Asiatische Hornisse Nest: erkennen und richtig entfernen lassen

Asiatische Hornisse Nest: erkennen und richtig entfernen lassen

Kurz beantwortet:Ein Nest der Asiatischen Hornisse hängt im Spätsommer und Herbst meist frei und hoch in Baumkronen, ist 60 bis 100 Zentimeter groß und hat das Flugloch seitlich. Entfernen lassen sollten Sie es nur von sachkundigen Fachleuten, denn die Tiere verteidigen das Nest aus nächster Nähe, und Biozide gegen Hornissen dürfen nur geschulte Profis einsetzen. Eine Pflicht zur Entfernung gibt es nicht, wer es entfernen lässt, trägt die Kosten in der Regel selbst.

Nest der Asiatischen Hornisse erkennen: Wie sieht es aus?

Ein Nest der Asiatischen Hornisse besteht wie alle Hornissen- und Wespennester aus einer papierartigen Masse aus zerkautem Holz. Die Hülle ist meist hell- bis graubraun. Typisch für das große Sommernest ist die Form: rundlich bis elliptisch, unten geschlossen, mit einem einzelnen Flugloch an der Seite. Die Bestimmungskarte der Hamburger Umweltbehörde nennt eine Größe von etwa 60 bis 100 Zentimetern.

Der Standort ist das zweite starke Merkmal. Die Asiatische Hornisse ist nach Angaben der Umweltbehörde die einzige in Hamburg vorkommende Hornissenart, die hoch oben in Bäumen völlig frei hängende Nester baut. Meist hängen sie in Laubbäumen, in Höhen von etwa 7 bis 30 Metern. Seltener sitzen sie an Dachüberständen, in hohen Hecken oder an Gebäuden.

Die Nester der Europäischen Hornisse sehen anders aus. Sie liegen fast immer in Hohlräumen wie Baumhöhlen, Vogelkästen, Rollladenkästen oder auf Dachböden und sind unten offen. Wer ein frei in der Baumkrone hängendes, rundum geschlossenes Nest mit seitlichem Eingang sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nest der Asiatischen Hornisse vor sich.

Primärnest und Sekundärnest der Asiatischen Hornisse: der Unterschied

Die Asiatische Hornisse baut im Jahr meist zwei Nester. Im Frühjahr legt die Königin allein ein kleines Gründungsnest an, golf- bis tennisballgroß und oft in weniger als zwei Metern Höhe: unter Dachvorsprüngen, in Schuppen, Hecken oder Nistkästen. Sobald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, wächst es zum Primärnest. Die Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim rechnet mit Gründungsnestern ab Mitte März oder Anfang April und mit Primärnestern ab etwa Mitte Mai. In dieser Phase liegt das Flugloch unten.

Im Sommer wird es dem Volk zu eng. Nach Angaben des Umweltbundesamts beginnen rund 70 Prozent der Primärnester, ein größeres Sekundärnest zu bauen, meist in der Nähe, aber deutlich höher, oft in einer Baumkrone. Dieses Nest kann bis zu einem Meter Durchmesser erreichen und mehrere tausend Tiere beherbergen. Das Flugloch sitzt jetzt seitlich.

Im Herbst schlüpfen im Sekundärnest Männchen und Jungköniginnen, pro Nest können es mehrere hundert Königinnen sein. Erst im November sterben Arbeiterinnen und Männchen ab, die begatteten Königinnen suchen sich ein Winterquartier. Genau deshalb ist ein Sekundärnest, das im Oktober noch aktiv ist, das Nest mit der größten Bedeutung für das nächste Jahr.

Primärnest: Ab Frühjahr, oft unter 2 m Höhe

Primärnest

  • Ab Frühjahr, oft unter 2 m Höhe
  • Anfangs golf- bis tennisballgroß
  • Geschützt unter Dächern, in Schuppen, Hecken
  • Flugloch unten, wenige Tiere
Sekundärnest: Ab Juli, meist hoch in Baumkronen

Sekundärnest

  • Ab Juli, meist hoch in Baumkronen
  • 60–100 cm, rundlich bis elliptisch
  • Flugloch seitlich
  • Mehrere tausend Tiere
Nest der Europäischen Hornisse: In Hohlräumen: Baumhöhle, Kasten, Dachboden

Nest der Europäischen Hornisse

  • In Hohlräumen: Baumhöhle, Kasten, Dachboden
  • Bis etwa 60 cm, unten offen
  • 100 bis 800 Tiere
  • Besonders geschützt, nur Umsiedlung

Asiatische Hornisse im Herbst: Warum das Nest jetzt auffällt

Viele Sekundärnester hängen seit Juli im Baum, ohne dass jemand sie bemerkt. Das dichte Laub verdeckt sie. Der NABU beschreibt, dass die Nester oft erst auffallen, wenn die Bäume im Herbst kahler werden. Auch die Hamburger Umweltbehörde und das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein weisen darauf hin, dass mit dem Laubfall weitere Nester sichtbar werden. Im Oktober und November melden sich deshalb bei uns viele Gartenbesitzer, die beim Laubharken plötzlich eine große braune Kugel in der Krone sehen.

Eine Verwechslung ist möglich. Das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein nennt vor allem die Nester der Mittleren Wespe, die ebenfalls frei in Büschen und Bäumen hängen. Bei ihnen liegt das Einflugloch gut sichtbar unten am Nest, bei der Asiatischen Hornisse seitlich, eher im oberen Drittel. Ein Fernglas hilft, das aus sicherer Entfernung zu erkennen.

Beobachten Sie das Nest ein paar Minuten aus mehreren Metern Abstand. Fliegen regelmäßig dunkle Hornissen mit gelben Füßen ein und aus, ist der Fall klar. Ist kein Flugverkehr zu sehen, kann das Nest bereits verlassen sein, gerade wenn es im späten Herbst schon kalt ist.

Asiatische Hornisse Nest: Asiatische Hornisse im Herbst: Warum das Nest jetzt auffällt

Hornissennest selbst entfernen? Warum Sie es lassen sollten

Der erste Grund ist die Verteidigung. Der NABU beschreibt, dass die Tiere meist aggressiv reagieren, wenn man sich dem Nest auf zwei Meter oder weniger nähert. Bei mehreren tausend Tieren ist das kein Vergleich zu einem Wespennest im Rollladenkasten. Wer auf einer Leiter steht, wenn das Volk angreift, gefährdet sich zusätzlich durch einen Sturz. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Sekundärnester oft in 15 Metern Höhe oder mehr hängen und eine Entfernung Schutzausrüstung und Technik wie eine Hebebühne erfordert.

Der zweite Grund sind die Augen. Französische Giftnotrufzentralen haben Fälle dokumentiert, in denen Asiatische Hornissen eine Flüssigkeit in Richtung Gesicht spritzten und Augenreizungen bis hin zu Hornhautentzündungen auslösten. Betroffen waren überwiegend Profis bei der Arbeit an Nestern. Ein geschlossenes Visier oder eine dichte Schutzbrille ist deshalb Pflicht.

Der dritte Grund ist rechtlich. Biozidprodukte gegen Wespen und Hornissen dürfen in Deutschland grundsätzlich nur von geschulten berufsmäßigen Verwendern mit Sachkunde nach der Gefahrstoffverordnung eingesetzt werden. Für Privatpersonen ist die Anwendung laut Umweltbundesamt nicht zulässig. Mittel wie Schwefeldioxid sind für diesen Zweck gar nicht genehmigt. Und schließlich kann sich das vermeintliche Nest der Asiatischen Hornisse als Nest der Europäischen Hornisse herausstellen, die besonders geschützt ist. Ein zerstörtes Nest lässt sich nicht rückgängig machen.

Asiatische Hornisse Nest entfernen: wie Fachbetriebe vorgehen

Am Anfang steht immer die sichere Bestimmung. Erst wenn klar ist, dass es sich um die Asiatische Hornisse handelt, wird entfernt. Danach geht es um den Zugang: Wie hoch hängt das Nest, wie stabil ist der Ast, kommt man mit einer Teleskopstange heran oder braucht es eine Hebebühne? Der Bereich unter dem Nest wird abgesperrt, denn auch herunterfallende Teile und aufgescheuchte Tiere sind ein Risiko.

Für die eigentliche Behandlung gibt es zwei Wege. Beim chemischen Verfahren wird ein für Hornissennester im Außenbereich ausgelobtes Biozidprodukt über eine Lanze direkt ins Nest gebracht. Beim mechanischen Verfahren werden die Tiere aus dem Nest abgesaugt, so hat es etwa die Region Hannover 2026 bei einem Sekundärnest gemacht. Weil Asiatische Hornissen nur tagsüber fliegen, ist in der Dämmerung der größte Teil des Volkes im Nest. Das ist für beide Verfahren günstig.

Nach der Behandlung wird das Nest abgenommen und nicht einfach hängen gelassen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, behandelte Nester zu entfernen und zu verbrennen oder ordnungsgemäß zu entsorgen. So stirbt auch die Brut, und es gelangen keine Wirkstoffreste in die Umwelt, an denen sich Vögel oder andere Insekten bedienen könnten. Bei mechanisch entfernten Nestern wird die Brut durch Einfrieren abgetötet.

Asiatische Hornisse in Hamburg: Wer entfernt das Nest, wer zahlt?

Seit dem 24. März 2025 gilt die Asiatische Hornisse bundesweit als etabliert. Damit ist die Pflicht entfallen, jedes Nest sofort zu beseitigen. Auch die Hamburger Umweltbehörde führt die Art seit 2025 im Management. Für Sie als Eigentümer heißt das: Es gibt keine Pflicht, ein Nest auf dem eigenen Grundstück entfernen zu lassen. Wenn Sie es entfernen lassen wollen, etwa weil es über der Terrasse, am Spielplatz oder neben Ihren Bienenvölkern hängt, beauftragen Sie einen sachkundigen Fachbetrieb und tragen die Kosten in der Regel selbst.

Melden sollten Sie das Nest trotzdem, über ahlert-nord.de oder per E-Mail an invasive-arten@bukea.hamburg.de, mit Datum, Ort und Foto. Die Behörde braucht die Daten für das Monitoring. Hängt das Nest nicht auf Ihrem Grundstück, sondern zum Beispiel in einem Straßenbaum oder im Park, müssen Sie nichts weiter veranlassen als die Meldung.

Bei uns bekommen Sie für die Entfernung eines Nests der Asiatischen Hornisse einen Festpreis am Telefon, nachdem Sie uns Höhe und Lage beschrieben oder ein Foto geschickt haben. Es lohnt sich außerdem, vorher bei der eigenen Versicherung nachzufragen, ob sie sich an den Kosten beteiligt.

Asiatische Hornisse: Fachbetrieb im Herbst, leeres Nest im Winter

Rufen Sie an, sobald Sie ein bewohntes Nest auf Ihrem Grundstück sehen und es dort stört. Je früher im Herbst, desto besser: Ein Sekundärnest, das bis November aktiv bleibt, kann mehrere hundert Jungköniginnen hervorbringen. Wir bestimmen die Art, prüfen den Zugang und entfernen das Nest fachgerecht, auch in großer Höhe. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Stellt sich heraus, dass es ein Nest der Europäischen Hornisse ist, beraten wir Sie zur genehmigten Umsiedlung.

Ein leeres Nest im Winter ist dagegen kein Notfall. Es wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Der NABU beobachtet allerdings, dass es rund um Nester, die nicht entfernt wurden, im Folgejahr vermehrt zu Neugründungen kommt. Achten Sie deshalb ab dem Frühjahr auf kleine Gründungsnester unter Dachvorsprüngen, in Schuppen und Hecken. In diesem Stadium sitzt meist nur die Königin im Nest, und die Entfernung ist deutlich einfacher als im Herbst in 20 Metern Höhe. Woran Sie die Hornisse selbst sicher erkennen und wie Sie Funde in Hamburg melden, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Asiatischen Hornisse in Hamburg.

Wespen & Hornissen vom Fachbetrieb - Festpreis am Telefon, oft noch am selben Tag.

Quellen

  1. Freie und Hansestadt Hamburg: Die Asiatische Hornisse in Hamburg
  2. Freie und Hansestadt Hamburg: Weitere Nester erfolgreich entfernt
  3. Freie und Hansestadt Hamburg: Bestimmungskarten Asiatische Hornisse (PDF)
  4. Freie und Hansestadt Hamburg: Hornissen-Flyer (PDF)
  5. Umweltbundesamt: Häufig gestellte Fragen zur Asiatischen Hornisse
  6. Landesanstalt für Bienenkunde, Uni Hohenheim: Merkblatt Sekundärnester der Asiatischen Hornisse (PDF)
  7. NABU: Die Asiatische Hornisse in Deutschland
  8. NABU: Hornissen: Friedliche Brummer

Stand der Angaben: 15.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.

Häufige Fragen

Asiatische Hornisse Nest: häufige Fragen

Wie erkenne ich ein Nest der Asiatischen Hornisse?

Es hängt meist frei und hoch in einer Baumkrone, ist rundlich bis elliptisch, 60 bis 100 Zentimeter groß, unten geschlossen und hat das Flugloch seitlich. Nester der Europäischen Hornisse liegen dagegen in Hohlräumen und sind unten offen.

Darf ich ein Nest der Asiatischen Hornisse selbst entfernen?

Davon raten Behörden und NABU dringend ab. Die Tiere verteidigen das Nest aus nächster Nähe, Biozide gegen Hornissen dürfen nur sachkundige Profis einsetzen, und es könnte sich um ein Nest der geschützten Europäischen Hornisse handeln.

Wer bezahlt die Entfernung eines Nests der Asiatischen Hornisse?

Seit der Einstufung als etabliert besteht keine Pflicht zur Entfernung mehr. Wer ein Nest auf dem eigenen Grundstück entfernen lässt, trägt die Kosten in der Regel selbst, bei uns als Festpreis am Telefon.

Was kostet es, ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernen zu lassen?

Der Aufwand hängt vor allem von Höhe und Zugang ab, ein Primärnest am Schuppen ist etwas anderes als ein Sekundärnest in 20 Metern Höhe. Wir nennen Ihnen nach einer kurzen Beschreibung oder einem Foto einen Festpreis am Telefon.

Wann ist ein Nest der Asiatischen Hornisse leer?

Nach Angaben des Umweltbundesamts sterben Arbeiterinnen und Männchen im November ab. Danach ist das Nest verlassen und wird im nächsten Jahr nicht wieder besiedelt.

Wie hoch hängt das Nest der Asiatischen Hornisse?

Gründungs- und Primärnester sitzen oft unter zwei Metern Höhe. Sekundärnester hängen laut Hamburger Bestimmungskarte meist in 7 bis 30 Metern Höhe in Laubbäumen.

Muss ich ein Nest der Asiatischen Hornisse melden?

Eine Meldepflicht besteht nicht mehr. Die Hamburger Umweltbehörde bittet aber darum, Nester mit Foto über ahlert-nord.de oder an invasive-arten@bukea.hamburg.de zu melden.

Womit kann man ein Nest der Asiatischen Hornisse verwechseln?

Vor allem mit Nestern der Mittleren Wespe, die ebenfalls frei in Bäumen und Büschen hängen. Bei ihnen liegt das Einflugloch unten, bei der Asiatischen Hornisse seitlich im oberen Bereich.

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