Fliegen im Winter: Warum plötzlich Fliegen in der Wohnung sind

Kurz beantwortet:Fliegen im Winter in der Wohnung haben meist eine von zwei Ursachen. Entweder sind es überwinternde Fliegen wie die Polsterfliege, die sich im Herbst in Dachboden, Wandhohlräume oder Fensterrahmen verkrochen haben und an warmen Tagen zum Licht wollen. Oder es gibt im Haus eine Brutstätte, etwa Biomüll, einen verschmutzten Abfluss oder ein totes Tier. Überwinternde Fliegen vermehren sich drinnen nicht, Fliegen aus einer Brutstätte schon.
Fliegen in der Wohnung im Winter: Woher kommen sie?
Draußen ist es kalt, die Fenster sind seit Wochen zu, und trotzdem brummen Fliegen am Wohnzimmerfenster. Diesen Anruf bekommen wir jeden Winter. Die gute Nachricht vorweg: In den meisten Fällen steckt kein Befall dahinter, den man bekämpfen müsste. Wichtig ist nur, die beiden typischen Ursachen auseinanderzuhalten.
Die erste Ursache sind Fliegen, die im Haus überwintern. Sie sind schon im Herbst hereingekommen, sitzen in Ritzen, Rollladenkästen, Wandhohlräumen oder auf dem Dachboden und werden wach, wenn die Heizung läuft oder die Wintersonne auf die Hauswand scheint. Dann krabbeln sie Richtung Licht und landen am Fenster. Diese Fliegen vermehren sich drinnen nicht. Es werden über den Winter eher weniger als mehr.
Die zweite Ursache ist eine Brutstätte im Haus. Die Große Stubenfliege kommt nach Angaben des Umweltbundesamts ganzjährig vor, ihre Larven entwickeln sich in organischen Abfällen. Findet sie drinnen einen geeigneten Platz, etwa einen vergessenen Biomülleimer, schlüpfen auch im Januar neue Fliegen. Dann werden es nicht weniger, sondern mehr, und die Fliegen tauchen eher in Küche, Keller oder Bad auf als am Fenster eines selten genutzten Zimmers.
Drei Fragen helfen bei der Einordnung. Wo sitzen die Fliegen: am Fenster im Dachgeschoss oder im Gästezimmer, oder in der Küche und am Mülleimer? Wie viele sind es: ein paar Dutzend, die mit der Zeit weniger werden, oder jeden Tag neue? Und wie sehen sie aus: träge und grau mit goldenem Schimmer, oder flink, gestreift oder metallisch glänzend? Mit diesen Antworten lässt sich die Ursache meist schon eingrenzen.
Polsterfliegen: Überwinternde Fliegen am Fenster und auf dem Dachboden
Der häufigste Wintergast ist die Polsterfliege (Gattung Pollenia), in der Schweiz auch Wurmfliege genannt. Sie ist etwas größer als eine Stubenfliege, matt grau mit dunklen Zeichnungen und hat goldgelbe Härchen auf der Brust, die je nach Licht wie ein goldener Schimmer wirken. So beschreibt sie die Penn State University in ihrem Merkblatt. Ihre Larven leben nicht im Müll, sondern als Parasiten in Regenwürmern. Deshalb haben Häuser mit Garten, an Wiesen und Feldern oder am Stadtrand eher mit ihr zu tun als eine Wohnung mitten in der Innenstadt.
Im Herbst sammeln sich die Fliegen an sonnigen Hauswänden und suchen geschützte Winterquartiere. Sie kriechen durch Spalten an Fenstern, Traufen und Verkleidungen in Wandhohlräume und Dachböden. An warmen Wintertagen werden sie aktiv und sammeln sich in großer Zahl an den Fenstern, oft in Räumen, die wenig genutzt werden, beschreibt das Landwirtschaftsministerium des US-Bundesstaats Maine. Typisch ist der träge, etwas taumelige Flug. Die Tiere lassen sich leicht fangen.
Auch andere Arten überwintern an Gebäuden. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt nennt neben der Wurmfliege die Herbstfliege, den Asiatischen Marienkäfer und die Marmorierte Baumwanze. Alle diese Insekten sind für Menschen harmlos und können sich im Haus nicht vermehren. Polsterfliegen hinterlassen höchstens kleine dunkle Kotpunkte an Fenstern und Wänden, Schäden am Haus verursachen sie nicht.
Polsterfliege
- Etwas größer als die Stubenfliege
- Goldgelbe Härchen auf der Brust
- Träge, sitzt in Gruppen am Fenster
- Vermehrt sich nicht im Haus
Stubenfliege
- Etwa 6 bis 8 mm, grau
- Vier dunkle Längsstreifen auf dem Rücken
- Larven in Abfällen und Mist
- Kommt ganzjährig vor
Schmeißfliege
- Etwa 10 bis 11 mm (Goldfliege)
- Metallisch grün oder blau glänzend
- Eiablage an Aas und Abfällen
- Im Winter drinnen ein Warnzeichen
Stubenfliege, Schmeißfliege oder Polsterfliege? So unterscheiden Sie
Ein genauer Blick lohnt sich, denn die Art verrät die Ursache. Die Große Stubenfliege ist laut Umweltbundesamt etwa sechs bis acht Millimeter groß, grau und hat vier parallele dunkle Längsstreifen auf dem Rücken. Ihr Hinterleib ist gelb bis dunkelbraun. Sie fliegt schnell und wendig und sitzt gern auf Lebensmitteln und Arbeitsflächen. Im Winter in größerer Zahl ist sie ein Hinweis auf eine Brutstätte im Haus.
Schmeißfliegen sind größer und glänzen metallisch. Die Goldfliege zum Beispiel ist zehn bis elf Millimeter groß und schimmert grün. Graue Fleischfliegen werden zehn bis 16 Millimeter groß, sind grau gestreift und haben oft ein Schachbrettmuster auf dem Hinterleib. Beide legen ihre Eier an Aas und sich zersetzendem Material ab. Tauchen im Winter plötzlich viele große, glänzende Fliegen in einem einzigen Raum auf, denken wir zuerst an ein totes Tier in der Nähe.
Kleine Fliegen sind meist etwas ganz anderes. Winzige Fliegen an der Obstschale sind Fruchtfliegen, haarige kleine Mücken am Waschbecken sind Abflussfliegen, und schwarze Mücken an Zimmerpflanzen sind fast immer Trauermücken aus feuchter Blumenerde. Für alle drei gibt es bei uns eigene Ratgeber, denn die Lösung liegt jeweils an einer anderen Stelle.

Brutstätte im Haus finden: Biotonne, Abfluss oder totes Tier
Werden es mehr Fliegen statt weniger, suchen Sie nach dem Ort, an dem sie schlüpfen. Häufigster Kandidat ist der Bioabfall. Das Umweltbundesamt rät, Abfallbehälter und Biotonnen regelmäßig zu leeren und Komposthaufen in einiger Entfernung vom Haus anzulegen. Den Vorsortiereimer in der Küche leeren Sie am besten täglich. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, die Biotonne kühl und schattig aufzustellen und den Deckel geschlossen zu halten. Im Winter hilft Zeitungspapier auf dem Tonnenboden, damit nichts festfriert. Insektizide haben in der Biotonne nichts zu suchen, sie belasten den Kompost.
Zweiter Kandidat sind Abflüsse, Siphons und Bodenabläufe, vor allem in selten genutzten Gästebädern und Kellern. Das Umweltbundesamt empfiehlt, solche Abflüsse regelmäßig durchzuspülen und Beläge mit heißem Wasser und Haushaltsreiniger zu entfernen.
Dritter Kandidat ist ein totes Tier. Eine Maus oder Ratte, die in einer Zwischendecke, hinter einer Vorsatzschale oder im Lüftungsschacht verendet ist, wird für Schmeiß- und Fleischfliegen zur Brutstätte. Achten Sie darauf, ob die Fliegen immer in derselben Ecke auftauchen und ob es dort unangenehm riecht. Dann geht es nicht mehr nur um Fliegen, sondern auch um die Frage, wie die Nager ins Haus gekommen sind.
Was hilft gegen Fliegen in der Wohnung im Winter?
Gegen überwinternde Polsterfliegen reichen einfache Mittel. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt rät, die Tiere einzusammeln und nach draußen zu bringen oder Ansammlungen in Ritzen und Rollladenkästen mit dem Staubsauger aufzusaugen. Eine Fliegenklatsche tut es auch. Eine chemische Bekämpfung hält das Amt bei überwinternden Insekten für sinnlos, weil sie keinen Schaden anrichten und von draußen immer wieder neue nachkommen.
Von Insektenspray im Dachboden oder in Wandhohlräumen raten wir ab. Die Penn State University weist auf einen unerwünschten Nebeneffekt hin: Tausende tote Fliegen in Hohlräumen sind Futter für Teppichkäfer, deren Larven danach an Wolle, Teppichen und Vorräten weiterfressen. Sinnvoller ist es, die Stellen zu finden, an denen die Fliegen in die Wohnräume kriechen, und sie abzudichten. Typisch sind Fugen an Fensterlaibungen und Sockelleisten sowie Durchlässe an Deckenlampen und Lüftern.
Bei vielen Fliegen in Wohnräumen empfiehlt das Umweltbundesamt Klebefallen zum Aufhängen oder als Sticker am Fenster, möglichst ohne Biozid. Wer biozidhaltige Fenstersticker nutzt, sollte die Gebrauchshinweise genau befolgen und die Sticker beim Fensterputzen nicht abwischen, damit der Wirkstoff nicht über den Putzlappen ins Abwasser gelangt. Gegen eine Brutstätte im Haus helfen Fallen allerdings nur kurz. Dort hilft nur, die Quelle zu beseitigen.
Wann ein Fachbetrieb bei Fliegen im Winter sinnvoll ist
Ein paar Polsterfliegen am Fenster sind kein Grund für einen Kammerjäger. Anders ist es, wenn trotz geleerter Biotonne und sauberer Abflüsse immer neue Fliegen schlüpfen, wenn Sie ein totes Tier in einem Hohlraum vermuten oder wenn ein Gastronomie- oder Lebensmittelbetrieb betroffen ist. Dann suchen wir die Brutstätte systematisch, auch in Zwischendecken, Schächten und hinter Verkleidungen, und klären, ob Mäuse oder Ratten dahinterstecken. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.
Die Fliegenbekämpfung kostet bei uns einen Festpreis, den wir Ihnen am Telefon nennen, sobald wir die Lage kennen. Wenn erst geklärt werden muss, woher die Fliegen kommen, bieten wir eine Erstinspektion für 80 Euro an, die bei Auftrag verrechnet wird. Ein Foto der Fliegen hilft uns schon vorab bei der Einschätzung.
Vorbeugen: So bleiben Fliegen im nächsten Winter draußen
Gegen Polsterfliegen ist der Spätsommer die beste Zeit. Bevor sich die Fliegen im September und Oktober an den sonnigen Hauswänden sammeln, lohnt ein Rundgang ums Haus. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt empfiehlt, Ritzen und Spalten an der Fassade abzudichten und an häufig geöffneten Fenstern Insektenschutznetze anzubringen. Kontrollieren Sie vor allem die Süd- und Westseite, Anschlüsse an Fensterrahmen, Rollladenkästen und Dachüberstände.
Drinnen gilt das Gegenteil von Gemütlichkeit: Bioabfall kurz halten, Obst abdecken oder in den Kühlschrank legen, selten genutzte Abflüsse regelmäßig durchspülen und Tierfutter nicht offen stehen lassen. Wer im Keller oder auf dem Dachboden Mäusespuren findet, sollte das nicht aufschieben. Ein Nager, der im Hohlraum verendet, bringt im Winter oft die nächste Fliegenwelle mit sich.
Wer schon einmal einen Winter mit Polsterfliegen hatte, sollte im Herbst auch einen Blick auf den Dachboden werfen. Dort sammeln sich die Tiere oft in Ecken, an Fenstern und unter der Dachschräge. Tote Fliegen vom Vorjahr saugen Sie am besten ab, bevor sie Teppichkäfern als Futter dienen. Und wenn Sie dabei Spalten im Mauerwerk oder an der Traufe entdecken, wissen Sie, wo Sie im nächsten Spätsommer abdichten sollten.
Fliegen & Mücken vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.Quellen
- Umweltbundesamt: Fliegen
- Umweltbundesamt: Fruchtfliegen
- Umweltbundesamt: Abortfliege und Schmetterlingsmücken
- Bundesamt für Umwelt BAFU (Schweiz): An Gebäuden überwinternde Insekten
- Penn State Extension: Cluster Flies (Pollenia rudis)
- Maine Department of Agriculture, Conservation and Forestry: Cluster Flies
- Verbraucherzentrale Hamburg: Was gehört in den Biomüll und was nicht? (PDF)
Stand der Angaben: 16.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Fliegen im Winter: häufige Fragen
Woher kommen Fliegen in der Wohnung im Winter?
Meist sind es überwinternde Fliegen wie die Polsterfliege. Sie haben sich im Herbst in Dachboden, Wandhohlräume oder Fensterrahmen verkrochen und werden bei Heizungswärme oder Wintersonne aktiv. Sie vermehren sich im Haus nicht. Werden es dagegen immer mehr Fliegen, gibt es eine Brutstätte im Haus, etwa Biomüll, einen verschmutzten Abfluss oder ein totes Tier.
Sind Polsterfliegen gefährlich?
Nein. Polsterfliegen gelten als harmlose Lästlinge. Sie stechen nicht, fressen im Haus nichts und richten keine Schäden am Gebäude an. Ihre Larven entwickeln sich als Parasiten in Regenwürmern, nicht in Lebensmitteln oder Müll. Höchstens kleine dunkle Kotpunkte an Fenstern und Wänden erinnern an die Wintergäste. Einsaugen oder nach draußen bringen reicht völlig.
Vermehren sich Fliegen im Winter in der Wohnung?
Überwinternde Fliegen wie Polsterfliegen vermehren sich im Haus nicht, sie warten nur auf den Frühling. Stubenfliegen, Schmeißfliegen und Fruchtfliegen können sich drinnen dagegen das ganze Jahr entwickeln, wenn sie eine Brutstätte finden. Nehmen die Fliegen über Tage zu oder tauchen immer an derselben Stelle auf, sollten Sie gezielt nach der Quelle suchen.
Was bedeuten viele große Fliegen in einem Zimmer?
Große, metallisch grün oder blau glänzende Fliegen sind meist Schmeißfliegen. Sie legen ihre Eier an Aas und sich zersetzendem Material ab. Tauchen im Winter plötzlich viele davon in einem Raum auf, liegt oft ein totes Tier in der Nähe, etwa eine Maus in der Zwischendecke. Suchen Sie die Stelle oder lassen Sie sie von einem Fachbetrieb suchen.
Hilft Insektenspray gegen Fliegen auf dem Dachboden?
Nur kurzfristig, und es kann neue Probleme schaffen. Überwinternde Fliegen kommen jedes Jahr wieder, und tote Fliegen in Hohlräumen locken Teppichkäfer an, deren Larven anschließend Wolle und Textilien fressen. Besser ist es, die Fliegen abzusaugen und die Ritzen abzudichten, durch die sie in die Wohnräume gelangen. Im Spätsommer helfen abgedichtete Fassadenfugen und Insektenschutzgitter.
Wie werde ich Fliegen am Fenster im Winter los?
Saugen Sie die Fliegen mit dem Staubsauger ab oder bringen Sie sie nach draußen. Polsterfliegen sind träge und lassen sich leicht fangen. Für Räume mit vielen Fliegen eignen sich biozidfreie Klebefallen oder Fenstersticker. Dauerhaft hilft nur, die Fugen an Fensterlaibungen, Sockelleisten und Lampenauslässen abzudichten, durch die die Fliegen aus den Hohlräumen kommen.
Was kostet die Fliegenbekämpfung beim Kammerjäger?
Bei HK Hamburger Kammerjäger gibt es für die Fliegenbekämpfung einen Festpreis, den wir Ihnen am Telefon nennen, sobald wir die Lage kennen. Ist unklar, woher die Fliegen kommen, bieten wir eine Erstinspektion für 80 Euro an, die bei Auftrag verrechnet wird. Für ein paar Polsterfliegen am Fenster brauchen Sie dagegen keinen Fachbetrieb.