Hornissennest erkennen: Aussehen, Anfangsstadium, was tun

Von Heiko Kirschner · Aktualisiert 04.09.2026

Titelbild: Hornissennest erkennen: Aussehen, Anfangsstadium, was tun

Kurz beantwortet:Ein Hornissennest erkennen Sie an der bräunlichen, papierartigen Hülle und den großen, rotbraun-gelben Tieren, die zwischen 2 und 3,5 Zentimeter lang sind. Es sitzt meist in Baumhöhlen, Vogelkästen, auf Dachböden oder in Rollladenkästen. Hornissen sind besonders geschützt, das Nest darf nur mit behördlicher Genehmigung umgesiedelt werden.

Wie sieht ein Hornissennest aus?

Ein Hornissennest besteht aus einer papierartigen Masse, die die Tiere aus zerkautem, morschem Holz herstellen. Deshalb ist die Hülle bräunlich bis rötlich und wirkt grob, mit sichtbaren Streifen in unterschiedlichen Brauntönen. Wespennester sind dagegen grau, weil Wespen verwittertes Holz von Zäunen und Brettern verwenden. Die Farbe ist das erste sichere Unterscheidungsmerkmal.

Das zweite Merkmal ist die Form. Hornissen bauen ihr Nest nach unten offen. Die Waben hängen frei, und der untere Teil des Nests ist nicht vollständig von Hülle umschlossen. Unter dem Nest sammeln sich deshalb oft Abfälle: tote Tiere, Reste erbeuteter Insekten und dunkle Kottropfen. Ein Nest mit Abfallhaufen darunter ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Hornissennest.

Das dritte Merkmal sind die Tiere selbst. Hornissen sind mit zwei bis dreieinhalb Zentimetern deutlich größer als Wespen, die Königin kann noch größer sein. Der Kopf und der vordere Teil des Körpers sind rotbraun, der Hinterleib gelb mit braunen Bändern. Der Flug ist laut, ein tiefes Brummen, das man auch in der Dämmerung hört. Hornissen fliegen nämlich auch nachts, angezogen von Licht, was Wespen nicht tun.

Ein Hinweis zur Beobachtung: Gehen Sie nicht direkt zum Nest, um es zu bestimmen. Aus drei bis vier Metern Entfernung erkennen Sie Farbe der Hülle, Größe der Tiere und Flugverhalten völlig ausreichend. Ein Foto mit dem Zoom des Telefons genügt für eine Einschätzung, und das schicken uns viele Kunden vor dem ersten Anruf.

Hornissennest im Anfangsstadium erkennen

Ein Hornissennest im Anfangsstadium sieht ganz anders aus als das fertige Nest im Spätsommer. Im Mai beginnt die Königin allein. Sie baut eine kleine Zelle in der Größe einer Walnuss bis zu einem Tischtennisball, oft an einem Stiel hängend, mit wenigen Waben darin. Diese Anfangsnester finden sich in Vogelkästen, Schuppen, an Dachbalken oder in Rollladenkästen. In dieser Phase sehen Sie nur ein einzelnes, sehr großes Tier ein- und ausfliegen.

Bis Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, das Nest wächst auf Faustgröße. Ab Juli geht es schnell: Das Volk baut die Hülle Schicht für Schicht aus, und bis August oder September erreicht das Nest seine volle Größe, oft 40 bis 60 Zentimeter hoch. Wird es im Vogelkasten oder in einer Baumhöhle zu eng, ziehen Hornissen im Sommer um und bauen ein sogenanntes Filialnest an einem größeren Ort, gern in Dachböden.

Wer im Mai oder Juni ein Anfangsnest entdeckt, hat die beste Gelegenheit, mit der Naturschutzbehörde zu klären, ob es an dieser Stelle bleiben kann. Je kleiner das Volk, desto einfacher ist eine genehmigte Umsiedlung. Wichtig ist aber auch hier: Das Anfangsnest ist genauso geschützt wie das fertige Nest. Es darf nicht einfach abgeschlagen werden, auch wenn nur ein Tier darin sitzt.

Hornissennest

Hornissennest

  • Bräunliches, grobes Papier
  • Tiere 2–3,5 cm, rotbraun mit Gelb
  • Volk bis etwa 700 Tiere
  • Besonders geschützt, Umsiedlung nur mit Genehmigung
Wespennest

Wespennest

  • Graues, feines Papier
  • Tiere 1–2 cm, schwarz-gelb
  • Volk mehrere tausend Tiere
  • Allgemein geschützt, Entfernung bei vernünftigem Grund
Bienenschwarm

Bienenschwarm

  • Keine Papierhülle, Traube aus Tieren
  • Bienen bräunlich, pelzig
  • Hängt oft frei an Ästen
  • Imker holt den Schwarm kostenlos ab

Hornissennest, Wespennest oder Bienenschwarm?

Die Verwechslung mit einem Wespennest ist die häufigste. Neben Farbe, Form und Größe der Tiere hilft der Standort: Hornissen bevorzugen geräumige Hohlräume wie Baumhöhlen, Vogelkästen, Dachböden, Schuppen und große Rollladenkästen. Wespen der Arten, die lästig werden, nisten in engen Hohlräumen wie der Dämmung, unter Dachziegeln oder im Boden. Auch die Volksgröße unterscheidet sich: Ein Hornissenvolk zählt am Höhepunkt einige hundert Tiere, selten mehr als 700, ein Wespenvolk mehrere tausend.

Ein Bienenschwarm hat mit beiden nichts zu tun. Er hat keine Papierhülle, sondern ist eine hängende Traube aus tausenden Bienen, die sich um ihre Königin sammeln, meist an einem Ast oder unter einem Vorsprung. Bienen sind bräunlich und behaart, nicht glatt und gelb-schwarz. Ein Schwarm bleibt nur wenige Stunden bis Tage und zieht dann weiter. Wer einen Schwarm findet, ruft einen Imker, der ihn in aller Regel kostenlos abholt.

Und noch eine Verwechslung, die uns regelmäßig begegnet: die Mittlere Wespe. Sie ist größer als die Deutsche Wespe, hat rötliche Anteile und wird oft für eine kleine Hornisse gehalten. Sie baut freihängende graue Nester in Hecken und unter Vordächern. Sie ist allgemein geschützt, aber friedlich und stirbt bereits im Spätsommer. Bei Unsicherheit über die Art lohnt sich ein Foto und ein Anruf, bevor irgendjemand handelt.

Illustration: Hornissennest, Wespennest oder Bienenschwarm?

Sind Hornissen gefährlich?

Hornissen haben einen schlechten Ruf, den sie nicht verdienen. Der Stich ist nicht gefährlicher als der einer Wespe. Er tut wegen des längeren Stachels etwas mehr weh, das Gift ist aber nicht stärker. Der alte Spruch, dass drei Hornissenstiche einen Menschen töten, ist falsch. Gefährlich sind Stiche nur für Allergiker und bei Stichen im Mund- und Rachenraum, und das gilt für Wespen und Bienen genauso.

Hornissen sind ausgesprochen friedlich. Sie interessieren sich nicht für Kuchen, Limonade oder Grillfleisch, sondern jagen Insekten. Ein Hornissenvolk fängt am Tag große Mengen an Fliegen, Wespen, Raupen und anderen Insekten. Am Tisch werden Sie eine Hornisse selten sehen. Sie stechen nur, wenn sie gequetscht werden oder wenn jemand am Nest herumhantiert. Im Umkreis von etwa drei bis vier Metern um das Nest reagieren sie auf Erschütterungen, hektische Bewegungen und Anpusten.

Ein Nest am Haus ist deshalb in den meisten Fällen kein Problem. Schwierig wird es, wenn es direkt neben einer Terrasse, an einem Kinderzimmerfenster oder in einem Rollladenkasten sitzt, der täglich bewegt wird. Dann kommt es zu Konflikten, weil das Volk die ständige Erschütterung als Angriff wertet. In solchen Fällen ist eine Umsiedlung die Lösung, nicht die Zerstörung.

Hunde und Katzen sind ebenfalls selten betroffen. Problematisch wird es nur, wenn ein Hund nach einzelnen Tieren schnappt oder unter dem Nest gräbt. Halten Sie Haustiere in Nestnähe an der Leine und lassen Sie Wassernäpfe nicht direkt unter der Einflugschneise stehen, denn Hornissen holen dort Wasser.

Hornissennest was tun: Rechtslage und richtiges Verhalten

Hornissen sind nach Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Das Nest darf nicht zerstört, beschädigt oder entfernt werden, die Tiere dürfen nicht getötet werden. Anders als bei Wespen gibt es keine Ausnahme wegen eines vernünftigen Grundes. Wer ein Hornissennest ausräuchert oder mit Spray behandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, für die die Bundesländer Bußgelder bis zu fünfstelligen Beträgen vorsehen. Die einzige Möglichkeit, ein Nest loszuwerden, ist eine Umsiedlung, und die muss die Naturschutzbehörde genehmigen.

In den allermeisten Fällen ist das nicht nötig. Halten Sie drei bis vier Meter Abstand, versperren Sie nicht die Einflugschneise, vermeiden Sie Erschütterungen und hektische Bewegungen in Nestnähe und mähen Sie nicht direkt unter dem Nest. Nachts sollten Fenster in Nestnähe geschlossen oder mit Fliegengitter versehen sein, weil Hornissen dem Licht folgen. Kinder erklären Sie, dass das Nest nicht beworfen oder angestochert wird.

Wenn das Nest an einer Stelle sitzt, an der es wirklich nicht bleiben kann, rufen Sie einen Fachbetrieb, der Erfahrung mit Hornissen hat. Wir prüfen die Situation, beraten, ob Abstand halten reicht, und stellen bei Bedarf den Antrag auf Umsiedlung bei der Naturschutzbehörde. Wird er genehmigt, versetzen wir das Nest in einen Hornissenkasten an einem geeigneten Ort. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Für Hornissen nennen wir den Festpreis am Telefon, weil der Aufwand von Genehmigung und Standort abhängt. Handelt es sich bei genauerem Hinsehen um ein Wespennest, kostet die Entfernung 150 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Im Herbst ist es vorbei: Das Volk stirbt, das Nest bleibt leer

Ein Hornissenvolk lebt nur einen Sommer. Ab September verlassen die jungen Königinnen und die Männchen das Nest, die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben mit den ersten kalten Nächten im Oktober oder November. Das Nest bleibt zurück, wird aber nie wieder besiedelt. Sie können es im Winter gefahrlos entfernen oder einfach hängen lassen.

Die überwinternden Königinnen suchen im Frühjahr einen neuen Platz. Häufig kommen sie in die Nähe des alten Standorts zurück, weil dort die Bedingungen gestimmt haben. Wer das verhindern will, macht im Winter die Hohlräume dicht: Vogelkästen reinigen und mit kleinerem Einflugloch versehen, Lücken am Dachboden und an Rollladenkästen schließen, Schuppen im Frühjahr kontrollieren. Ab Mai lohnt ein Blick auf die typischen Stellen, denn ein Anfangsnest ist schnell entdeckt.

Wer Hornissen im Garten mag und Platz hat, kann einen Hornissenkasten an einem ruhigen Ort aufhängen, mindestens fünf Meter vom Haus entfernt. Die Tiere nehmen ihn gern an und halten den Garten frei von Wespen und Fliegen. Das ist die eleganteste Form der Vorbeugung: Das Volk bekommt einen Platz, an dem es niemanden stört, und Sie haben Ruhe am Haus.

Wer im Herbst Hornissen an Fallobst oder an Efeublüten sieht, hat übrigens kein Nest am Haus, sondern nur Sammlerinnen aus der Umgebung. Sie verschwinden von selbst mit dem ersten Frost.

Häufige Fragen

Was Sie wissen möchten

Wie erkenne ich ein Hornissennest?

An der bräunlichen, grob wirkenden Papierhülle mit sichtbaren Streifen, die nach unten offen ist, oft mit einem Abfallhaufen darunter. Die Tiere sind zwei bis dreieinhalb Zentimeter groß, vorn rotbraun, hinten gelb mit braunen Bändern, und fliegen mit tiefem Brummen auch in der Dämmerung. Wespennester sind grau, die Tiere kleiner und schwarz-gelb.

Wie sieht ein Hornissennest im Anfangsstadium aus?

Im Mai baut die Königin allein eine walnuss- bis tischtennisballgroße Zelle an einem kurzen Stiel, mit wenigen Waben darin. Sie hängt in Vogelkästen, Schuppen, Rollladenkästen oder an Dachbalken. Nur ein einzelnes großes Tier fliegt ein und aus. Auch dieses Anfangsnest ist besonders geschützt und darf nicht entfernt werden.

Wo bauen Hornissen ihre Nester?

In geräumigen, dunklen Hohlräumen: Baumhöhlen, Vogelnistkästen, Dachböden, Schuppen, Gartenhäusern und großen Rollladenkästen. Wird der Platz im Sommer zu eng, ziehen Hornissen um und bauen ein Filialnest an einem größeren Ort. Frei hängende Nester an Ästen sind selten und stammen meist von der Mittleren Wespe.

Sind Hornissen gefährlich?

Nein, nicht mehr als Wespen. Der Stich schmerzt wegen des längeren Stachels etwas stärker, das Gift ist aber nicht gefährlicher. Der Spruch von drei tödlichen Stichen ist ein Mythos. Gefährlich sind Stiche nur für Allergiker und im Mund- und Rachenraum. Hornissen sind friedlich, kommen nicht an den Tisch und stechen nur bei Bedrohung des Nests.

Was tun bei einem Hornissennest am Haus?

Drei bis vier Meter Abstand halten, die Einflugschneise nicht versperren, Erschütterungen und hektische Bewegungen vermeiden, Fenster in Nestnähe nachts schließen. Das Volk stirbt im Herbst von allein. Nur wenn das Nest direkt an Wohnräumen, Terrassen oder Kinderzimmern sitzt, kommt eine Umsiedlung in Frage, die die Naturschutzbehörde genehmigen muss.

Darf man ein Hornissennest entfernen?

Nein, nicht selbst und nicht ohne Genehmigung. Hornissen sind besonders geschützt nach Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz. Das Nest darf nur mit Erlaubnis der Naturschutzbehörde umgesiedelt werden, und das übernimmt ein erfahrener Fachbetrieb. Wer ein Nest eigenmächtig zerstört, riskiert ein Bußgeld, das je nach Bundesland bis zu fünfstelligen Beträgen reichen kann.

Wie viele Hornissen leben in einem Nest?

Ein Hornissenvolk ist deutlich kleiner als ein Wespenvolk. Am Höhepunkt im August oder September leben einige hundert Tiere im Nest, selten mehr als 700. Zum Vergleich: Ein Nest der Deutschen Wespe zählt mehrere tausend Tiere. Das erklärt auch, warum Hornissen weniger auffallen, obwohl sie größer sind.

Wann verschwinden Hornissen wieder?

Das Volk stirbt im Oktober oder November mit den ersten kalten Nächten. Vorher verlassen junge Königinnen und Männchen das Nest, die Königinnen überwintern einzeln in geschützten Verstecken. Das alte Nest bleibt leer und wird nie wieder besiedelt. Sie können es im Winter gefahrlos entfernen.

Was kostet die Umsiedlung eines Hornissennests?

Für Hornissen nennen wir den Festpreis am Telefon, weil der Aufwand von der Genehmigung durch die Naturschutzbehörde, dem Standort und der Größe des Nests abhängt. Stellt sich vor Ort heraus, dass es ein Wespennest ist, kostet die Entfernung 150 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da.

Fliegen Hornissen nachts?

Ja, Hornissen sind auch in der Dämmerung und nachts aktiv und werden von Licht angezogen. Deshalb verirren sie sich im Sommer durch offene Fenster in beleuchtete Räume. Löschen Sie das Licht und öffnen Sie das Fenster weit, dann findet das Tier hinaus. Fliegengitter an Fenstern in Nestnähe verhindern das Problem.

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