensch schwitzt pro Nacht rund 200 Milliliter aus. Der Allergieinformationsdienst schätzt, dass in einer Matratze im Schnitt zwei bis zehn Millionen Milben leben. Auch Oberbett, Kopfkissen, alte Polstermöbel, Teppiche und schwere Gardinen sind typische Orte. Nahrung gibt es reichlich: Ein Gramm Hautschuppen, so viel verliert ein Mensch etwa am Tag, reicht einer Matratzenpopulation laut Allergieinformationsdienst sechs Wochen.

Wichtig zur Einordnung: Hausstaubmilben sind kein Zeichen für mangelnde Sauberkeit. Sie gehören seit jeher zum menschlichen Wohnraum. Selbst auf einem frisch gereinigten Kopfkissen können sich laut Umweltbundesamt noch bis zu 10.000 Milben aufhalten. Eine milbenfreie Wohnung gibt es nicht. Es geht immer nur darum, die Menge klein zu halten.

Warum die Beschwerden in der Heizperiode zunehmen

Milben lieben es feucht und warm. Der Allergieinformationsdienst nennt als ideale Bedingungen etwa 25 Grad Raumtemperatur und 65 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die Hauptvermehrungszeit liegt deshalb in den Monaten Mai bis Oktober, wenn die Luft in Wohnungen feuchter ist.

Mit Beginn der Heizperiode dreht sich das. Ganz verschwinden die Milben dabei nicht, denn bei Trockenheit können sie Dauerstadien bilden und so längere Zeit überdauern. Die Heizung senkt die Raumluftfeuchte stark, und viele Milben sterben ab. Für Allergiker ist das keine gute Nachricht. Die toten Milben und ihr Kot zerfallen, und die Allergene werden in großen Mengen freigesetzt und mit dem Staub verwirbelt. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund beschreibt, dass sich zu dieser Zeit die größte Menge an Ausscheidungen angesammelt hat und die Beschwerden am stärksten sind.

Typisch sind stärkere Symptome nachts und am frühen Morgen nach dem Aufstehen. Wer im Oktober und November regelmäßig mit verstopfter Nase aufwacht und tagsüber an der frischen Luft kaum etwas merkt, kann darin einen Hinweis sehen. Klarheit bringt aber erst der Arzt.

Hausstaubmilbe: 0,1 bis 0,5 mm, mit bloßem Auge unsichtbar

Hausstaubmilbe

  • 0,1 bis 0,5 mm, mit bloßem Auge unsichtbar
  • Frisst Hautschuppen
  • Beißt und sticht nicht
  • Kot löst Allergien aus
Rote Vogelmilbe: Etwa 0,7 mm, nachtaktiv

Rote Vogelmilbe

  • Etwa 0,7 mm, nachtaktiv
  • Lebt in Vogelnestern
  • Sticht Menschen, wenn Vögel fehlen
  • Versteckt sich tagsüber in Ritzen
Bettwanze: 5 bis 6 mm, gut sichtbar

Bettwanze

  • 5 bis 6 mm, gut sichtbar
  • Flach und rotbraun
  • Sticht nachts, oft in einer Reihe
  • Dunkle Kotpunkte an der Matratze

Hausstaubmilbenallergie: Was Sie wissen sollten

Die Milben selbst sind für Menschen ungefährlich. Sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Das Problem sind Eiweiße in ihrem Kot. Eine Hausstaubmilbe produziert laut Allergieinformationsdienst durchschnittlich 20 Kotkügelchen pro Tag, in einem Gramm Hausstaub finden sich mehr als 250.000 davon. Wer gegen diese Eiweiße sensibilisiert ist, reagiert allergisch. Der Kot mischt sich mit Textilfasern, Haaren, Pilzsporen und anderen Bestandteilen zu dem, was wir als Hausstaub kennen, und wird beim Aufschütteln der Betten und beim Staubsaugen aufgewirbelt.

Das Umweltbundesamt nennt als typische Beschwerden Schnupfensymptome, gerötete und entzündete Augen, Husten, Atemnot, juckende Haut, Kopfschmerzen und Halskratzen. Diese Beschwerden können viele Ursachen haben. Ob wirklich eine Hausstaubmilbenallergie dahintersteckt, klärt ein Allergietest beim Facharzt. Das betonen sowohl das Umweltbundesamt als auch der Allergieinformationsdienst.

Zur Behandlung gibt es Medikamente gegen akute Beschwerden und die spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Welche Behandlung passt, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Maßnahmen im Haushalt, die wir hier beschreiben, ersetzen keine ärztliche Behandlung, sie unterstützen sie.

Hausstaubmilben: Hausstaubmilbenallergie: Was Sie wissen sollten

Hausstaubmilben reduzieren: Encasings, 60 °C und kühle Luft

Das Bett ist der wichtigste Ort. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund nennt die Sanierung des Bettes die wichtigste Maßnahme. Allergiker umhüllen dafür Matratze, Kissen und Decke mit milbendichten Schutzbezügen, den Encasings. Laut Allergieinformationsdienst müssen sie die Matratze komplett umschließen, mit verschweißten Nähten und abgedeckten Reißverschlüssen, und trotzdem Wasserdampf durchlassen. Schlafen mehrere Personen im Zimmer, brauchen alle Matratzen einen solchen Bezug.

Beim Waschen zählt die Temperatur. Bettwäsche und Schlafanzug waschen Allergiker möglichst wöchentlich bei mindestens 60 °C, das Umweltbundesamt empfiehlt dazu ein pulverförmiges Vollwaschmittel. Oberbett und Kopfkissen werden mehrmals im Jahr gewaschen, Encasings nach Herstellerangabe, laut Allergieinformationsdienst etwa alle 8 bis 12 Wochen. Kuscheltiere legen Sie für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe, das tötet die Milben. Den Kot entfernt erst die anschließende Wäsche.

Dazu kommt das Raumklima. Das Umweltbundesamt rät zu regelmäßigem Stoßlüften und einer Schlafzimmertemperatur von höchstens 18 Grad, der Allergieinformationsdienst nennt 18 bis 20 Grad und eine relative Luftfeuchte unter 50 Prozent. Machen Sie das Bett morgens nicht sofort, sondern schlagen Sie die Decke zurück, damit die Matratze auslüftet. Nutzen Sie den Platz unter dem Bett nicht als Stauraum. Teppiche saugen Sie mehrmals pro Woche, am besten mit einem Gerät mit HEPA-Filter, glatte Böden wischen Sie feucht. Matratzen sollten nach sieben bis zehn Jahren erneuert werden.

Weitere Tipps für Allergiker: Schlafzimmer, Sofa, Kinderzimmer

Neben dem Bett lohnt ein Blick auf alles, was Staub und Hautschuppen sammelt. Das Umweltbundesamt rät Allergikern, Staubfänger wie schwere Gardinen, Langflorteppiche und Polstermöbel möglichst zu reduzieren und Grünpflanzen aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Wo es geht, ersetzen Sie Teppichboden durch einen glatten Belag. Ziehen Sie Ihre Kleidung nicht direkt neben dem Bett aus, denn dabei lösen sich viele Hautschuppen und verteilen sich im Raum.

Auch das Material spielt eine Rolle. Der Allergieinformationsdienst empfiehlt Bettbezüge aus Leinen oder glatter Baumwolle statt Frottee oder Biber und rät von tierischen Materialien wie Wolldecken, Tierhaarmatratzen oder Fellen ab. Wäsche trocknet am besten draußen in der Sonne. Teppiche können im Winter bei Frost draußen ausgeklopft werden.

Im Kinderzimmer sind Kuscheltiere das größte Thema. Wählen Sie Stofftiere, die bei 60 °C in die Maschine dürfen. Für alle anderen hilft der Gang in die Tiefkühltruhe. Das Umweltbundesamt nennt 24 Stunden, der Allergie- und Asthmabund 48 Stunden bei minus 15 Grad. Danach wird das Stofftier bei milder Temperatur gewaschen, damit Kot und tote Milben verschwinden. Spezielle Luftreiniger können die Allergenbelastung zusätzlich senken.

Vogelmilben oder Bettwanzen? Wenn es nachts juckt

Viele, die nach Hausstaubmilben suchen, haben eigentlich ein anderes Problem: juckende Stiche nach der Nacht. Hausstaubmilben können das nicht sein, denn sie stechen nicht. Wenn Sie morgens rote, juckende Punkte haben, kommen andere Verursacher infrage.

Die Rote Vogelmilbe lebt in Vogelnestern und sucht nachts Vögel für eine Blutmahlzeit. Sie ist etwa 0,7 Millimeter groß. Fehlen die Vögel, etwa wenn ein Taubennest am Fenster oder im Rollladenkasten verlassen wurde, befallen hungrige Vogelmilben laut Umweltbundesamt auch Menschen und Haustiere. Bettwanzen sind fünf bis sechs Millimeter groß, flach und rotbraun. Sie stechen nachts, oft mehrmals in einer Reihe, und hinterlassen dunkle Kotpunkte an Matratzennähten.

Wie Sie stechende Milben im Bett von harmlosen unterscheiden, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber „Milben im Bett erkennen“. Bei Verdacht auf Bettwanzen hilft der Ratgeber „Bettwanzen erkennen“. Und wer unsicher ist, ob es Flöhe, Bettwanzen oder Mücken sind, findet im Ratgeber „Bettwanzen oder Flohbisse oder Mückenstiche“ einen direkten Vergleich.

Was nicht hilft: Milbenspray und Kammerjäger

Hausstaubmilben sind kein Fall für den Kammerjäger. Das sagen wir ganz offen. Eine Wohnung lässt sich nicht milbenfrei machen, und eine Bekämpfung mit Insektiziden ändert daran nichts. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab, Biozide einzusetzen, ob als Milbenspray oder als antibakteriell ausgerüstete Matratze und Bettwäsche, weil die Wirkstoffe ausgewaschen werden und die Umwelt belasten. Wirksam sind die Maßnahmen oben: Encasings, heißes Waschen, kühle und trockene Schlafzimmerluft.

Anders sieht es aus, wenn die Ursache für Ihre Beschwerden eine andere ist. Stechen Vogelmilben aus einem Taubennest am Haus, muss die Ursache am Haus beseitigt und der Brutplatz dauerhaft gesichert werden. Taubennetze bieten wir ab 350 Euro an. Bei Bettwanzen behandeln wir ab 430 Euro zum Festpreis. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Die Erstinspektion kostet 80 Euro und wird bei Auftrag verrechnet. Finden wir keine Schädlinge, sagen wir Ihnen das, und der Weg führt dann zur Allergologin oder zum Allergologen.

Ein Hinweis noch für Vermieter und Hausverwaltungen: Beschwerden über Juckreiz im Schlafzimmer landen oft zuerst bei Ihnen. Hausstaubmilben sind dabei kein Mangel der Wohnung, denn sie kommen in jedem Haushalt vor. Bei Vogelnestern an Fassade, Balkon oder im Rollladenkasten lohnt sich dagegen ein genauer Blick, weil verlassene Nester eine Quelle für stechende Vogelmilben sein können.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Hausstaubmilbe
  2. Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?
  3. Allergieinformationsdienst: Factsheet Hausstauballergie (PDF)
  4. Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB): Hausstaubmilben
  5. Umweltbundesamt: Vogelmilben
  6. Umweltbundesamt: Bettwanzen

Stand der Angaben: 16.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.

Häufige Fragen

Hausstaubmilben: häufige Fragen

Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben sind 0,1 bis 0,5 Millimeter kleine Spinnentiere, die in jeder Wohnung leben, vor allem in Matratzen, Bettzeug, Polstermöbeln und Teppichen. Sie fressen Hautschuppen und Haare und brauchen feuchtwarmes Klima. Für Menschen sind sie ungefährlich, sie beißen und stechen nicht. Ihr Kot enthält aber Allergene, die eine Hausstaubmilbenallergie auslösen können.

Kann man Hausstaubmilben sehen?

Nein. Mit 0,1 bis 0,5 Millimetern sind Hausstaubmilben mit bloßem Auge nicht zu erkennen, erst unter dem Mikroskop sieht man den ovalen Körper und die acht Beine. Wenn Sie im Bett kleine Tiere krabbeln sehen, sind es keine Hausstaubmilben. Dann kommen etwa Vogelmilben, Staubläuse oder Bettwanzen infrage, die man genauer bestimmen sollte.

Beißen Hausstaubmilben?

Nein. Hausstaubmilben beißen, stechen und saugen nicht und übertragen keine Krankheiten. Sie ernähren sich von Hautschuppen. Juckende Stiche nach der Nacht haben deshalb eine andere Ursache, etwa Rote Vogelmilben aus einem verlassenen Vogelnest am Haus, Bettwanzen oder Flöhe. Der Juckreiz bei einer Milbenallergie entsteht durch die Allergene im Kot, nicht durch Stiche.

Bei wie viel Grad sterben Hausstaubmilben?

Beim Waschen gelten mindestens 60 °C als Richtwert, das empfehlen Umweltbundesamt und Allergieverbände für Bettwäsche, Bettzeug und Encasings. Was sich nicht so heiß waschen lässt, etwa Kuscheltiere, legen Sie 24 Stunden in die Tiefkühltruhe. Das tötet die Milben, entfernt aber nicht den allergenen Kot. Deshalb danach bei der erlaubten Temperatur waschen.

Helfen Encasings gegen Hausstaubmilben?

Für Allergiker sind Encasings eine der wichtigsten Maßnahmen. Die milbendichten Bezüge umschließen Matratze, Kissen und Decke vollständig und halten Milben und Allergene darin zurück. Sie sollten verschweißte Nähte und abgedeckte Reißverschlüsse haben und wasserdampfdurchlässig sein. Schlafen mehrere Personen im Raum, brauchen alle Matratzen einen Bezug. Gewaschen werden sie etwa alle 8 bis 12 Wochen.

Warum ist die Hausstauballergie im Winter schlimmer?

Mit der Heizperiode sinkt die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung, und viele Milben sterben ab. Ihre Körper und ihr Kot zerfallen, und die Allergene werden in großen Mengen freigesetzt und mit dem Staub aufgewirbelt. Laut Allergie- und Asthmabund sind die Beschwerden zu dieser Zeit am stärksten, typischerweise nachts und morgens nach dem Aufstehen.

Wie oft sollte man bei Milbenallergie die Bettwäsche waschen?

Der Allergieinformationsdienst empfiehlt, Bettwäsche, Schlafanzug und Stofftiere möglichst wöchentlich bei mindestens 60 °C zu waschen. Oberbett und Kopfkissen werden mehrmals im Jahr gewaschen, sofern sie nicht in einem Encasing stecken. Die Wäsche trocknet am besten draußen. Encasings selbst kommen nach Herstellerangabe etwa alle 8 bis 12 Wochen in die Maschine.

Braucht man einen Kammerjäger gegen Hausstaubmilben?

Nein. Hausstaubmilben lassen sich nicht ausrotten, und Insektizide oder Milbensprays rät das Umweltbundesamt ausdrücklich ab. Wirksam sind Encasings, heißes Waschen, Lüften und ein kühles Schlafzimmer. Einen Fachbetrieb brauchen Sie nur, wenn etwas anderes dahintersteckt, etwa stechende Vogelmilben aus einem Taubennest oder Bettwanzen. Das klären wir bei einer Erstinspektion.

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