Woher kommen Bettwanzen? Einschleppwege, Größe, Eier, Larven

Kurz beantwortet:Bettwanzen kommen fast immer als blinde Passagiere in die Wohnung: im Reisegepäck aus Hotel oder Ferienwohnung, mit gebrauchten Möbeln und Matratzen, oder aus einer befallenen Nachbarwohnung durch Ritzen und Leerrohre. Mit Sauberkeit hat das nichts zu tun. Eier sind etwa 1 mm groß, Nymphen 1,5 bis 4,5 mm und erwachsene Tiere 4 bis 7 mm.
Woher kommen Bettwanzen? Die häufigsten Einschleppwege
Bettwanzen können weder fliegen noch springen. Sie kommen nicht durchs Fenster und nicht aus dem Garten. Jeder Befall in einer Wohnung hat einen Transportweg, und in unserer Praxis in Hamburg sind es fast immer dieselben vier. Der erste und häufigste ist die Reise. Hotelzimmer, Hostels, Ferienwohnungen, Schlafwagen und Kreuzfahrtkabinen werden von vielen Menschen kurz hintereinander genutzt, und irgendjemand bringt irgendwann ein Tier mit. Die Wanze oder ihre Eier wandern in den Koffer, in die Kleidung, in die Nähte des Rucksacks, und zu Hause packt man sie im Schlafzimmer aus.
Der zweite Weg sind gebrauchte Möbel. Ein Sofa vom Kleinanzeigenportal, ein Bettgestell vom Vormieter, eine Matratze vom Straßenrand, ein Bilderrahmen vom Flohmarkt. Bettwanzen sitzen in Ritzen, Schraublöchern und Polsternähten und überleben dort viele Monate ohne Nahrung. Wer ein befallenes Möbelstück ins Schlafzimmer stellt, hat den Befall innerhalb weniger Wochen im Bett.
Der dritte Weg ist die Nachbarwohnung. In Mehrfamilienhäusern wandern Bettwanzen durch Leerrohre, hinter Steckdosen, entlang von Heizungsrohren und durch Risse in der Wand. Das passiert vor allem, wenn in der Nachbarwohnung ein Befall unbehandelt bleibt, wenn dort mit Sprays gearbeitet wird, die die Tiere vertreiben, oder wenn die Wohnung leer steht und die Wanzen sich neue Wirte suchen. Der vierte Weg sind Gäste, Übernachtungsbesuch, Pflegekräfte, Handwerker mit Taschen oder auch die eigene Kleidung nach einer Nacht bei jemandem mit Befall. Auch Kino, Bahn und Wartezimmer sind möglich, aber deutlich seltener als die ersten drei Wege.
Wichtig ist: Bettwanzen sind kein Zeichen von Schmutz oder Nachlässigkeit. Sie brauchen Blut und Verstecke, nicht Krümel oder Staub. Sie kommen in Fünf-Sterne-Hotels genauso vor wie in Studentenwohnheimen. Wer Bettwanzen hat, hat sie sich fast immer unbemerkt eingeschleppt, und das kann jedem passieren.
Wie groß sind Bettwanzen? Ei, Nymphe und erwachsenes Tier
Erwachsene Bettwanzen sind 4 bis 7 mm lang, etwa so groß wie ein Apfelkern oder eine Linse. Sie sind rotbraun, oval und sehr flach, sodass sie in Ritzen passen, in die gerade eine Kreditkarte hineingeht. Nach einer Blutmahlzeit sind sie dunkler, dicker und länglicher, fast wie ein kleines Samenkorn. Sie haben sechs Beine, kurze Fühler und keine Flügel. Sie laufen zügig, aber nicht schnell, und lassen sich mit dem Finger zerdrücken, wobei ein rötlicher Fleck bleibt.
Nymphen, oft auch Larven genannt, sind die Jugendstadien. Bettwanzen durchlaufen fünf davon, von etwa 1,5 mm nach dem Schlupf bis etwa 4,5 mm vor der letzten Häutung. Frisch geschlüpfte Nymphen sind fast durchsichtig und kaum zu sehen; erst nach der ersten Blutmahlzeit erkennt man den roten Mageninhalt, und mit jedem Stadium werden sie gelblicher und brauner. Nymphen sehen aus wie kleine Ausgaben der erwachsenen Tiere, nur heller. Sie stechen ebenso wie die Erwachsenen, denn ohne Blut können sie sich nicht häuten.
Bettwanzeneier sind etwa 1 mm groß, weiß bis cremefarben, länglich und leicht gebogen, wie winzige Reiskörner. Das Weibchen klebt sie einzeln oder in kleinen Gruppen in Ritzen, Nähte und raue Oberflächen, wo sie mit bloßem Auge nur schwer zu entdecken sind. Kurz vor dem Schlupf sind zwei dunkle Augenpunkte erkennbar. Leere Eihüllen bleiben nach dem Schlupf zurück und sehen ähnlich aus, sind aber an einem Ende offen.
Alle drei Stadien sind bei guter Beleuchtung mit bloßem Auge sichtbar, eine Lupe hilft aber. Wer nach „Bettwanzen Larven“ sucht, sollte wissen, dass es kein wurmartiges Stadium gibt: Behaarte, wurmförmige Tiere im Bett sind Käferlarven, keine Bettwanzen.
Ei
- Etwa 1 mm, weiß bis cremefarben, länglich
- In Ritzen und Nähten festgeklebt
- Schlüpft nach rund 1–2 Wochen
- Übersteht die meisten Insektenmittel
Nymphe
- 1,5–4,5 mm in fünf Stadien
- Hell bis gelblich, nach dem Saugen rot gefüllt
- Braucht pro Häutung eine Blutmahlzeit
- Hinterlässt helle Häutungshüllen
Adultes Tier
- 4–7 mm, rotbraun, flach, oval
- Flugunfähig, kann nicht springen
- Legt über Monate Hunderte Eier
- Überlebt Monate ohne Nahrung
Vermehrung: wie aus einem Tier ein Befall wird
Ein einzelnes eingeschlepptes Männchen bleibt ein einzelnes Tier. Ein begattetes Weibchen dagegen reicht für einen kompletten Befall. Es legt nach jeder Blutmahlzeit mehrere Eier, über seine Lebenszeit von einigen Monaten insgesamt einige Hundert. Die Eier schlüpfen bei Zimmertemperatur nach rund ein bis zwei Wochen. Jede Nymphe braucht fünf Blutmahlzeiten, um erwachsen zu werden, was je nach Temperatur und Nahrungsangebot etwa einen bis zwei Monate dauert. Bei warmer Wohnung und regelmäßigem Wirt geht es schneller.
Daraus folgt der typische Verlauf. In den ersten Wochen nach dem Einschleppen bemerkt kaum jemand etwas; ein oder zwei Tiere, wenige Stiche, die man für Mücken hält. Nach zwei bis drei Monaten stechen bereits die ersten Nymphen der zweiten Generation mit, die Stiche werden häufiger und regelmäßiger. Nach einem halben Jahr ohne Behandlung sitzen Tiere nicht mehr nur an der Matratze, sondern am Lattenrost, hinter dem Kopfteil, an Fußleisten und Steckdosen, und der Befall beginnt, in Nachbarräume und Nachbarwohnungen zu wandern.
Bettwanzen sind zäh. Erwachsene Tiere überleben viele Monate ohne Blut, in kühler Umgebung noch länger. Sie überstehen leere Wohnungen, Umzugskartons im Keller und Möbel im Lager. Sie sind nachtaktiv, werden von Körperwärme und ausgeatmetem Kohlendioxid angelockt und saugen wenige Minuten, bevor sie in ihr Versteck zurückkehren. Tagsüber sieht man sie praktisch nie, es sei denn, der Befall ist bereits sehr stark.
Was die Vermehrung stoppt, sind zwei Dinge: Hitze, denn ab etwa 50 °C sterben alle Stadien einschließlich der Eier innerhalb kurzer Zeit, und eine fachgerechte Behandlung, die die Verstecke erreicht. Kälte wirkt ebenfalls, aber nur bei minus 18 °C über mehrere Tage, was in der Wohnung nicht umsetzbar ist, für Kleidung und kleine Gegenstände in der Gefriertruhe aber funktioniert.

Selbst handeln: den Einschleppweg finden und den Befall eingrenzen
Überlegen Sie zuerst, woher die Tiere kommen könnten. Waren Sie in den letzten zwei bis drei Monaten verreist? Hatten Sie Übernachtungsgäste? Ist ein gebrauchtes Möbelstück in die Wohnung gekommen? Gab es im Haus einen Befall oder einen Mieterwechsel? Die Antwort hilft, das erste Versteck zu finden: Bei Reisen ist es meist der Koffer und das Bett, bei Möbeln das Möbelstück selbst, bei Nachbarwohnungen die Wand zur Nachbarseite mit Steckdosen und Fußleisten.
Suchen Sie dann mit Taschenlampe an Matratzennähten, Lattenrost, Bettrahmen und Kopfteil nach Kotpunkten, Häutungshüllen, Eiern und Tieren. Kleben Sie Funde auf Klebeband. Waschen Sie Bettwäsche, Kleidung und Koffertextilien bei 60 °C und trocknen Sie heiß; alles, was das nicht verträgt, kann für mehrere Tage bei minus 18 °C in die Gefriertruhe. Saugen Sie Bett, Ritzen und Koffer gründlich ab und entsorgen Sie den Beutel sofort im Außenmüll.
Was Sie lassen sollten: Sprays und Nebel aus dem Baumarkt. Sie erreichen die Eier nicht, viele Populationen sind gegen die üblichen Wirkstoffe unempfindlich, und die Tiere weichen in andere Räume oder zum Nachbarn aus. Werfen Sie keine Möbel unverpackt weg, denn auf dem Weg durch das Treppenhaus verteilen Sie Tiere und Eier. Schlafen Sie nicht in einem anderen Zimmer, die Wanzen folgen dem Menschen. Und machen Sie sich keine Vorwürfe: Der Einschleppweg ist Pech, entscheidend ist, wie schnell Sie jetzt reagieren.
Wann zum Profi: Bettwanzenbekämpfung in Hamburg
Sobald Sie Eier, Häutungshüllen oder Kotpunkte gefunden haben, ist die Vermehrung im Gang, und das ist der Punkt für den Fachbetrieb. Ein einzelnes Tier aus dem Koffer lässt sich mit Waschen, Saugen und Kontrolle vielleicht noch abfangen; eine Population mit Eiern in den Ritzen nicht. Wir prüfen, wie weit der Befall reicht, behandeln mit Wärme und zugelassenen Mitteln und kommen nach etwa zwei Wochen wieder, weil dann die Nymphen aus überlebenden Eiern geschlüpft sind. In der Regel sind es zwei bis drei Behandlungen. Wie das im Detail abläuft, steht auf unserer Leistungsseite zur Bettwanzenbekämpfung; sie kostet ab 430 € inklusive Mehrwertsteuer, eine reine Erstinspektion 80 €, die bei Auftrag verrechnet wird. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.
Wohnen Sie zur Miete, informieren Sie den Vermieter, damit angrenzende Wohnungen mitgeprüft werden. Wer den Befall wann eingeschleppt hat, lässt sich im Nachhinein selten klären, und es ist für die Lösung auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass alle betroffenen Wohnungen zur gleichen Zeit behandelt werden, sonst wandern die Tiere hin und her.
Vorbeugen: Einschleppwege schließen
Auf Reisen stellen Sie den Koffer auf die Kofferablage oder in die Badewanne, nie auf das Bett, das Sofa oder den Teppich. Prüfen Sie kurz die Matratzennähte und die Rückseite des Kopfteils auf schwarze Punkte, bevor Sie auspacken. Zu Hause packen Sie den Koffer auf glattem Boden aus, am besten nicht im Schlafzimmer, waschen die Kleidung heiß und saugen den Koffer innen und in den Nähten ab. Wer viel reist, lagert den Koffer verschlossen in einer großen Plastiktüte.
Gebrauchte Polstermöbel, Bettgestelle und Matratzen suchen Sie vor dem Kauf an allen Nähten, Ritzen und Schraubverbindungen ab, mit Taschenlampe. Sperrmüll vom Straßenrand bleibt draußen, auch wenn er noch gut aussieht. Gerade weggestellte Matratzen und Sofas werden oft wegen Bettwanzen entsorgt. Wenn im Haus ein Befall bekannt wird, kontrollieren Sie Ihr Bett in den folgenden Wochen regelmäßig, vor allem an der Wand zur betroffenen Wohnung. Ein Encasement um Matratze und Lattenrost nimmt den Tieren die ersten Verstecke und macht Spuren früh sichtbar. Und beim Bettwäschewechsel genügt ein Blick auf die Nähte, um einen Befall zu entdecken, solange er noch klein ist.