Kellerasseln im Haus: Ursachen finden und Asseln dauerhaft loswerden

Kurz beantwortet:Kellerasseln sind kleine Krebstiere, die ohne feuchte Luft nicht überleben können. Sie sind für Menschen harmlos und beschädigen keine Materialien, zeigen aber an, dass Keller oder Wohnung zu feucht sind, was auch Schimmel begünstigt. Kellerasseln bekämpfen Sie dauerhaft nur, indem Sie die Feuchtigkeit senken: richtig lüften, Lecks beheben und Laub, Holz und organische Abfälle von Fassade und Keller fernhalten.
Was sind Kellerasseln?
Kellerasseln (Porcellio scaber) sind keine Insekten, sondern Krebstiere. Sie gehören zu den Landasseln und sind damit entfernt mit Krabben und Garnelen verwandt. Ihr Körper ist oval und flach, der Rückenpanzer grau bis braungrau und in halbringförmige Segmente gegliedert. Sie haben sieben Paar Laufbeine. Ausgewachsen werden sie je nach Quelle gut einen bis knapp zwei Zentimeter lang.
Entscheidend für alles Weitere ist ihre Haut. Anders als bei Insekten ist ihr Panzer nicht mit einer schützenden Wachsschicht überzogen. Kellerasseln trocknen deshalb schnell aus und sind auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Tagsüber verkriechen sie sich an dunklen, feuchten Stellen unter Brettern, Kartons, Blumentöpfen oder Steinen, nachts werden sie aktiv.
Ihre Nahrung ist abgestorbenes organisches Material: morsches, verpilztes Holz, welke Pflanzenteile, Laub. Im Garten und im Kompost sind sie wichtige Humusbildner. Die Jungtiere sehen aus wie kleine Ausgaben der Eltern, ihnen fehlt anfangs nur das siebte Beinpaar.
Gefährdet sind Kellerasseln nicht. Im bundesweiten Bestimmungsleitfaden des Rote-Liste-Zentrums gilt sie als ungefährdet und sehr häufig, ebenso die Mauerassel und die Gemeine Rollassel. Wer einen Garten hat, beherbergt also mit großer Wahrscheinlichkeit alle drei.
Asseln im Haus: Woher sie kommen und was sie anzieht
Asseln wandern in der Regel von außen ein. Durch Kellerfenster, Lichtschächte, offene Fugen und Risse im Mauerwerk kommen sie aus dem Garten ins Haus. Ob sie bleiben, entscheidet die Feuchtigkeit. Ein trockener, gut gelüfteter Raum ist für Kellerasseln eine tödliche Falle. Ein feuchter Keller mit Pappkartons, Kartoffelkiste und Kaminholz ist dagegen ideal.
Das Umweltbundesamt nennt das Auftreten von Kellerasseln deshalb ausdrücklich ein Anzeichen für zu hohe Feuchtigkeit in Wohnung oder Keller. Und weil hohe Luftfeuchtigkeit oft mit Schimmelpilzen einhergeht, sollten Sie Asseln als Warnsignal ernst nehmen, nicht als eigentliches Problem.
In der Praxis finden wir die Ursache meist an wenigen Stellen: ein leicht tropfendes Rohr, eine undichte Silikonfuge, Kondenswasser an kalten Kellerwänden, aufsteigende Feuchtigkeit im Altbaukeller oder Wäsche, die im unbelüfteten Keller trocknet. Außen begünstigen Laubhaufen, Holzstapel, Rindenmulch und Pflanzkübel direkt an der Hauswand, dass sich viele Tiere am Gebäude sammeln. Gerade in der nassen Jahreszeit fällt das vielen Hamburgern in Souterrainwohnungen und Altbaukellern auf.
Kellerassel
- Grau, selten braun marmoriert
- Oberfläche matt und stark gekörnt
- Kann sich nicht einrollen
- Häufigste Assel in Kellern
Mauerassel
- Grau mit hellen Rändern
- Oft gelbliche Zeichnung
- Oberfläche glatter, glänzender
- Braucht noch mehr Feuchtigkeit
Rollassel
- Meist schwarz mit gelben Flecken
- Oberfläche glatt
- Rollt sich bei Gefahr zur Kugel
- Kurze, flache Hinterleibsanhänge
Kellerassel, Mauerassel oder Rollassel?
Im und am Haus begegnen Ihnen vor allem drei Arten. Die Kellerassel ist grau, selten braun marmoriert, und hat eine matte, stark gekörnte Oberfläche. Sie kann sich nicht einrollen und stellt sich bei Gefahr eher tot. Die Mauerassel (Oniscus asellus) wirkt glatter und glänzender, ist grau mit hellen Rändern und trägt oft eine gelbliche Zeichnung. Sie wird etwas größer als die Kellerassel und stellt noch höhere Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit.
Die Gemeine Rollassel (Armadillidium vulgare) ist meist schwarz bis dunkelgrau mit gelblichen Flecken und hat eine glatte, stark gewölbte Oberfläche. Ihr Erkennungszeichen kennt jedes Kind: Bei Berührung rollt sie sich zu einer Kugel zusammen. Unter den heimischen Arten können das nur die Rollasseln und eine weitere, seltene Art.
Mit Silberfischchen werden Asseln selten verwechselt, wenn man genau hinsieht. Silberfischchen sind flügellose Insekten mit silbrig glänzenden Schuppen, spitz zulaufendem Körper und drei langen Schwanzanhängen, und sie flitzen fischartig davon. Beide Tiere lieben aber Feuchtigkeit und tauchen oft gemeinsam auf. Wie Sie Silberfische und Papierfischchen auseinanderhalten und loswerden, erklären wir in unseren Silberfisch-Ratgebern.

Sind Kellerasseln schädlich?
Nein, nicht für Sie und nicht für Ihr Haus. Das Umweltbundesamt stuft Kellerasseln weder als gesundheitsgefährlich ein noch als Materialschädlinge. Sie übertragen keine Krankheiten, beißen nicht und fressen weder Holzbalken noch Tapeten oder Kleidung.
Kleinere Schäden sind nur in zwei Fällen möglich. Lagern Kartoffeln, Äpfel oder anderes Obst und Gemüse in einem feuchten Keller, nagen Asseln mitunter daran. Und in Blumenkübeln fressen sie neben abgestorbenen manchmal auch lebende Wurzeln.
Das eigentliche Risiko ist die Feuchtigkeit, die die Asseln anzeigen. Dauerhaft feuchte Wände und Kellerräume begünstigen Schimmelpilze, und die können der Gesundheit schaden. Wer nur die Asseln entfernt und die Ursache lässt, hat das Problem nicht gelöst, sondern nur den Hinweis darauf beseitigt.
Sind Sie Mieter und liegt die Feuchtigkeit an baulichen Mängeln wie undichten Fenstern, einem feuchten Dach oder einer Neubaufeuchte, die nicht austrocknen konnte, melden Sie das Ihrem Vermieter schriftlich. Über Ihre Rechte informieren Mietervereine, vor größeren Umbauten kann eine Energieberatung der Verbraucherzentrale sinnvoll sein.
Kellerasseln bekämpfen: Was wirklich hilft
Der wirksamste Schritt ist trockene Luft. Lüften Sie zwei- bis dreimal täglich kräftig: Stoßlüften bedeutet, das Fenster fünf bis zehn Minuten ganz zu öffnen, beim Querlüften öffnen Sie gegenüberliegende Fenster für zwei bis fünf Minuten. Dauerhaft gekippte Fenster bringen wenig und kühlen die Wände aus. Trocknen Sie keine Wäsche in Räumen, die sich schlecht lüften lassen. Ein günstiges Hygrometer zeigt Ihnen, wo Sie stehen: Empfohlen wird eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Im Keller kann ein Luftentfeuchter helfen, wenn Lüften allein nicht reicht.
Suchen Sie dann die Feuchtequelle. Beobachten Sie, wo sich die Asseln sammeln. Oft liegt die Ursache genau dort: ein tropfender Anschluss, eine kaputte Fuge, ein feuchter Teppichrest, ein Stapel Pappe auf dem Kellerboden. Trocknen, abdichten, reparieren, wegräumen.
Für die Tiere selbst gibt es eine einfache Falle, die auch das Umweltbundesamt beschreibt: Stellen Sie abends gekochte Kartoffeln in einer Schale an die Wand. Am Morgen sitzen die Asseln darin, Sie sammeln sie ein und setzen sie draußen aus, am besten auf dem Kompost, wo sie nützlich sind. Insektizidfreie, feuchtigkeitsbeständige Klebefallen funktionieren ebenfalls. Kieselgur, ein feines Mineralpulver aus Kieselalgen, trocknet kriechende Tiere aus und kann an Laufwegen ausgebracht werden. Atmen Sie den Staub dabei nicht ein.
Von chemischen Mitteln rät das Umweltbundesamt ab. Ein Spray tötet ein paar Tiere, ändert aber nichts an der Feuchtigkeit, und in Wohnräumen haben Insektizide nichts verloren.
Wann Fachbetrieb, wann Bausachverständiger?
Ehrlich gesagt: Wegen Kellerasseln brauchen Sie fast nie einen Kammerjäger. Wenn trotz Lüften und Aufräumen dauerhaft viele Asseln auftreten, steckt meist ein Feuchteschaden dahinter, etwa eine defekte Außenabdichtung, aufsteigende Feuchte oder Kondensat an ungedämmten Wänden. Dann ist ein Bausachverständiger oder ein Fachbetrieb für Bauwerksabdichtung der richtige Ansprechpartner, als Mieter zuerst Ihr Vermieter. Wir kommen ins Spiel, wenn neben Asseln weitere Feuchtigkeitsliebhaber wie Silberfische oder Papierfischchen auftreten oder Sie unsicher sind, welches Tier Sie vor sich haben. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da, schauen uns Keller und Fundorte an und nennen Ihnen den Preis als Festpreis am Telefon.
Vorbeugen rund ums Haus
Fliegengitter an Kellerfenstern sind eine einfache Barriere, die das Umweltbundesamt ausdrücklich empfiehlt. Schließen Sie Risse, Fugen und Löcher in Wänden und Böden, damit die Tiere weder hereinkommen noch Verstecke finden. Lichtschächte sollten Sie regelmäßig von Laub befreien, denn dort sammeln sich Feuchtigkeit und Asseln.
Im Keller selbst gilt: keine organischen Abfälle lagern, Kartoffeln, Äpfel und anderes Gemüse trocken und luftig aufbewahren, Pappkartons durch Kunststoffboxen ersetzen und Kaminholz nicht direkt an der Wand stapeln.
Am Haus halten Sie einen Streifen entlang der Fassade frei von Laub, Rindenmulch und Brennholz. Stellen Sie Blumentöpfe und Kübel so auf, dass sich darunter keine Nässe sammelt, zum Beispiel auf Füßchen. So nehmen Sie den Asseln die feuchten Rückzugsorte direkt vor der Tür, und auch dem Schimmel.
Quellen
- Umweltbundesamt: Kellerasseln
- Umweltbundesamt: Infoblatt Kellerasseln (PDF)
- Rote-Liste-Zentrum: Bestimmungsleitfaden Asseln (PDF)
- Spektrum der Wissenschaft: Landasseln
Stand der Angaben: 02.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.
Kellerasseln im Haus: häufige Fragen
Sind Kellerasseln gefährlich?
Nein. Kellerasseln übertragen keine Krankheiten, beißen nicht und beschädigen keine Materialien. Sie zeigen aber zu hohe Feuchtigkeit an, und die kann Schimmel begünstigen.
Was zieht Kellerasseln an?
Feuchtigkeit, Dunkelheit und abgestorbenes organisches Material. Feuchte Keller mit Pappkartons, Holz, Laub oder gelagerten Kartoffeln sind für sie ideal.
Woher kommen Asseln in der Wohnung?
Meist von draußen, durch Kellerfenster, Lichtschächte, Fugen und Risse. Bleiben können sie nur, wenn sie drinnen feuchte Stellen finden.
Sind Asseln ein Zeichen für Schimmel?
Sie sind ein Zeichen für zu hohe Feuchtigkeit, und die ist die Grundvoraussetzung für Schimmel. Wo viele Asseln auftreten, sollten Sie Wände und Ecken auf Schimmel prüfen.
Was hilft schnell gegen Kellerasseln?
Kurzfristig eine Kartoffelfalle: gekochte Kartoffeln abends in einer Schale an die Wand stellen und morgens die Tiere einsammeln. Dauerhaft hilft nur, die Luftfeuchtigkeit zu senken.
Was fressen Kellerasseln?
Vor allem abgestorbenes organisches Material wie morsches Holz, Laub und Pflanzenreste. Im Keller gehen sie gelegentlich an gelagerte Kartoffeln oder Äpfel.
Was ist der Unterschied zwischen Kellerassel und Silberfisch?
Die Kellerassel ist ein graues Krebstier mit sieben Beinpaaren und gegliedertem Panzer. Das Silberfischchen ist ein silbrig glänzendes Insekt mit spitzem Körper und drei langen Schwanzanhängen.