Bettwanzen loswerden: Was wirklich hilft und was alles schlimmer macht

Bettwanzen loswerden: Was wirklich hilft und was alles schlimmer macht

Kurz beantwortet:Bettwanzen werden Sie in aller Regel nur mit einer professionellen Bekämpfung dauerhaft los, das empfiehlt auch das Umweltbundesamt. Nötig sind mehrere Behandlungen über einige Wochen, weil die Eier sehr widerstandsfähig sind. Bis zum Termin gilt: im befallenen Zimmer weiterschlafen, nichts aus dem Raum tragen, nicht putzen oder saugen und Wäsche bei 60 Grad waschen.

Warum Bettwanzen so schwer loszuwerden sind

Bettwanzen sind flach, fünf bis sechs Millimeter groß und verbringen den Tag in Ritzen, die kaum eine Kreditkarte breit sind: in Matratzennähten, im Lattenrost, hinter Sockelleisten, Bilderrahmen und Lichtschaltern. Nachts kommen sie heraus, saugen drei bis zehn Minuten Blut und verschwinden wieder. Wer sie sucht, sieht deshalb meist nur ihre Spuren.

Dazu kommen drei Eigenschaften, die jede Bekämpfung schwierig machen. Erstens legt ein Weibchen im Lauf seines Lebens 350 bis 400 Eier, und diese Eier sind sehr widerstandsfähig. Zweitens können Bettwanzen monatelang hungern, ein leer stehendes Zimmer ist also nach Wochen noch nicht wanzenfrei. Drittens haben viele Bettwanzen Resistenzen gegen gängige Insektizide entwickelt. Deshalb schreibt das Umweltbundesamt klar, dass die Bekämpfung durch eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma erfolgen muss.

Mit Hygiene hat ein Befall übrigens nichts zu tun. Bettwanzen reisen im Koffer, in gebrauchten Möbeln oder kommen aus der Nachbarwohnung. Das kann in jeder Wohnung und jedem Hotel passieren.

Die häufigsten Fehler, die einen Befall verteilen

Der größte Fehler ist das Ausweichen auf die Couch oder ins Gästezimmer. Bettwanzen folgen Ihnen, weil sie von Körperwärme und Atemluft angelockt werden. Wer umzieht, trägt den Befall in einen zweiten Raum. Das Umweltbundesamt rät deshalb ausdrücklich davon ab, den Schlafplatz zu wechseln.

Der zweite Fehler ist Aktionismus mit Spray. Insektensprays aus dem Drogeriemarkt töten die Tiere, die sie direkt treffen, die Eier nicht. Die übrigen Wanzen ziehen sich tiefer in Wände, Steckdosen und Möbel zurück. Danach ist der Befall nicht kleiner, sondern breiter verteilt und für den Fachbetrieb schwerer zu erreichen.

Der dritte Fehler ist Aufräumen. Wer Möbel, Kleidung und Bettzeug aus dem Zimmer schafft oder alles putzt und saugt, verschleppt Tiere und vernichtet die Spuren, die wir brauchen, um das Ausmaß zu beurteilen. Und auch Entsorgen bringt wenig: Eine Matratze auf dem Sperrmüll löst das Problem nicht, wenn die Wanzen schon im Bettrahmen und in den Fußleisten sitzen.

Sprays und Hausmittel: Treffen nur sichtbare Tiere

Sprays und Hausmittel

  • Treffen nur sichtbare Tiere
  • Eier überleben
  • Tiere flüchten in neue Verstecke
  • Befall verteilt sich in der Wohnung
Hitze und Kälte im Haushalt: Wäsche bei 60 Grad waschen

Hitze und Kälte im Haushalt

  • Wäsche bei 60 Grad waschen
  • Kleinteile drei Tage einfrieren
  • Wirkt nur auf das, was behandelt wird
  • Ersetzt keine Raumbehandlung
Professionelle Bekämpfung: Alle Verstecke im Raum werden erfasst

Professionelle Bekämpfung

  • Alle Verstecke im Raum werden erfasst
  • Zwei bis drei Behandlungen
  • Nachkontrolle über mehrere Wochen
  • Dokumentation für Vermieter

Was Sie bis zum Termin selbst tun können

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) hat eine klare Liste, die auch das Umweltbundesamt übernimmt: Bringen Sie keine Möbel, Kleidung oder Bettwäsche aus dem Raum, wenn es nicht nötig ist. Kontrollieren Sie Kleidung vor dem Anziehen, vor allem die Nähte. Halten Sie die Raumtemperatur konstant. Schlafen Sie, wenn möglich, weiter im befallenen Zimmer. Beziehen Sie das Bett mit weißer Bettwäsche, auf der Spuren gut zu sehen sind, und lassen Sie die alte Wäsche im Raum.

Machen Sie Fotos von Stichen, Kotspuren und Tieren. Gefundene Wanzen können Sie in einem verschlossenen Beutel einfrieren, damit wir die Art bestätigen können. Nicht putzen und nicht saugen, auch wenn es schwerfällt.

Was Sie behandeln können, sind waschbare und kleine Dinge, die ohnehin im Raum bleiben: Wäsche bei 60 Grad waschen und direkt zurück in einen verschlossenen Beutel, empfindliche Kleinteile für drei Tage bei minus 18 Grad in die Gefriertruhe. Das ersetzt keine Bekämpfung, verhindert aber, dass Sie beim nächsten Anziehen Wanzen mitnehmen.

Bettwanzen loswerden: Was Sie bis zum Termin selbst tun können

So läuft eine professionelle Bettwanzenbekämpfung ab

Am Anfang steht die Befallsermittlung. Wir untersuchen Bett, Rahmen, Möbel, Sockelleisten, Steckdosen und angrenzende Räume und legen fest, welche Bereiche behandelt werden. Je genauer diese Aufnahme ist, desto weniger Durchgänge braucht es später.

Behandelt wird in mehreren Durchgängen, in der Regel zwei bis drei im Abstand von etwa zwei Wochen. Der Grund ist die Biologie: Aus den Eiern, die eine Behandlung überstehen, schlüpfen Jungtiere, und die müssen erfasst werden, bevor sie selbst Eier legen. Das Umweltbundesamt beschreibt als Alternative auch das Aufheizen der Räume auf 50 bis 60 Grad mit speziellen Geräten. Dabei muss verhindert werden, dass die Tiere während des Aufheizens in Nachbarräume abwandern.

Nach der Behandlung ist Ihre Mitarbeit entscheidend. Markieren Sie vorhandene Kotspuren, damit neue sofort auffallen, achten Sie auf Stiche und Blutflecken und melden Sie sich, sobald Sie lebende Tiere sehen. Die Bettwanzenbekämpfung kostet bei uns in Hamburg ab 430 Euro, inklusive zwei bis drei Behandlungen über vier bis sechs Wochen.

Wer zahlt, wenn Bettwanzen in der Mietwohnung sind?

Grundsätzlich ist ein Schädlingsbefall ein Mangel der Mietsache, den der Vermieter beseitigen muss. Anders kann es aussehen, wenn nachweisbar ist, dass der Mieter die Wanzen selbst eingeschleppt hat, etwa aus dem Urlaub. Weil sich das selten sicher klären lässt, lohnt es sich, Vermieter oder Hausverwaltung früh zu informieren. In Mehrfamilienhäusern ist das ohnehin nötig, denn Bettwanzen wandern über Leitungsschächte und Fugen in angrenzende Wohnungen.

Unsere Rechnungen sind so aufgeschlüsselt, dass Sie sie beim Vermieter einreichen können. Als Privatperson können Sie die Arbeitskosten außerdem als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen, wenn Sie per Überweisung bezahlen.

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Häufige Fragen

Bettwanzen loswerden: häufige Fragen

Kann man Bettwanzen selbst loswerden?

Einzelne Tiere ja, einen Befall praktisch nie vollständig. Bettwanzen sitzen in Verstecken, die kein Spray erreicht, und ihre Eier überstehen Einzelbehandlungen. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb eine professionelle Bekämpfung.

Was tötet Bettwanzen sofort?

Hitze. Wäsche bei 60 Grad zu waschen tötet Tiere und Eier in der Wäsche zuverlässig. Für ganze Räume gibt es Wärmeverfahren mit 50 bis 60 Grad. Sprays töten nur die Tiere, die sie direkt treffen.

Soll ich auf dem Sofa schlafen, bis der Kammerjäger kommt?

Nein. Bettwanzen folgen Ihnen und verteilen sich dann in einem zweiten Raum. Schlafen Sie, wenn möglich, weiter im befallenen Zimmer, bis die Behandlung beginnt.

Wie lange dauert es, Bettwanzen loszuwerden?

Mit professioneller Bekämpfung meist vier bis sechs Wochen, verteilt auf zwei bis drei Behandlungen. Danach sollten Sie noch einige Wochen auf neue Spuren achten.

Muss ich meine Matratze wegwerfen?

In den meisten Fällen nicht. Die Matratze wird mitbehandelt oder mit einem dichten Schutzbezug versiegelt. Eine entsorgte Matratze löst das Problem nicht, wenn Bettrahmen und Fußleisten befallen sind.

Was kostet es, Bettwanzen loszuwerden?

Bei uns in Hamburg ab 430 Euro inklusive zwei bis drei Behandlungen. Die Erstinspektion kostet 80 Euro und wird bei Auftrag voll verrechnet. Bei mehreren Räumen richtet sich der Preis nach dem Umfang.

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