Heimchen im Haus: Zirpen in der Nacht, Ursachen und was hilft

Heimchen im Haus: Zirpen in der Nacht, Ursachen und was hilft

Kurz beantwortet:Heimchen sind Hausgrillen, die warme, feuchte Räume wie Heizungskeller, Küchen und Bäder lieben. Nachts zirpen die Männchen. Für Menschen sind sie harmlos, einzelne Tiere orten Sie nachts mit der Taschenlampe und tragen sie hinaus. Heimchen bekämpfen müssen Sie nur bei Massenbefall oder in Lebensmittelbetrieben, dann mit einem Fachbetrieb.

Was sind Heimchen?

Das Heimchen, auch Hausgrille genannt, gehört zur Familie der Echten Grillen. Die Art stammt vermutlich aus Afrika und lebt heute weltweit dort, wo Menschen wohnen. Das Umweltbundesamt beschreibt Heimchen als 16 bis 20 Millimeter lang, braun, mit schwarzer Zeichnung auf Kopf und Halsschild. Die Fühler sind etwa so lang wie der Körper, die Hinterbeine sind kräftige Sprungbeine. Weibchen tragen am Hinterleib eine bis zu 15 Millimeter lange, nadelförmige Legeröhre.

Typisch ist das Zirpen. Es kommt nur von den Männchen. Sie streichen den rechten Vorderflügel über den linken und locken so Weibchen an oder markieren ihr Revier. Weil Heimchen nachtaktiv sind, hören Sie das Zirpen vor allem abends und nachts. Tagsüber sitzen die Tiere in dunklen, feuchtwarmen Nischen und sind kaum zu sehen.

In unseren Breiten leben Heimchen dauerhaft fast nur in Gebäuden. Im Sommer findet man sie auch draußen, etwa auf Mülldeponien und in lockeren Komposthaufen, wo die Gärung Wärme liefert. Heimchen haben zwei Flügelpaare und können fliegen, tun das aber selten. Meist laufen und springen sie.

Die Entwicklung ist einfach und läuft das ganze Jahr. Das Weibchen legt mit seiner Legeröhre einige Hundert Eier einzeln in feuchte Erde, Ritzen, Spalten oder Abfälle. Nach 8 bis 12 Wochen schlüpfen die Larven. Sie sehen aus wie kleine, flügellose Heimchen und wachsen über bis zu zehn Häutungen zu erwachsenen Tieren heran. Ein Puppenstadium gibt es nicht. Finden Sie also kleine, flügellose Grillen, ist der Bestand schon im Haus heimisch geworden.

Hausgrille, Feldgrille oder Gewächshausschrecke?

Nicht jedes zirpende oder springende Insekt im Haus ist ein Heimchen. Die Feldgrille ist glänzend schwarz, bis zu zwei Zentimeter lang und hat einen großen, kugeligen Kopf. Sie lebt draußen, versteckt sich in selbst gegrabenen Erdlöchern und kann nicht fliegen. Ihr Zirpen hören Sie laut NABU von Mai bis Juli, vom späten Vormittag bis in die warmen Abendstunden. Zirpt es im Oktober oder im Winter nachts im Haus, ist es keine Feldgrille.

Manchmal wird auch die Gewächshausschrecke für ein Heimchen gehalten. Sie ist buckelig gekrümmt, hat keine Flügel und auffällig lange Beine und Fühler. Sie stammt vermutlich aus Zentralchina und ist die einzige Buckelschrecke in Deutschland. Wichtig für die Bestimmung: Sie zirpt nicht und hat kein Gehör. Sie ist nachtaktiv und frisst kleine Insekten wie Blattläuse. Sehen Sie ein buckeliges, langbeiniges Tier ohne Flügel, das nie zirpt, ist das eher sie.

Und Schaben? Heimchen haben kräftige, lange Sprungbeine und hüpfen. Wenn Sie unsicher sind, ob es doch Kakerlaken sind, hilft unser Ratgeber „Kakerlaken erkennen“.

Heimchen: 16 bis 20 mm, hellbraun

Heimchen

  • 16 bis 20 mm, hellbraun
  • Schwarze Zeichnung an Kopf und Halsschild
  • Zirpt nachts, lebt im Haus
  • Kann fliegen, tut es selten
Feldgrille: Bis 2 cm, glänzend schwarz

Feldgrille

  • Bis 2 cm, glänzend schwarz
  • Großer runder Kopf
  • Zirpt von Mai bis Juli draußen
  • Lebt in Erdlöchern, fliegt nicht
Gewächshausschrecke: Buckelig gekrümmt, flügellos

Gewächshausschrecke

  • Buckelig gekrümmt, flügellos
  • Extrem lange Fühler
  • Zirpt nicht, hört nicht
  • Nachtaktiv, frisst kleine Insekten

Warum die Hausgrillen ins Haus kommen

Heimchen brauchen Wärme und Feuchtigkeit. Das Umweltbundesamt nennt ein Temperaturoptimum von 25 bis 30 Grad. Deshalb finden Sie sie im Heizungskeller, an der Warmwasseranlage, in Küchen, Bädern, Waschküchen und Bäckereien. Im Herbst, wenn draußen die Nächte kalt werden und drinnen die Heizung läuft, fällt das Zirpen besonders auf.

Die zweite häufige Ursache sitzt oft im eigenen Haus. Heimchen werden in großer Zahl als Futtertiere für Reptilien, Amphibien und Vögel gezüchtet. Aus Futterdosen und Terrarien entkommen immer wieder einzelne Tiere. In einer warmen Wohnung können sie sich verstecken und vermehren, denn Heimchen pflanzen sich das ganze Jahr fort. Das Weibchen legt seine Eier in feuchte Erde, in Ritzen, Spalten oder Abfälle. Blumentöpfe, feuchte Ecken hinter der Waschmaschine und der Biomüll sind deshalb typische Brutplätze.

Von außen kommen Heimchen über Kellerfenster, Lichtschächte und Ritzen ins Haus. Sie sind nachtaktiv und werden vom Licht angelockt. Ein beleuchtetes Kellerfenster ohne Gitter ist im Spätsommer eine offene Tür, vor allem wenn in der Nähe ein Komposthaufen liegt.

Heimchen im Haus: Warum die Hausgrillen ins Haus kommen

Schädlich oder nur lästig?

Für Menschen sind Heimchen harmlos. Sie stechen nicht und beißen keine Menschen. Das Umweltbundesamt nennt sie völlig harmlos und für Menschen ungefährlich. Das Umweltbundesamt stuft sie in erster Linie als Lästlinge ein, weil das Zirpen der Männchen vor allem nachts und bei vielen Tieren sehr stören kann. Wer schon einmal versucht hat, mit einem zirpenden Heimchen hinter dem Kühlschrank einzuschlafen, weiß, was gemeint ist.

Anders ist es dort, wo Lebensmittel lagern oder verarbeitet werden. Heimchen sind Allesfresser mit beißend-kauenden Mundwerkzeugen. Sie fressen fast alles Organische, auch Abfälle, und gehen an Küchenvorräte. Dabei können sie Krankheitserreger auf Lebensmittel übertragen. In Haushalten mit vielen Tieren und in lebensmittelverarbeitenden Betrieben gelten sie deshalb als Vorrats- und Hygieneschädlinge. Bei Massenbefall können sie auch Textilien, Leder oder Seide annagen. Der NABU weist darauf hin, dass Heimchen in Hotels und Großküchen deshalb intensiv bekämpft werden.

Übrigens: Seit 2022 ist das Heimchen in der EU als Lebensmittel zugelassen, als Ganzes gefroren oder getrocknet und als Pulver. Das macht frei laufende Tiere in der Küche nicht willkommener. Hygienisch problematisch sind die Wege, die sie nachts über Abfall und Vorräte nehmen.

Heimchen bekämpfen im Haushalt: orten, fangen, Ursachen abstellen

Einzelne Heimchen im Haushalt brauchen keine Chemie. Das Umweltbundesamt rät, zirpende Männchen nachts mit einer Taschenlampe aufzuspüren und hinauszubringen. Gehen Sie leise dem Geräusch nach. Sobald Sie näherkommen, verstummt das Tier oft. Dann hilft Geduld: Licht aus, kurz warten, bis es wieder zirpt. Ein Glas und ein Stück Pappe genügen zum Fangen.

Danach stellen Sie die Ursache ab. Lebensmittel gehören in gut verschließbare Gefäße, Küchenabfälle mindestens täglich nach draußen. Halten Sie Futtertiere in ausbruchsicheren Dosen und zählen Sie nach dem Füttern nach, ob alle im Terrarium gelandet sind. Lassen Sie den Biomüll nicht offen in der warmen Küche stehen. Wischen Sie feuchte Ecken trocken, lüften Sie Bad und Waschküche und beheben Sie tropfende Leitungen.

Gegen Nachschub von außen helfen das Abdichten von Ritzen und Spalten und Fliegengaze vor bodennahen Fenstern, vor allem vor Kellerfenstern und Lichtschächten. Wo Heimchen kein Futter, keine Feuchtigkeit und keine Brutplätze mehr finden, können sie sich auf Dauer nicht halten.

Vorbeugen: Keller, Kompost und Futtertiere

Vorbeugen heißt bei Heimchen vor allem, ihnen Wärme, Feuchtigkeit und Futter nicht auf dem Silbertablett zu servieren. Im Keller sind das die Stellen um Heizung, Warmwasserspeicher und Waschmaschine. Halten Sie den Boden dort frei von Kartons, Altpapier und Säcken, unter denen sich Feuchtigkeit sammelt. Was dort an Lebensmitteln lagert, etwa Kartoffeln, Konserven im Karton oder Tierfutter, gehört in geschlossene Kisten.

Draußen ist der Kompost der wichtigste Punkt. Lockere Komposthaufen sind für Heimchen im Sommer attraktiv, weil die Gärung Wärme liefert. Legen Sie den Kompost deshalb nicht direkt an die Hauswand und schon gar nicht unter das Kellerfenster. Kellerfenster und Lichtschächte, die abends beleuchtet sind, sichern Sie mit feiner Gaze, denn Heimchen werden vom Licht angelockt.

Wer Reptilien, Amphibien oder Vögel mit Heimchen füttert, hat die häufigste Quelle selbst im Haus. Bewahren Sie Futterheimchen in gut schließenden Dosen auf, nicht in offenen Kisten, und stellen Sie die Dosen nicht auf die warme Heizung. Füttern Sie mit einer Pinzette oder in einer Futterschale, aus der die Tiere nicht herausspringen können. Kaufen Sie lieber kleinere Mengen, die schnell verbraucht sind.

Bäckerei, Küche oder Betrieb: Wann der Fachbetrieb kommt

Hören Sie Heimchen über Wochen an mehreren Stellen, sehen Sie tagsüber Tiere oder Larven, oder geht es um eine Bäckerei, Großküche, Kantine oder ein Lebensmittellager, reicht die Taschenlampe nicht mehr. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Massenbefall und bei Befall in lebensmittelverarbeitenden Betrieben ausdrücklich eine professionelle Schädlingsbekämpfung und eine fachliche Beratung vor dem Einsatz von Bioziden.

Wir gehen dabei vor wie bei anderen Hygieneschädlingen: Brutplätze finden, Befall eingrenzen, gezielt behandeln und Einwanderwege schließen. In Hamburg und im Umland sind wir meist noch am selben Tag da. Den Festpreis nennen wir Ihnen am Telefon, und die Erstinspektion für 80 Euro wird bei Auftrag verrechnet. Für ein einzelnes Heimchen im Wohnzimmer sagen wir Ihnen dagegen ehrlich, dass Sie uns nicht brauchen.

In Mehrfamilienhäusern lohnt außerdem ein Gespräch mit der Hausverwaltung, wenn das Zirpen aus dem gemeinsamen Heizungskeller kommt. Dort sitzt die Ursache, nicht in Ihrer Wohnung, und dort setzen auch die Maßnahmen an: aufräumen, Feuchtigkeit beseitigen, Ritzen schließen. Lebensmittelbetriebe sollten Heimchen nicht abwarten, sondern früh reagieren, denn als Hygieneschädlinge können sie Krankheitserreger auf Lebensmittel übertragen.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Heimchen (Hausgrille)
  2. Umweltbundesamt: Hausgrille oder Heimchen, Information (PDF)
  3. NABU: Heuschrecken und Grillen im Siedlungsraum
  4. NABU: Die Feldgrille
  5. Spektrum Lexikon der Biologie: Buckelschrecken
  6. Europäische Kommission: Hausgrille als Lebensmittelzutat zugelassen

Stand der Angaben: 16.10.2026. Geprüft von Heiko Kirschner.

Häufige Fragen

Heimchen im Haus: häufige Fragen

Was sind Heimchen?

Heimchen, auch Hausgrillen genannt, sind 16 bis 20 Millimeter lange, braune Grillen mit schwarzer Zeichnung an Kopf und Halsschild und körperlangen Fühlern. Sie stammen vermutlich aus Afrika und leben bei uns fast nur in warmen, feuchten Gebäuden. Die Männchen zirpen nachts. Heimchen werden auch als Futtertiere gezüchtet und sind in der EU als Lebensmittel zugelassen.

Wie werde ich Heimchen im Haus los?

Orten Sie zirpende Heimchen nachts mit einer Taschenlampe, fangen Sie sie mit Glas und Pappe und bringen Sie sie hinaus. Dann entziehen Sie ihnen die Grundlage: Vorräte dicht verschließen, Küchenabfälle täglich entsorgen, feuchte Ecken trocknen, Futtertierdosen ausbruchsicher halten, Ritzen abdichten und Kellerfenster mit Fliegengaze sichern. Gift ist im Haushalt meist nicht nötig.

Wo verstecken sich Heimchen?

In dunklen, feuchtwarmen Nischen: hinter Kühlschrank, Herd und Waschmaschine, im Heizungskeller, an Warmwasserleitungen, in Bädern, Waschküchen und unter Fußleisten. Draußen sitzen sie im Sommer gern im Komposthaufen. Die Weibchen legen ihre Eier in feuchte Erde, Ritzen oder Abfälle, deshalb sind auch Blumentöpfe und Biomüll mögliche Verstecke.

Sind Heimchen gefährlich?

Für Menschen nicht. Heimchen stechen nicht und beißen keine Menschen. Das Umweltbundesamt sieht sie vor allem als Lästlinge wegen des nächtlichen Zirpens. In Lebensmittelbetrieben gelten sie aber als Hygieneschädlinge, weil sie Krankheitserreger auf Lebensmittel übertragen können. Bei Massenbefall können sie außerdem Textilien, Leder oder Seide annagen.

Warum zirpen Heimchen nachts?

Heimchen sind nachtaktiv. Die Männchen zirpen, indem sie den rechten Vorderflügel über den linken streichen. Damit locken sie Weibchen an und markieren ihr Revier. Tagsüber sitzen die Tiere still in dunklen Verstecken. Kommt man näher, verstummen sie oft. Das macht die Suche schwierig, aber mit Geduld und Taschenlampe finden Sie das Tier.

Können Heimchen fliegen?

Ja, Heimchen haben zwei Flügelpaare und können fliegen, tun es aber selten. Meist laufen und springen sie mit ihren kräftigen Hinterbeinen. Nachts werden sie vom Licht angelockt und gelangen so durch offene, beleuchtete Kellerfenster ins Haus. Die ähnliche Feldgrille kann dagegen nicht fliegen, und die Gewächshausschrecke hat gar keine Flügel.

Wie lange leben Heimchen?

Unter optimalen Bedingungen mit viel Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit können Heimchen laut Umweltbundesamt bis zu einem Jahr alt werden, sonst etwa zehn Wochen. Sie pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Die Larven haben noch keine Flügel und häuten sich bis zu zehnmal, bevor sie geschlechtsreif sind. Bei Wärme und Feuchtigkeit kann aus wenigen Tieren deshalb ein Bestand werden.

Woher kommen Heimchen in der Wohnung?

Häufig aus Futterdosen und Terrarien, denn Heimchen werden als Futtertiere für Reptilien gezüchtet. Andere kommen im Spätsommer und Herbst über Kellerfenster, Lichtschächte und Ritzen herein, angelockt von Licht und Wärme. Im Sommer halten sie sich auch gern in Komposthaufen auf.

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